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Vertrieb & Kundenservice

Group Accountant

Group Accountants erstellen den Konzernabschluss eines Unternehmens mit mehreren Tochtergesellschaften. Sie konsolidieren die Einzelabschlüsse, eliminieren Verrechnungen innerhalb der Gruppe und berichten nach HGB oder IFRS.

9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Group Accountant verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.200 € 5.000 € 50.400 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.800 € 7.000 € 69.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 8.000 € 11.000 € 96.000 €

Entscheidend sind Unternehmensgröße und Kapitalmarktnähe: Bei börsennotierten Konzernen und in Ballungsräumen wie Frankfurt, München oder Düsseldorf liegen die Gehälter deutlich über denen im nicht kapitalmarktorientierten Mittelstand. Tarifbindung gibt es meist nur in Banken, Versicherungen und der Metall- und Elektroindustrie, wo dann Haustarife oder Flächentarifverträge die Spanne nach unten begrenzen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Group Accountant?

Ein Group Accountant arbeitet in der Konzernbuchhaltung und fasst die Zahlen aller Gesellschaften einer Unternehmensgruppe zu einem einheitlichen Abschluss zusammen. Die Einzelabschlüsse der Tochterfirmen kommen aus verschiedenen Ländern, in verschiedenen Währungen und nach verschiedenen lokalen Regeln. Der Group Accountant prüft diese Meldungen auf Plausibilität, rechnet sie auf den konzernweiten Bilanzierungsstandard um und konsolidiert sie in einer Software wie SAP SEM-BCS, LucaNet, Tagetik oder IDL. Dazu gehört das Eliminieren von Umsätzen, Forderungen und Zwischengewinnen innerhalb der Gruppe, die Kapitalkonsolidierung, die Währungsumrechnung und die Bewertung von Beteiligungen.

Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Abstimmung mit Kollegen in den Tochtergesellschaften: Warum weicht der Saldo der internen Verrechnungen ab, welche Rückstellung wurde falsch gemeldet, welcher Leasingvertrag fällt unter IFRS 16. Hinzu kommen die Erstellung von Anhang und Lagebericht, die Begleitung der Wirtschaftsprüfer während der Jahresabschlussprüfung und Stellungnahmen zu einzelnen Bilanzierungsfragen. In vielen Unternehmen wird nicht nur jährlich, sondern quartalsweise oder monatlich konsolidiert.

Wie wird man Group Accountant?

Der übliche Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften oder Accounting and Finance mit Schwerpunkt Rechnungslegung. Ein zweiter, in der Praxis sehr verbreiteter Weg ist die Wirtschaftsprüfung: Wer zwei bis vier Jahre in der Jahresabschlussprüfung einer Prüfungsgesellschaft gearbeitet hat, kennt Konsolidierung und IFRS aus der Prüferperspektive und wechselt häufig in die Konzernbuchhaltung eines Unternehmens.

Ein Quereinstieg ist auch aus der Finanzbuchhaltung möglich. Bilanzbuchhalter mit der Zusatzqualifikation Internationale Rechnungslegung oder dem Abschluss Certified IFRS Accountant kommen ohne Studium in solche Positionen, brauchen aber Erfahrung im Abschluss und in der Regel gutes Englisch, weil Konzernrichtlinien, Meldebögen und Prüferkorrespondenz oft englischsprachig sind.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist stark saisonal. In den Wochen um Quartals- und Jahresabschluss sind Überstunden die Regel, weil Meldefristen und Veröffentlichungstermine feststehen und Verzögerungen bei einer einzigen Tochtergesellschaft die gesamte Kette nach hinten schieben. Zwischen den Abschlüssen ist es deutlich ruhiger.

Verlangt wird Genauigkeit über lange Zahlenreihen hinweg, Ausdauer bei der Fehlersuche und die Bereitschaft, sich in Regelwerke einzuarbeiten, die sich ändern. Wer Konflikte scheut, tut sich schwer: Ein Teil der Arbeit besteht darin, Kollegen in den Landesgesellschaften zu Korrekturen zu bewegen, die diesen Mehrarbeit bringen. Die Tätigkeit ist überwiegend Bildschirmarbeit, häufig mit der Möglichkeit auf Homeoffice, aber selten mit viel Bewegung oder Abwechslung im Tagesablauf.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Jede Gruppe mit mehreren Gesellschaften braucht einen Konzernabschluss, und die Zahl der Fachkräfte mit belastbarer IFRS-Erfahrung ist begrenzt. Wechsel innerhalb der Branche sind entsprechend leicht möglich.

Entwicklungswege führen zur Leitung der Konzernbuchhaltung, in die Position des Head of Accounting oder weiter Richtung Finanzleitung. Andere spezialisieren sich auf einzelne Felder wie Purchase Price Allocations bei Übernahmen, ESG-Berichterstattung oder die Einführung von Konsolidierungssoftware und wechseln in die Beratung. Wer den Weg über das Wirtschaftsprüferexamen oder eine Steuerberaterprüfung geht, erweitert die Möglichkeiten zusätzlich.

Aufgaben

  • Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften prüfen und konsolidieren
  • Innenumsätze, Forderungen und Zwischengewinne eliminieren
  • Kapitalkonsolidierung und Währungsumrechnung durchführen
  • Konzernanhang und Lagebericht erstellen
  • Bilanzierungsfragen nach IFRS oder HGB klären und dokumentieren
  • Wirtschaftsprüfer während der Abschlussprüfung begleiten
  • Meldeprozesse und Konzernrichtlinien weiterentwickeln
  • Ansprechpartner für die Buchhaltungen der Landesgesellschaften sein

Voraussetzungen

  • Studium in BWL, Wirtschaftswissenschaften oder Accounting, alternativ Bilanzbuchhalterabschluss
  • Sichere Kenntnisse in HGB und IFRS, insbesondere in der Konsolidierung
  • Erfahrung mit Konsolidierungssoftware wie LucaNet, SAP BCS, Tagetik oder IDL
  • Gutes Englisch in Wort und Schrift
  • Hohe Genauigkeit und Ausdauer bei Zahlenarbeit
  • Bereitschaft zu Mehrarbeit in Abschlussphasen

Wo man arbeitet

  • Konzernzentralen und Holdinggesellschaften
  • Mittelständische Unternehmensgruppen mit Auslandstöchtern
  • Shared Service Center für Finanzen
  • Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften
  • Banken und Versicherungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium der Betriebswirtschaft oder Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Rechnungslegung, gefolgt von einigen Jahren in der Finanzbuchhaltung oder der Jahresabschlussprüfung. Alternativ führt der Weg über eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter und der Zusatzqualifikation Internationale Rechnungslegung. Wer aus der Wirtschaftsprüfung kommt, steigt oft direkt auf einer Senior-Position ein.

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