Was macht ein Frühstückskoch?
Der Arbeitstag beginnt lange vor dem ersten Gast. Frühstücksköchinnen und -köche starten je nach Haus zwischen 4 und 6 Uhr, holen Ware aus Kühlhaus und Lager, schalten Kombidämpfer, Grillplatte und Wärmebrücken an und bereiten die warmen Komponenten zu: Rührei, Speck, Würstchen, Bratkartoffeln, Pfannkuchen, Omeletts, in größeren Häusern auch Suppen, Congee oder gegrilltes Gemüse für internationale Gäste. Parallel entsteht das kalte Buffet aus Aufschnitt, Käse, Obstsalat, Joghurt, Müsli und Backwaren, die im eigenen Ofen aufgebacken werden. Während des Service steht die Nachproduktion im Vordergrund: Schalen dürfen nie leer wirken, Temperaturen müssen stimmen, Eierspeisen werden an der Frontcooking-Station direkt vor dem Gast zubereitet. Dazu kommen Dokumentation nach HACCP, Temperaturkontrollen, Warenannahme und die Bestellung für die Folgetage. Nach dem letzten Gast wird abgebaut, verwertbare Ware korrekt gelagert, Nichtverwertbares entsorgt, die Küche gereinigt und das Mise en place für den nächsten Morgen vorbereitet. In kleineren Häusern übernimmt eine Person das allein, in großen Hotels arbeitet ein Team von mehreren Köchen und Buffetkräften zusammen.
Wie wird man Frühstückskoch?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Koch oder zur Köchin mit anschließender Spezialisierung auf den Frühstücksbereich. Viele kommen aber auch als Quereinsteiger: aus der Hotellerie, aus dem Service, aus anderen Küchenpositionen oder ganz ohne Vorbildung als angelernte Kraft. Betriebe besetzen die Frühstücksküche häufig mit Beiköchen oder Küchenhilfen, die eingearbeitet werden. Eine abgeschlossene Kochausbildung verbessert Bezahlung und Aufstiegschancen deutlich, ist aber keine formale Bedingung. Pflicht ist die Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz durch das Gesundheitsamt, dazu regelmäßige Hygieneschulungen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeit ist die größte Hürde. Wer um 4 Uhr in der Küche steht, muss gegen 3 Uhr aufstehen, und das an Wochenenden und Feiertagen, denn gerade dann ist das Haus voll. Der eigene Schlafrhythmus verschiebt sich dauerhaft, das soziale Leben am Abend wird schwierig. Dafür ist der Dienst meist gegen Mittag beendet, was viele als Vorteil gegenüber dem geteilten Dienst in der à-la-carte-Küche empfinden. Körperlich bedeutet der Beruf Stehen über Stunden, Hitze an Grillplatte und Ofen, Heben von Kisten und Gastronorm-Behältern, Arbeiten in Zugluft zwischen Kühlhaus und heißer Linie. Hinzu kommt Zeitdruck: Zwischen 7 und 9 Uhr kommen die meisten Gäste gleichzeitig. Verlässlichkeit zählt in diesem Beruf mehr als anderswo, denn wer verschläft, hinterlässt ein leeres Buffet ohne Ersatz. Sorgfalt bei Hygiene und Temperaturführung ist nicht verhandelbar.
Aussichten
Hotels und Pensionen suchen laufend Personal für den Frühstücksbereich, weil die frühen Zeiten viele abschrecken. Wer zuverlässig ist, findet fast überall eine Stelle, oft auch in Teilzeit, was den Beruf für Menschen mit Betreuungsaufgaben am Nachmittag interessant macht. Aus der Position heraus führen Wege zum Chef de Partie, zum Souschef oder zur Leitung des Frühstücksbereichs in großen Häusern. Wer die Ausbildung nachholt oder den Küchenmeister anschließt, kann in die klassische Küchenhierarchie wechseln. Die Bezahlung liegt im Branchenvergleich im unteren bis mittleren Bereich, Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit machen einen spürbaren Teil des Einkommens aus.