Friseur
Friseure schneiden, färben und stylen Haare, beraten Kunden zu Frisuren und Pflege und arbeiten dabei den ganzen Tag im direkten Kontakt mit Menschen. Der Beruf ist handwerklich anspruchsvoll, körperlich belastend und im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen schlecht bezahlt.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Friseur verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 1.900 € | 2.150 € | 2.400 € | 25.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.100 € | 2.450 € | 2.900 € | 29.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.500 € | 2.900 € | 3.800 € | 34.800 € |
Es gelten regional unterschiedliche Tarifverträge des Friseurhandwerks, an die viele Salons nicht gebunden sind; die Löhne liegen deshalb häufig nahe am gesetzlichen Mindestlohn. Entscheidend sind Bundesland, Salontyp und der Anteil von Umsatzprovision und Trinkgeld, deutlich mehr verdienen in der Regel nur Meister mit eigenem Salon oder Spezialisten in gehobenen Studios.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Friseur?
Der Arbeitstag besteht aus einer Folge von Terminen, die selten genau so laufen wie geplant. Zwischen Waschen, Schneiden, Färben und Fönen liegen Beratungsgespräche: Welche Länge passt zur Kopfform, welcher Farbton zum Hautton, was ist bei bereits blondiertem Haar überhaupt noch machbar. Friseure mischen Farben nach Rezept an, kontrollieren Einwirkzeiten, tragen Blondierungen strähnenweise auf, legen Dauerwellen, rasieren Konturen und schneiden Bärte. Dazu kommt der Verkauf von Pflegeprodukten, die Kasse, die Terminvergabe am Telefon, das Reinigen von Kämmen, Scheren und Waschbecken und am Abend das Fegen des Salons.
Ein großer Teil der Arbeit ist Gespräch. Kunden erzählen von Trennungen, Prüfungen und Krankheiten, während sie im Stuhl sitzen. Wer damit nichts anfangen kann, wird in diesem Beruf nicht glücklich. Anlassarbeit gehört dazu: Hochsteckfrisuren für Hochzeiten, Termine vor Feiertagen, Wochenenden mit voller Auslastung.
Wie wird man Friseur?
Über eine dreijährige duale Ausbildung im Handwerk. Vorausgesetzt wird formal kein bestimmter Schulabschluss, in der Praxis stellen Salons meist mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Die Ausbildung endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer, geprüft werden Schnitt, Farbe, Frisur und Beratung an Modellen. Anschließend ist die Meisterprüfung möglich, die zur Ausbildung eigener Lehrlinge und zur Führung eines Salons berechtigt. Ein Quereinstieg ohne Ausbildung ist möglich, aber unüblich und begrenzt die Aufstiegsmöglichkeiten deutlich; wer aus einem anderen Beruf kommt, absolviert in der Regel eine verkürzte Ausbildung. Weiterbildungen betreffen Farbtechniken, Extensions, Barbering oder Haarersatz.
Was der Beruf verlangt
Die Belastung ist körperlich. Acht Stunden Stehen, dabei viel Arbeit mit erhobenen Armen und in leichter Vorbeuge, sind Standard. Rücken-, Schulter- und Fußprobleme treten früh auf. Der ständige Kontakt mit Wasser, Shampoo, Blondierungen und Farben führt bei vielen zu Hautproblemen an den Händen; Handekzeme sind eine typische Berufskrankheit und der häufigste Grund, den Beruf wieder zu verlassen. Gearbeitet wird samstags, oft mit langen Öffnungszeiten und Termindruck, wenn ein Kunde sich verspätet oder eine Farbe nicht wie erwartet zieht.
Die Bezahlung ist der zweite harte Punkt. Das Friseurhandwerk gehört zu den am schlechtesten entlohnten Bereichen in Deutschland, viele Gesellenlöhne liegen nur wenig über dem gesetzlichen Mindestlohn. Ein Teil der Vergütung hängt in manchen Salons an Umsatzprovisionen und Trinkgeld. Teilzeit ist verbreitet, was die tatsächlichen Einkommen weiter drückt.
Aussichten
Die Nachfrage nach Fachkräften ist hoch, viele Salons finden keine Bewerber, und die Zahl der Ausbildungsverträge ist über Jahre gesunken. Wer die Ausbildung abschließt, findet in der Regel schnell eine Stelle. Die Abbruch- und Ausstiegsquoten sind allerdings ebenfalls hoch. Entwicklungswege führen über Spezialisierung auf Farbe, Barbering oder Zweithaar, über die Meisterprüfung in die Salonleitung oder Selbstständigkeit, außerdem in den Außendienst und die Schulung bei Kosmetikherstellern, zu Film, Theater und Fernsehen als Maskenbildner oder in mobile Friseurdienste für Pflegeheime.
Aufgaben
- Haare waschen, schneiden, fönen und stylen
- Farben und Blondierungen anmischen und auftragen
- Kunden zu Frisur, Farbe und Haarpflege beraten
- Bärte schneiden, rasieren und Konturen setzen
- Hochsteckfrisuren und Anlassfrisuren anfertigen
- Pflegeprodukte verkaufen und Kasse führen
- Termine vergeben und den Tagesablauf koordinieren
- Arbeitsplatz, Geräte und Waschbecken reinigen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zum Friseur, in der Regel mit Hauptschul- oder Realschulabschluss begonnen
- Freude am Gespräch mit Menschen und Geduld bei unklaren Kundenwünschen
- Handwerkliches Geschick und ein Gefühl für Form und Farbe
- Gesunde, nicht zu empfindliche Haut an den Händen
- Belastbarkeit für langes Stehen und Arbeiten mit erhobenen Armen
- Bereitschaft zu Samstagsarbeit und langen Öffnungszeiten
Wo man arbeitet
- Friseursalons
- Barbershops
- Hotel- und Wellnessbetriebe
- Film-, Theater- und Fernsehproduktionen
- Mobile Friseurdienste in Pflegeheimen und Privathaushalten
- Kosmetik- und Haarpflegehersteller im Außendienst
Der Weg in den Beruf
Der Weg führt über eine dreijährige duale Ausbildung im Friseurhandwerk mit Berufsschulunterricht und Abschluss als Friseurgeselle vor der Handwerkskammer. Danach ist die Meisterprüfung möglich, die zur Salonleitung, Selbstständigkeit und Ausbildung eigener Lehrlinge berechtigt. Verkürzungen auf zweieinhalb Jahre sind bei guten Leistungen oder Vorbildung üblich.
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Verwandte Berufe
Kosmetiker
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- Offene Stellen
- 21
- Monatsbrutto
- 2.000 – 3.800 €
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