Filialverantwortlicher
Filialverantwortliche führen eine einzelne Verkaufsstelle im Einzelhandel oder in einer Dienstleistungskette: Sie steuern Personal, Warenbestand und Umsatz und arbeiten dabei meist selbst im Tagesgeschäft mit.
228 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Filialverantwortlicher verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.200 € | 3.800 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.200 € | 3.900 € | 4.800 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.800 € | 4.700 € | 6.500 € | 56.400 € |
Entscheidend sind Branche, Filialgröße und Tarifbindung: In tarifgebundenen Häusern richtet sich die Vergütung nach dem Gehaltstarifvertrag für den Einzelhandel des jeweiligen Bundeslandes, Discounter zahlen oft deutlich darüber, kleine Bäckerei- und Systemgastronomiefilialen deutlich darunter. Umsatzabhängige Prämien machen in einigen Ketten einen spürbaren Teil des Jahresverdienstes aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Filialverantwortlicher?
Eine Filiale ist ein kleiner Betrieb mit eigener Ergebnisverantwortung. Der Filialverantwortliche sorgt dafür, dass sie läuft: Er erstellt Dienstpläne für das Team, prüft Kassenabrechnungen, kontrolliert Warenbestände und bestellt nach, plant Aktionen und Zweitplatzierungen und meldet Kennzahlen an die Bezirks- oder Regionalleitung. Umsatz, Personalkosten, Inventurdifferenzen und Abschriften sind die Größen, an denen die Arbeit gemessen wird.
Daneben steht die Person meist selbst im Verkaufsraum. In kleineren Filialen bedeutet das Kassieren, Regale einräumen, Ware annehmen, Kunden beraten und Reklamationen bearbeiten. Der Anteil an Verwaltungsarbeit wächst mit der Größe der Filiale, verschwindet aber selten ganz. Hinzu kommt Personalführung im engeren Sinn: neue Mitarbeitende einarbeiten, Auszubildende betreuen, Gespräche führen, Krankheitsausfälle kurzfristig auffangen. Wer Verantwortung für Ladenöffnung und -schluss trägt, kümmert sich auch um Schlüssel, Alarmanlage, Tresor und die Einhaltung von Hygiene- und Sicherheitsvorschriften.
Wie wird man Filialverantwortlicher?
Der übliche Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, meist Kaufmann oder Kauffrau im Einzelhandel, dauert drei Jahre und wird häufig um mehrere Jahre Verkaufspraxis und die Position als Stellvertretung ergänzt. Viele Ketten haben eigene Nachwuchsprogramme, in denen Mitarbeitende aus dem Verkauf innerhalb von ein bis zwei Jahren auf die Filialleitung vorbereitet werden. Eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder zum geprüften Fachwirt für Vertrieb im Einzelhandel öffnet Türen, ebenso ein Studium in Betriebswirtschaft oder Handelsmanagement. Quereinstieg ist verbreitet, vor allem aus Gastronomie, Hotellerie und Logistik, wenn Führungserfahrung vorliegt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten. Frühdienst, Spätdienst, Samstagsarbeit und in manchen Branchen Sonntags- oder Feiertagsdienst gehören dazu. Wer eine Filiale führt, ist häufig die Person, die einspringt, wenn sonst niemand kann, und trägt Verantwortung auch dann, wenn Stellen unbesetzt bleiben. Überstunden sind in vielen Häusern eher die Regel als die Ausnahme.
Körperlich ist der Beruf fordernder, als der Titel vermuten lässt: langes Stehen, Warenannahme, Umbauten im Verkaufsraum. Dazu kommt der Druck von zwei Seiten, von der Regionalleitung mit Zielvorgaben und vom Team, das entlastet werden will. Konflikte mit Kunden, Diebstahl und Personalfluktuation gehören zum Alltag. Wer Auseinandersetzungen scheut oder schlecht abschalten kann, kommt hier an Grenzen.
Aussichten
Filialverantwortliche werden durchgehend gesucht, weil viele Handelsunternehmen Schwierigkeiten haben, Führungsstellen im Verkauf zu besetzen. Das gilt für Lebensmittel, Drogerie, Textil, Bäckereifilialen, Optik, Telekommunikation und Filialbanken gleichermaßen. Der Weg nach oben führt zur Betreuung mehrerer Standorte als Bezirks- oder Distriktleitung, in den Einkauf, ins Category Management oder in die Personalentwicklung einer Zentrale. Der Onlinehandel setzt den stationären Flächen zu, verändert aber vor allem die Anforderungen: Filialen übernehmen zunehmend Abhol- und Retourenaufgaben. Wer selbstständig arbeiten will, kann in manchen Systemen eine Filiale als Franchisenehmer oder selbstständiger Kaufmann übernehmen.
Aufgaben
- Dienst- und Urlaubspläne für das Filialteam erstellen
- Warenbestände überwachen, Bestellungen auslösen und Lieferungen prüfen
- Kassenabrechnung, Tagesabschluss und Umsatzmeldung an die Zentrale
- Verkaufsfläche gestalten, Aktionen und Preisauszeichnung umsetzen
- Mitarbeitende einarbeiten, führen und Auszubildende betreuen
- Kunden beraten, Reklamationen und Beschwerden bearbeiten
- Inventuren vorbereiten und Abschriften sowie Differenzen kontrollieren
- Einhaltung von Arbeitsschutz-, Hygiene- und Sicherheitsvorgaben sicherstellen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, meist im Einzelhandel, oder vergleichbare Praxis
- Mehrere Jahre Verkaufserfahrung, häufig als Stellvertretung
- Sicherer Umgang mit Kennzahlen, Warenwirtschaftssystemen und Kassensystemen
- Bereitschaft zu Schicht-, Samstags- und teils Sonntagsarbeit
- Belastbarkeit, Durchsetzungsvermögen und Konfliktfähigkeit
- Körperliche Eignung für langes Stehen und Warenhandling
- Für einige Branchen einwandfreies Führungszeugnis oder Sachkundenachweise
Wo man arbeitet
- Supermärkte und Discounter
- Drogerie-, Textil- und Elektrofachmärkte
- Bäckerei- und Systemgastronomiefilialen
- Filialen von Banken, Optikern und Telekommunikationsanbietern
- Tankstellen und Servicestationen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel, gefolgt von mehreren Jahren Verkaufspraxis und einer Zeit als stellvertretende Leitung. Viele Handelsketten bieten interne Nachwuchsprogramme von ein bis zwei Jahren an. Eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder ein BWL-Studium beschleunigt den Aufstieg, ist aber keine Bedingung.
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