Was macht ein Fahrzeugaufbereiter?
Fahrzeugaufbereiter bringen Fahrzeuge in einen Zustand, in dem sie verkauft, vermietet oder übergeben werden können. Die Arbeit beginnt meist mit der Außenreinigung: Vorwäsche mit dem Hochdruckreiniger, Felgen- und Insektenreiniger, Handwäsche, Trocknen. Danach folgt die Lackaufbereitung. Kratzer und Waschstraßenspuren werden mit Poliermaschine und unterschiedlichen Pads und Pasten herausgearbeitet, anschließend wird versiegelt, gewachst oder eine Keramikbeschichtung aufgetragen. Im Innenraum wird gesaugt, Polster und Teppiche werden mit Nass-Sauger oder Sprühextraktion gereinigt, Leder wird gereinigt und gepflegt, Kunststoffe werden aufgefrischt. Dazu kommen Geruchsbeseitigung mit Ozon, Tierhaarentfernung, Motorwäsche, Scheinwerferaufbereitung und das Beheben kleiner Lack- und Kunststoffschäden im Smart-Repair-Verfahren.
Im Autohaus arbeiten Aufbereiter nach Stückzahl: Gebrauchtwagen für die Ausstellungsfläche, Neuwagen für die Übergabe, Rücknahmen aus dem Leasing, für die ein Zustandsprotokoll erstellt wird. In Betrieben, die Privatkunden bedienen, ist der Anspruch anders: Dort wird an einem Fahrzeug auch zwei Tage gearbeitet, mit Lackdickenmessung und Politur in mehreren Stufen.
Wie wird man Fahrzeugaufbereiter?
Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Die meisten kommen als angelernte Kräfte in den Beruf, oft ohne einschlägige Vorbildung, und werden im Betrieb eingearbeitet. Wer aus dem Kfz-Bereich, der Lackiererei oder der Gebäudereinigung kommt, hat es leichter. Hersteller von Pflegemitteln und Politurmaschinen bieten mehrtägige Schulungen an, ebenso Handwerkskammern und private Anbieter, etwa zu Smart Repair, Keramikversiegelung oder Folierung. Ein Führerschein der Klasse B ist praktisch überall Bedingung, weil Fahrzeuge rangiert und geholt werden. Wer sich selbstständig machen will, braucht kaufmännisches Grundwissen und Kunden, die für aufwendige Aufbereitung zahlen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Stundenlanges Stehen, Bücken, Arbeiten über Kopf, Knien im Fußraum, dazu Vibration und Gewicht der Poliermaschine, die auf Handgelenke und Schultern geht. Es ist laut, es ist nass, und in Hallen ohne Heizung ist es im Winter kalt. Der Kontakt mit Reinigungschemie, Poliermittel und Staub verlangt Handschuhe und Atemschutz, Hautprobleme sind trotzdem häufig. Wer Allergien oder Rückenprobleme hat, sollte den Beruf genau prüfen.
Gearbeitet wird meist in Tagschicht, in Autohäusern mit festen Übergabeterminen kommen Überstunden und Samstagsarbeit dazu. Der Zeitdruck ist der schwierigste Teil: Wenn ein Fahrzeug mittags übergeben wird, muss es fertig sein, und Fehler fallen sofort auf, weil das Ergebnis sichtbar ist. Genauigkeit und ein Blick für Details sind wichtiger als Tempo allein, gefordert wird beides.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil. Solange Gebrauchtwagen gehandelt und Leasingfahrzeuge zurückgegeben werden, muss aufbereitet werden, und Autohäuser finden für diese Stellen oft schwer Personal. Entwicklungswege führen über Spezialisierung: Lackaufbereitung auf hohem Niveau, Smart Repair, Folierung und Scheibentönung, Keramikversiegelung. Damit lässt sich deutlich mehr verdienen als mit Standardreinigung. Viele wechseln später in die Werkstattorganisation, übernehmen die Leitung einer Aufbereitungsabteilung oder gründen einen eigenen Betrieb, teils mit mobilem Service.