Fahrer im Linienfahrdienst
Fahrer im Linienfahrdienst steuern Busse oder Straßenbahnen nach Fahrplan durch den öffentlichen Nahverkehr. Sie befördern Fahrgäste sicher und pünktlich, verkaufen Fahrkarten und sind im Fahrzeug die erste Ansprechperson.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Fahrer im Linienfahrdienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 2.950 € | 3.300 € | 35.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.850 € | 3.200 € | 3.550 € | 38.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.200 € | 3.550 € | 4.100 € | 42.600 € |
Entscheidend ist, ob ein kommunaler Betrieb nach dem Tarifvertrag Nahverkehr des jeweiligen Bundeslandes (TV-N) zahlt oder ein privates Busunternehmen nach einem Haus- oder Landestarif des privaten Omnibusgewerbes, der häufig niedriger liegt. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste sowie geteilte Dienste erhöhen das tatsächliche Einkommen spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Fahrer im Linienfahrdienst?
Fahrer im Linienfahrdienst fahren Stadtbusse, Überlandbusse oder Straßenbahnen auf festgelegten Linien nach Fahrplan. Vor Dienstbeginn übernehmen sie das Fahrzeug im Betriebshof oder an einer Ablösestelle und prüfen Beleuchtung, Bremsen, Türen, Spiegel und das Fahrscheingerät. Während der Fahrt halten sie den Takt, bedienen Haltestellen, achten auf Radfahrer, Fußgänger und den übrigen Verkehr und klappen die Rampe für Rollstühle oder Kinderwagen aus. Sie verkaufen und kontrollieren Fahrkarten, geben Auskunft zu Verbindungen und sagen Umleitungen an. Über Funk halten sie Kontakt zur Leitstelle, melden Verspätungen, Störungen, Unfälle oder Konflikte im Fahrzeug. Am Ende des Dienstes rechnen sie die Tageskasse ab und dokumentieren Schäden am Fahrzeug.
Wie wird man Fahrer im Linienfahrdienst?
Ein geregelter Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb oder zum Berufskraftfahrer mit Schwerpunkt Personenverkehr. Die meisten Fahrer kommen jedoch als Quereinsteiger in den Beruf. Sie brauchen den Führerschein der Klasse D und die Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz, die meist als beschleunigte Variante mit Prüfung bei der IHK erworben wird. Viele Verkehrsbetriebe übernehmen die Kosten dafür, wenn sich die Bewerber für einige Jahre an den Betrieb binden. Die Schulung dauert je nach Vorkenntnissen etwa zwei bis vier Monate. Alle fünf Jahre ist eine Weiterbildung von 35 Stunden Pflicht. Straßenbahnfahrer werden betriebsintern nach der BOStrab ausgebildet, dafür ist meist ein Pkw-Führerschein Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Der Dienst läuft im Schichtbetrieb von frühmorgens bis nach Mitternacht, an Wochenenden und Feiertagen. Verbreitet sind geteilte Dienste, bei denen zwischen Früh- und Spätteil eine lange unbezahlte Pause liegt, die man oft nicht sinnvoll nutzen kann. Langes Sitzen, Lärm, Hitze im Sommer und der dichte Stadtverkehr belasten Rücken und Nerven. Der Fahrplan lässt wenig Spielraum, Staus und Baustellen erzeugen Zeitdruck. Hinzu kommt der Umgang mit Fahrgästen: Beschwerden, Pöbeleien und vereinzelt Übergriffe gehören zum Alltag, vor allem in Abend- und Nachtdiensten. Wer den Beruf ausübt, braucht Ruhe, Konzentration über Stunden und eine stabile Gesundheit, die regelmäßig ärztlich überprüft wird. Die Bezahlung ist für die Verantwortung eher mäßig, mit Zuschlägen für Nacht- und Sonntagsarbeit wird sie besser.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch. In vielen Regionen fallen Fahrten aus, weil Fahrer fehlen, und ein großer Teil der Beschäftigten geht in den nächsten Jahren in Rente. Der geplante Ausbau des Nahverkehrs verschärft den Bedarf zusätzlich. Arbeitsplätze sind daher vergleichsweise sicher, auch für Menschen ohne Berufsabschluss oder mit Zuwanderungsgeschichte. Elektrobusse verändern die Fahrweise, ersetzen den Fahrer aber auf absehbare Zeit nicht. Mit Erfahrung ist der Wechsel zum Lehrfahrer, in die Leitstelle, in die Fahrdienstleitung oder über eine Weiterbildung zum Verkehrsmeister möglich. Auch der Reisebusverkehr steht mit derselben Qualifikation offen.
Aufgaben
- Fahrzeug vor Fahrtantritt auf Verkehrssicherheit prüfen
- Linien nach Fahrplan fahren und Haltestellen bedienen
- Fahrkarten verkaufen und kontrollieren
- Fahrgästen Auskunft zu Verbindungen und Tarifen geben
- Rampe für Rollstühle und Kinderwagen bedienen
- Mit der Leitstelle über Verspätungen und Störungen kommunizieren
- Tageskasse abrechnen und Schäden dokumentieren
Voraussetzungen
- Führerschein Klasse D für den Busverkehr oder betriebsinterne Ausbildung für die Straßenbahn
- Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz und Weiterbildung alle fünf Jahre
- Mindestalter je nach Qualifikationsweg meist 21 bis 24 Jahre
- Ärztliche Untersuchung und Sehtest, gute körperliche Belastbarkeit
- Einwandfreies Führungszeugnis und wenige Punkte im Fahreignungsregister
- Gute Deutschkenntnisse und Gelassenheit im Umgang mit Fahrgästen
Wo man arbeitet
- Kommunale Verkehrsbetriebe
- Private Busunternehmen im Auftrag von Verkehrsverbünden
- Regionalbusgesellschaften
- Straßenbahn- und Stadtbahnbetriebe
Der Weg in den Beruf
Üblich ist der Quereinstieg über den Führerschein Klasse D und die beschleunigte Grundqualifikation, was zusammen etwa zwei bis vier Monate dauert und oft vom Arbeitgeber bezahlt wird. Alternativ führt eine dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb oder zum Berufskraftfahrer zu einem IHK-Abschluss.
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- Offene Stellen
- 60
- Monatsbrutto
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- Offene Stellen
- 10
- Monatsbrutto
- 2.600 – 4.600 €
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