Triebfahrzeugführer
Triebfahrzeugführer steuern Züge im Personen- und Güterverkehr, überwachen die Technik ihres Fahrzeugs und sind während der Fahrt allein für die Sicherheit von Zug und Fahrgästen verantwortlich.
12 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Triebfahrzeugführer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 2.900 € | 3.200 € | 34.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.000 € | 3.400 € | 3.800 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.500 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € |
Bei der Deutschen Bahn und den meisten großen Bahnunternehmen gilt ein Branchentarifvertrag, häufig auf Basis des Bundesrahmentarifvertrags der Eisenbahnen oder der Tarifwerke mit EVG und GDL. Zum Grundgehalt kommen erhebliche Zulagen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sowie Übernachtungsgelder, die je nach Schichtlage mehrere hundert Euro im Monat ausmachen können; im Güterverkehr und bei kleineren Privatbahnen weichen die Grundvergütungen nach unten wie nach oben ab.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Triebfahrzeugführer?
Triebfahrzeugführer fahren Regionalzüge, S-Bahnen, Fernverkehrszüge, Güterzüge oder Rangierlokomotiven. Vor Dienstbeginn übernehmen sie das Fahrzeug, prüfen Bremsen, Beleuchtung, Sicherheitseinrichtungen und Zugdaten und tragen die Bremsberechnung in den Bremszettel ein. Während der Fahrt beobachten sie die Strecke, lesen Signale, halten den Fahrplan, bedienen Zugsicherungssysteme und reagieren auf Langsamfahrstellen und Betriebsstörungen. Im Personenverkehr kommen Türfreigabe, Abfertigung und Ansagen dazu, im Güterverkehr das Zusammenstellen und Rangieren von Wagen, das Kuppeln und die Kontrolle der Ladung.
Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Aufmerksamkeit über lange Zeiträume ohne äußere Ereignisse. Wird es unruhig, dann meist schlagartig: Störung an der Strecke, ausgefallene Signaltechnik, ein liegengebliebener Zug, eine Notbremsung, ein Personenunfall. Dann muss der Triebfahrzeugführer den Zug sichern, mit dem Fahrdienstleiter funken, Fahrgäste informieren und häufig auf eigene Faust eine kleinere Störung am Fahrzeug beheben.
Wie wird man Triebfahrzeugführer?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport. Sehr verbreitet ist daneben die Umschulung: Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung mitbringt, kann in etwa neun bis zwölf Monaten Vollzeit zum Triebfahrzeugführer qualifiziert werden. Diese Umschulungen bieten die Deutsche Bahn, private Bahnunternehmen und Bildungsträger an, oft gefördert über die Agentur für Arbeit. Am Ende steht die Prüfung nach Triebfahrzeugführerscheinverordnung; dazu kommen Zusatzbescheinigungen für jede Fahrzeugbaureihe und jede Strecke, die gefahren werden soll. Voraussetzung ist in jedem Fall eine betriebsärztliche und psychologische Tauglichkeitsuntersuchung.
Was der Beruf verlangt
Der Dienst läuft rund um die Uhr, an Wochenenden und Feiertagen. Frühschichten beginnen mitten in der Nacht, Spätdienste enden nach Mitternacht, dazwischen liegen geteilte Dienste und auswärtige Übernachtungen. Der Schichtplan bestimmt das Privatleben stärker als in fast jedem anderen Beruf. Die körperliche Belastung ist gering, die psychische erheblich: dauerhafte Konzentration, Alleinverantwortung, Zeitdruck bei Verspätungen und die reale Möglichkeit, in einen Personenunfall verwickelt zu werden. Betriebe stellen dafür Nachsorge und psychologische Betreuung bereit, doch viele Betroffene brauchen Monate bis zur Rückkehr in den Führerstand.
Die regelmäßigen Tauglichkeitsuntersuchungen sind verbindlich. Wer sie nicht besteht, verliert die Fahrberechtigung. Alkohol- und Drogenkontrollen gehören zum Betrieb. Fahrgastbeschwerden über Verspätungen treffen häufig das Personal, obwohl die Ursachen meist bei Infrastruktur und Disposition liegen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Ein großer Teil der Belegschaft geht in den kommenden Jahren in Rente, gleichzeitig wächst der Schienenverkehr. Sowohl die Deutsche Bahn als auch private Eisenbahnverkehrsunternehmen suchen dauerhaft Personal und finanzieren Umschulungen. Wer den Führerschein und Streckenkenntnis hat, findet fast überall Arbeit und kann den Arbeitgeber vergleichsweise leicht wechseln.
Entwicklungsmöglichkeiten gibt es als Lehrtriebfahrzeugführer, Ausbilder, Disponent, Fahrdienstleiter oder in der Betriebsleitung. Mit Zusatzqualifikation ist der Weg in die Eisenbahnbetriebsleitung oder in die Sicherheitsorganisation eines Unternehmens möglich.
Aufgaben
- Triebfahrzeuge im Personen- oder Güterverkehr führen
- Bremsprobe, Fahrzeugkontrolle und Bremsberechnung vor der Fahrt durchführen
- Signale beobachten und Zugsicherungssysteme bedienen
- Fahrplanzeiten einhalten und Verspätungen an die Leitstelle melden
- Störungen am Fahrzeug erkennen und einfache Fehler selbst beheben
- Wagen rangieren, kuppeln und Züge zusammenstellen
- Fahrgäste bei Störungen informieren und den Zug bei Unfällen sichern
Voraussetzungen
- abgeschlossene Berufsausbildung oder Ausbildung im Eisenbahnbetriebsdienst
- Mindestalter 20 Jahre für den Triebfahrzeugführerschein
- betriebsärztliche und psychologische Tauglichkeit, unter anderem Seh- und Hörvermögen sowie Farbtüchtigkeit
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst
- hohe Konzentrationsfähigkeit über lange Zeit und Belastbarkeit in Ausnahmesituationen
- gute Deutschkenntnisse für Funkverkehr und Regelwerke
- technisches Verständnis und Zuverlässigkeit
Wo man arbeitet
- Deutsche Bahn und Tochtergesellschaften
- private Eisenbahnverkehrsunternehmen im Regional- und Güterverkehr
- Verkehrsbetriebe mit S-Bahn, U-Bahn oder Straßenbahn
- Werk- und Hafenbahnen von Industrieunternehmen
- Personaldienstleister für Bahnpersonal
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport. Alternativ führt eine neun- bis zwölfmonatige Vollzeitumschulung zum Triebfahrzeugführerschein nach TfV. Ergänzend sind Baureihen- und Streckenkenntnisse zu erwerben, die regelmäßig aufgefrischt werden müssen.
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- Offene Stellen
- 49
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.300 €
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