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Logistik & Verkehr

Fahrer/Betreuer im Linienfahrdienst

Fahrer und Betreuer im Linienfahrdienst bringen Menschen mit Behinderung, Schulkinder mit Förderbedarf oder ältere Menschen auf festen Touren zu Werkstätten, Schulen und Tagespflegen und wieder nach Hause. Sie fahren, helfen beim Ein- und Aussteigen und sind während der Fahrt für die Fahrgäste da.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Fahrer/Betreuer im Linienfahrdienst verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.300 € 2.450 € 2.800 € 29.400 €
Mit Berufserfahrung 2.400 € 2.650 € 3.000 € 31.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.600 € 2.900 € 3.400 € 34.800 €

Viele private Fahrdienste zahlen nahe am gesetzlichen Mindestlohn, besser liegen Wohlfahrtsverbände mit Tarif, etwa nach DRK-Reformtarifvertrag, TVöD oder den AVR von Caritas und Diakonie. Weil echte Vollzeitstellen selten sind und unbezahlte Pausen zwischen den Touren üblich sind, hängt das tatsächliche Monatseinkommen vor allem von der Stundenzahl im Vertrag ab.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Fahrer/Betreuer im Linienfahrdienst?

Der Arbeitstag folgt einem festen Tourenplan. Am frühen Morgen wird das Fahrzeug übernommen, meist ein Kleinbus oder ein Transporter mit Rampe oder Hebebühne. Dann geht es von Haustür zu Haustür: Fahrgäste abholen, beim Einsteigen helfen, Rollstühle mit Gurtsystemen sichern, Anschnallgurte prüfen. Ziel sind Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Förderschulen, Kitas oder Tagespflegeeinrichtungen. Am Nachmittag läuft die Tour in umgekehrter Richtung. Zur Arbeit gehört, die Fahrgäste persönlich zu kennen: wer unruhig wird, wer einen Anfall bekommen kann, wer an der Tür von Angehörigen übergeben wird. Dazu kommen Fahrzeugkontrolle, Fahrtenbuch, Rückmeldungen an die Disposition bei Verspätungen oder Ausfällen und die Abstimmung mit Eltern, Betreuern und Einrichtungen. Bei manchen Diensten fährt eine zusätzliche Begleitperson mit, oft übernimmt der Fahrer beides.

Wie wird man Fahrer/Betreuer im Linienfahrdienst?

Eine eigene Ausbildung gibt es nicht. Der Beruf ist ein typischer Quereinstieg, auch für Menschen nach der Familienphase, im Ruhestand oder aus anderen Berufen. Verlangt wird ein Führerschein der Klasse B, für größere Fahrzeuge mit mehr als acht Fahrgastplätzen die Klasse D1 samt Berufskraftfahrer-Qualifikation. Je nach Art der Beförderung kommt der Personenbeförderungsschein hinzu. Die Arbeitgeber verlangen in der Regel ein erweitertes Führungszeugnis, weil mit Kindern und schutzbedürftigen Menschen gearbeitet wird. Eingearbeitet wird im Betrieb, meist mit Erste-Hilfe-Kurs, Schulung zur Rollstuhlsicherung und Einweisung in den Umgang mit Menschen mit Behinderung. Erfahrung in Pflege oder Betreuung hilft, ist aber selten Pflicht.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeit ist das größte Thema. Touren liegen am Morgen und am Nachmittag, dazwischen entsteht oft eine lange Pause, die nicht bezahlt wird. Deshalb sind viele Stellen Teilzeit oder Minijobs, echte Vollzeit gibt es eher bei Diensten mit zusätzlichen Fahrten tagsüber. In Schulferien und an Schließtagen der Einrichtungen fällt Arbeit weg, was je nach Vertrag zu weniger Stunden führt. Der Beginn liegt früh, oft vor sechs Uhr. Körperlich fordern das Schieben und Sichern von Rollstühlen und das Stützen von Fahrgästen. Hinzu kommen Stadtverkehr, Baustellen, Glätte im Winter und der Zeitdruck, alle pünktlich anzuliefern. Fahrgäste können aggressiv, ängstlich oder gesundheitlich instabil sein, auch in Notfällen muss jemand ruhig bleiben. Geduld und Verlässlichkeit sind wichtiger als Tempo. Die Bezahlung liegt bei vielen Anbietern nahe am Mindestlohn.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil bis hoch. Werkstätten, Förderschulen und Tagespflegen brauchen jeden Tag Beförderung, und viele Dienste suchen dauerhaft Personal, gerade für Vertretungen. Die Einstiegshürde ist niedrig, die Aufstiegsmöglichkeiten sind begrenzt. Möglich sind der Wechsel in die Disposition oder Fahrdienstleitung, der Erwerb der Führerscheinklasse D1 oder D für größere Fahrzeuge oder ein Übergang in den Krankentransport nach einer Weiterbildung zum Rettungshelfer. Manche nutzen den Fahrdienst auch als Einstieg in die Betreuung und lassen sich anschließend zur Betreuungskraft oder Heilerziehungspflegehilfe qualifizieren.

Aufgaben

  • Fahrgäste nach festem Tourenplan zu Hause abholen und zur Einrichtung bringen
  • Beim Ein- und Aussteigen helfen und Rollstühle im Fahrzeug sichern
  • Fahrgäste während der Fahrt beaufsichtigen und beruhigen
  • Fahrgäste an Einrichtungen und Angehörige übergeben
  • Fahrzeug vor Fahrtantritt auf Sicherheit und Sauberkeit prüfen
  • Fahrtenbuch und Anwesenheitslisten führen
  • Verspätungen, Ausfälle und Vorfälle an die Disposition melden
  • Im Notfall Erste Hilfe leisten und Rettungsdienst verständigen

Voraussetzungen

  • Führerschein Klasse B, für größere Fahrzeuge Klasse D1
  • Je nach Beförderungsart Personenbeförderungsschein
  • Erweitertes Führungszeugnis
  • Erste-Hilfe-Kenntnisse, meist durch betriebliche Schulung
  • Geduld, Ruhe und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Menschen mit Behinderung
  • Körperliche Belastbarkeit zum Schieben und Sichern von Rollstühlen
  • Pünktlichkeit und Bereitschaft zu frühem Arbeitsbeginn

Wo man arbeitet

  • Wohlfahrtsverbände wie DRK, ASB, Johanniter oder Malteser
  • Private Fahrdienste für Menschen mit Behinderung
  • Träger von Werkstätten für Menschen mit Behinderung
  • Träger von Förderschulen und Tagespflegen
  • Taxi- und Mietwagenunternehmen mit Schülerbeförderung

Der Weg in den Beruf

Ein geregelter Ausbildungsberuf existiert nicht, der Einstieg erfolgt über eine betriebliche Einarbeitung von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Voraussetzung sind ein Führerschein Klasse B, ein erweitertes Führungszeugnis und je nach Beförderungsart der Personenbeförderungsschein. Für Fahrzeuge mit mehr als acht Fahrgastplätzen kommen die Klasse D1 und die Berufskraftfahrer-Qualifikation hinzu.

Offene Stellen als Fahrer/Betreuer im Linienfahrdienst

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