Fahrer
Fahrer transportieren Personen oder Güter auf der Straße – vom Paketzustellfahrzeug über den Lkw bis zum Transporter im Werksverkehr. Der Beruf verbindet Fahrpraxis mit Verantwortung für Ladung, Termine und Verkehrssicherheit.
26 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Fahrer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.200 € | 2.500 € | 2.900 € | 30.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.600 € | 3.000 € | 3.500 € | 36.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 2.900 € | 3.400 € | 4.200 € | 40.800 € |
Entscheidend sind Führerscheinklasse, Einsatzart und Tarifbindung: Der Bundesentgelttarifvertrag für das Speditions- und Logistikgewerbe sowie regionale Tarife liegen meist über dem, was Subunternehmer in der Paketzustellung zahlen. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit, Spesen im Fernverkehr sowie Zusatzqualifikationen wie Gefahrgut oder Tanktransport erhöhen das Einkommen deutlich; im öffentlichen Dienst richtet sich die Bezahlung nach dem TVöD.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Fahrer?
Fahrer bringen Waren, Material oder Menschen von A nach B. Der Alltag hängt stark vom Einsatzgebiet ab: In der Paketzustellung sind es 120 bis 180 Stopps am Tag, viel Ein- und Aussteigen, Treppen, Klingelschilder und Handscanner. Im Nahverkehr mit dem 7,5-Tonner fährt man feste Touren zu Filialen oder Baustellen, lädt mit Hubwagen oder Ameise ab und lässt Lieferscheine quittieren. Im Fernverkehr stehen lange Etappen auf der Autobahn, Lenkzeiten am digitalen Kontrollgerät und Übernachtungen in der Kabine an. Dazu kommen in jedem Fall die Kontrollen vor der Fahrt: Reifen, Beleuchtung, Ölstand, Ladungssicherung mit Gurten und Sperrstangen. Wer Personen fährt – im Fahrdienst einer Klinik, im Werksshuttle, im Mietwagen- oder Taxiverkehr – trägt zusätzlich Verantwortung für Fahrgäste, oft auch für Menschen mit Einschränkungen.
Wie wird man Fahrer?
Es gibt zwei Wege. Für Transporter bis 3,5 Tonnen genügt der Führerschein der Klasse B, viele Betriebe schulen Neueinsteiger in wenigen Tagen ein. Für Lkw braucht man die Klasse C1, C oder CE und zusätzlich die Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz, für Busse die Klasse D. Diese Erweiterungen kosten mehrere Tausend Euro; die Bundesagentur für Arbeit fördert sie über einen Bildungsgutschein häufig vollständig, und auch Speditionen übernehmen die Kosten gegen eine Bindungsfrist. Der geordnete Weg ist die dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer, die neben dem Fahren auch Ladungssicherung, Technik und Logistikabläufe vermittelt. Alle fünf Jahre ist eine Weiterbildung von 35 Stunden Pflicht. Quereinstieg ist in kaum einem anderen Beruf so verbreitet – Vorbeschäftigung spielt eine geringe Rolle, ein sauberes Führungszeugnis und ein Fahreignungsregister ohne größere Einträge dagegen sehr wohl.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist körperlich anstrengender, als das Sitzen am Lenkrad vermuten lässt. Zustellfahrer heben täglich mehrere Tonnen Paketgewicht, im Stückgutverkehr wird von Hand rangiert, und der Rücken merkt sich das. Die Arbeitszeiten beginnen früh, oft zwischen fünf und sechs Uhr, und dehnen sich bei Staus und Verzögerungen aus. Termindruck ist Dauerzustand: Zeitfenster an der Rampe, Wartezeiten, die niemand bezahlt, verärgerte Empfänger. Im Fernverkehr kommt Zeit weg von der Familie hinzu, im Personenverkehr Schichtdienst an Wochenenden. Fahrer arbeiten meist allein und tragen dabei eine hohe Verantwortung – ein Fahrfehler oder eine schlecht gesicherte Ladung kann Menschen gefährden. Wer Ordnung, Ruhe und Pünktlichkeit mitbringt und mit Alleinsein gut umgehen kann, ist hier richtig.
Aussichten
Der Fahrermangel in Deutschland ist erheblich: Jährlich gehen deutlich mehr Fahrer in Rente als nachrücken, und Güterverkehr wie Paketmengen wachsen weiter. Wer eine gültige Lkw-Fahrerlaubnis hat, findet in nahezu jeder Region Arbeit, oft binnen Tagen. Die Kehrseite: Der Preisdruck in der Branche drückt auf die Löhne, besonders bei Subunternehmern in der Paketzustellung. Bessere Bedingungen finden sich in tarifgebundenen Betrieben, im kommunalen Bereich und im Werksverkehr großer Industrieunternehmen. Entwicklungswege führen über Zusatzqualifikationen wie Gefahrgut, Kran, Tank- oder Schwertransport zu höherem Verdienst, weiter in die Disposition, in die Ausbildung von Fahrern oder zum Fuhrparkleiter. Automatisiertes Fahren wird den Beruf mittelfristig verändern, ihn aber im Verteilverkehr auf absehbare Zeit nicht ersetzen.
Aufgaben
- Waren, Material oder Personen nach festem Tourenplan transportieren
- Fahrzeug vor Fahrtbeginn auf Verkehrssicherheit prüfen
- Ladung mit Gurten, Sperrstangen und Antirutschmatten sichern
- Be- und Entladen, teils von Hand, teils mit Hubwagen oder Stapler
- Lieferscheine, Frachtpapiere und Übergaben digital oder auf Papier dokumentieren
- Lenk- und Ruhezeiten einhalten und im Kontrollgerät erfassen
- Route bei Staus, Sperrungen oder Zusatzaufträgen anpassen
- Kundenkontakt bei Übergabe, Retouren und Reklamationen
Voraussetzungen
- Führerschein Klasse B für Transporter, C/CE für Lkw, D für Bus
- Grundqualifikation nach Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz bei gewerblichem Güter- und Personenverkehr
- Fahreignungsregister ohne schwerwiegende Einträge, je nach Einsatz erweitertes Führungszeugnis
- Körperliche Belastbarkeit für Heben, Tragen und langes Sitzen
- Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Orientierungssinn
- Deutschkenntnisse für Papiere, Kundenkontakt und Disposition
- Ärztliche und augenärztliche Untersuchung bei den höheren Führerscheinklassen
Wo man arbeitet
- Speditionen und Logistikdienstleister
- Paket- und Kurierdienste
- Handels- und Industriebetriebe mit eigenem Fuhrpark
- Verkehrsbetriebe, Taxi- und Mietwagenunternehmen
- Bau- und Entsorgungsunternehmen
- Kliniken, Pflegedienste und soziale Einrichtungen mit Fahrdienst
Der Weg in den Beruf
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Häufiger ist der Quereinstieg über den Erwerb der Fahrerlaubnis C oder CE samt Grundqualifikation, meist in zwei bis sechs Monaten Vollzeit und oft über einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur finanziert. Für Fahrten mit Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen genügt die Klasse B und eine betriebliche Einweisung.
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Verwandte Berufe
Berufskraftfahrer
Berufskraftfahrer transportieren Güter oder Personen mit Lkw, Sattelzügen oder Bussen und sind für Ladung, Fahrzeug und Papiere verantwortlich. Der Arbeitsalltag findet überwiegend auf der Straße statt, oft mit langen Standzeiten und Nächten unterwegs.
- Offene Stellen
- 49
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.300 €
Busfahrer
Busfahrerinnen und Busfahrer befördern Menschen im Linien-, Reise- oder Werksverkehr, halten Fahrpläne ein und sorgen für die Sicherheit der Fahrgäste. Die Arbeit findet meist im Schichtdienst statt, auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen.
- Offene Stellen
- 10
- Monatsbrutto
- 2.300 – 3.900 €
Disponent
Disponenten planen den Einsatz von Fahrzeugen, Waren, Aufträgen oder Personal und halten Termine, Kosten und gesetzliche Vorgaben im Blick. Sie sind die Schaltstelle zwischen Kunden, Fahrern, Lager und Verwaltung.
- Offene Stellen
- 53
- Monatsbrutto
- 2.500 – 5.500 €
Fachkraft für Lagerlogistik
Fachkräfte für Lagerlogistik nehmen Waren an, lagern sie ein, stellen Sendungen zusammen und versenden sie. Sie steuern Warenströme im Lager und arbeiten mit Gabelstapler, Scanner und Lagerverwaltungssoftware.
- Offene Stellen
- 90
- Monatsbrutto
- 2.300 – 4.500 €
Kurierfahrer
Kurierfahrer transportieren Pakete, Dokumente und Waren zwischen Versendern und Empfängern, meist mit Transporter oder Pkw im Nahverkehr. Der Arbeitstag besteht aus festen Touren, engen Zeitfenstern und vielen Stopps.
- Offene Stellen
- 11
- Monatsbrutto
- 2.100 – 3.500 €
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