Was macht eine Fachkraft für Lagerlogistik?
Der Arbeitstag beginnt oft an der Rampe. Lkw werden entladen, Paletten mit dem Gabelstapler oder Hubwagen abgesetzt, Lieferscheine mit der Bestellung verglichen, Stückzahlen gezählt, Verpackungen auf Beschädigungen geprüft. Was in Ordnung ist, wird im Lagerverwaltungssystem gebucht und auf einen freien Stellplatz gebracht. Was fehlt oder kaputt ist, wird dokumentiert und gemeldet.
Der zweite große Teil ist der Warenausgang. Nach Kommissionierlisten oder Anweisungen auf einem Handscanner werden Artikel aus den Regalen geholt, zu einer Sendung zusammengestellt, verpackt, gewogen, beschriftet und für den Versand bereitgestellt. Gefahrgut braucht besondere Kennzeichnung, Exportsendungen zusätzliche Papiere. Dazu kommen Inventuren, Bestandskorrekturen, das Optimieren von Laufwegen und Lagerplätzen sowie die Pflege der Flurförderzeuge. In größeren Betrieben kommt Technik ins Spiel: Fördertechnik, automatische Regalbediengeräte, Pick-by-Voice.
Wie wird man Fachkraft für Lagerlogistik?
Über eine dreijährige duale Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule. Die meisten Betriebe starten im August oder September. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen viele Unternehmen mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Wichtig sind Grundrechnen, Sorgfalt und die Bereitschaft, körperlich zu arbeiten. Nach zwei Jahren ist auch der kürzere Abschluss als Fachlagerist möglich, der sich anrechnen lässt.
Der Quereinstieg ist verbreitet: Viele beginnen als Lagerhelfer, erwerben den Staplerschein und arbeiten sich ein. Die Prüfung lässt sich später als Externenprüfung nachholen, wenn genügend Berufserfahrung vorliegt. Mit Abschluss und Erfahrung folgen Weiterbildungen zum Logistikmeister oder zur Fachwirtin für Logistiksysteme.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich. Heben, Tragen, Bücken, langes Stehen und Gehen gehören dazu, in Kühl- und Tiefkühllagern kommt Kälte hinzu, in Hallen ohne Klimatisierung im Sommer Hitze. Zugluft an den Rampen ist normal. Rückenprobleme sind in der Branche ein bekanntes Thema.
Schichtarbeit ist die Regel, häufig Frühschicht ab fünf oder sechs Uhr, Spätschicht, in Versandzentren auch Nachtschicht und Samstagsarbeit. Vor Feiertagen und im Weihnachtsgeschäft steigt der Druck deutlich, Leistungsvorgaben pro Stunde sind in vielen Betrieben üblich und werden über die Scanner mitgeschrieben. Fehler wirken sich unmittelbar aus: eine falsch gebuchte Palette ist im System verschwunden, eine falsch gepackte Sendung geht zurück. Wer Verantwortung für einen Stapler übernimmt, muss zudem konzentriert und umsichtig fahren, Unfälle im Lager sind selten harmlos.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und regional hoch, besonders rund um Logistikzentren, Häfen und Autobahnknoten. Wer einen Abschluss und Erfahrung mitbringt, findet in der Regel schnell eine Stelle, Zeitarbeit ist als Einstieg allerdings verbreitet. Automatisierung verändert die Tätigkeit: Einfaches Kommissionieren wird zunehmend von Anlagen übernommen, dafür wächst der Bedarf an Leuten, die Systeme bedienen, Störungen beheben und Bestände sauber führen.
Entwicklungswege führen über Vorarbeiter- und Teamleitungspositionen, den Logistikmeister, die Ausbildereignung oder eine Spezialisierung auf Gefahrgut, Zoll oder Lagerverwaltungssoftware. Auch der Wechsel in Disposition oder Arbeitsvorbereitung ist möglich.