Was macht ein Elektroniker für Geräte und Systeme?
Im Mittelpunkt stehen elektronische Geräte und Baugruppen: Leiterplatten, Steuergeräte, Messtechnik, Kommunikationstechnik, Sensorik. Elektroniker für Geräte und Systeme bestücken und löten Platinen, verdrahten Schaltschränke und Gehäuse, konfektionieren Kabelbäume und setzen Module zu funktionsfähigen Geräten zusammen. Danach folgt das Prüfen: Spannungen und Signale messen, mit Oszilloskop und Multimeter arbeiten, Prüfprogramme durchlaufen lassen, Messwerte dokumentieren.
Ein großer Teil der Arbeit ist Fehlersuche. Wenn ein Gerät im Test durchfällt, muss die Ursache gefunden werden: kalte Lötstelle, falsch bestückter Bauteilwert, Softwarestand, Kontaktproblem. Dazu kommen Software auf Geräte aufspielen, Parameter einstellen, Geräte kalibrieren und Reparaturen an Rückläufern. In vielen Betrieben gehört auch mit dazu, Prototypen für die Entwicklungsabteilung aufzubauen, Fertigungsunterlagen zu prüfen und Verbesserungen an Montageabläufen vorzuschlagen. Wer in der Instandhaltung oder im Service arbeitet, ist auch beim Kunden vor Ort im Einsatz.
Wie wird man Elektroniker für Geräte und Systeme?
Über eine duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren im Industriebereich, abgeschlossen mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Betriebe erwarten meist einen guten Realschulabschluss, Physik und Mathematik sollten nicht abgeschreckt haben. Der Unterricht in der Berufsschule behandelt Elektrotechnik, Digitaltechnik, Messtechnik und Programmierung, im Betrieb wird gefertigt und geprüft.
Ein Quereinstieg ist begrenzt möglich: In der Serienmontage werden auch Angelernte eingesetzt, allerdings mit deutlich engerem Aufgabenzuschnitt und geringerer Bezahlung. Wer aus einem verwandten Elektroberuf kommt, kann sich einarbeiten; für die selbstständige Prüfung und Freigabe von Geräten verlangen Betriebe in der Regel den Facharbeiterabschluss. Eine Umschulung über die Arbeitsagentur ist bei entsprechender Vorbildung ein üblicher Weg.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist fein und ausdauernd. Löten unter dem Stereomikroskop, Bauteile im Millimeterbereich, Verdrahtungen nach Plan: Wer keine ruhige Hand hat oder ungeduldig wird, tut sich schwer. Gute Augen und Farbsehen sind praktisch Voraussetzung, weil Bauteile und Leitungen über Farbcodes identifiziert werden. Sorgfalt zählt mehr als Tempo, gleichzeitig gibt es in der Serienfertigung Stückzahlvorgaben.
Gearbeitet wird meist in Hallen, Prüffeldern oder Reinbereichen im Sitzen oder Stehen an einem Platz, teilweise in Wechselschicht, in kontinuierlicher Produktion auch nachts und am Wochenende. Lötdämpfe, Zugluft und Absaugung gehören dazu. Belastend ist für viele die Monotonie in Serienlosen und der Umgang mit Vorschriften: ESD-Schutz, Prüfprotokolle, Rückverfolgbarkeit, Normen. Fehler sind teuer, entsprechend genau wird dokumentiert. Wer im Service arbeitet, muss mit Reisen und Zeitdruck unter Kundenbeobachtung rechnen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil Elektronik in Maschinenbau, Medizintechnik, Fahrzeugtechnik, Energietechnik und Automatisierung überall verbaut wird und Fachkräfte in der Prüf- und Instandhaltungstechnik knapp sind. Reine Handmontage in großen Stückzahlen wird dagegen weiter automatisiert oder verlagert; sicher steht wer, misst, prüft, programmiert und Fehler findet.
Entwicklungswege führen über den Industriemeister Elektrotechnik, den staatlich geprüften Techniker oder eine Spezialisierung in Prüffeld, Qualitätssicherung, Applikation oder technischem Service. Mit Fachabitur oder über die Meisterqualifikation ist ein Studium in Elektrotechnik oder Mechatronik möglich.