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Technik & Ingenieurwesen

Elektroniker für Windenergieanlagen

Elektroniker für Windenergieanlagen montieren, prüfen und reparieren die elektrische Technik von Windrädern an Land und auf See. Der Arbeitsplatz liegt meist 80 bis 150 Meter über dem Boden, in der Gondel oder im Turm.

8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektroniker für Windenergieanlagen verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.900 € 4.600 € 46.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.000 € 4.700 € 5.800 € 56.400 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Einsatzort: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder Haustarifen großer Hersteller liegen die Grundgehälter deutlich über denen kleiner Servicefirmen. Offshore-, Montage- und Rufbereitschaftszulagen sowie Auslöse können das Monatseinkommen um mehrere Hundert bis über tausend Euro erhöhen und sind hier nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektroniker für Windenergieanlagen?

Der Beruf besteht zu großen Teilen aus Wartung und Störungsbehebung an bestehenden Anlagen. Ein Serviceteam fährt morgens zu einem Windpark, sichert die Anlage gegen Wiedereinschalten, steigt über Leiter oder Aufzug in die Gondel und arbeitet dort Wartungspläne ab: Klemmen nachziehen, Isolationswiderstände messen, Schleifringe und Bremsen prüfen, Umrichter und Frequenzumformer kontrollieren, Sensoren und Wetterstation tauschen, Steuerungssoftware aufspielen. Kommt eine Störmeldung aus der Leitwarte, beginnt die Fehlersuche an Schaltschrank, Pitch-System oder Generator - oft mit Stromlaufplan, Messgerät und Diagnosesoftware des Herstellers.

Daneben gibt es die Montage: Bei der Errichtung neuer Anlagen werden Kabel im Turm gezogen, Schaltschränke gesetzt, Trafostationen angeschlossen und die Anlage in Betrieb genommen. Jeder Arbeitsschritt wird dokumentiert, weil Prüfprotokolle und Nachweise über Anzugsmomente Teil der Gewährleistung sind.

Wie wird man Elektroniker für Windenergieanlagen?

Einen eigenen Ausbildungsberuf mit diesem Namen gibt es nicht. Der übliche Weg führt über eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik, zum Mechatroniker oder zum Industrieelektriker, teils auch über den Beruf Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik. Manche Hersteller und Servicefirmen bilden bereits im Betrieb an Windenergieanlagen aus, andere stellen fertige Elektrofachkräfte ein und schulen sie nach.

Vor dem ersten Einsatz stehen Pflichtschulungen: Höhenarbeit und Selbstrettung, Erste Hilfe, Brandschutz, Arbeiten unter Spannung. Im Offshore-Bereich kommen die GWO-Module samt Sea Survival und Hubschrauberrettung hinzu. Quereinstieg ist realistisch für Elektriker aus dem Anlagenbau, dem Handwerk oder von der Bundeswehr, kaum jedoch ohne elektrotechnische Grundqualifikation.

Was der Beruf verlangt

Schwindelfreiheit allein reicht nicht. Die Eignungsuntersuchung für Arbeiten mit Absturzgefahr (G 41) muss regelmäßig wiederholt werden, und wer sie nicht besteht, kann in der Gondel nicht arbeiten. Der Aufstieg mit Werkzeug und Ersatzteilen ist körperlich anstrengend, die Gondel ist eng, im Sommer heiß, im Winter kalt. Bei zu starkem Wind ruht die Arbeit.

Onshore heißt der Alltag Montage- und Reisetätigkeit: Servicegebiete sind groß, Übernachtungen unterwegs sind Regel, nicht Ausnahme. Offshore wird in Schichten von zwei bis drei Wochen auf einem Wohnschiff oder einer Plattform gearbeitet, danach folgt eine entsprechende Freiphase - familienfreundlich ist das nur bedingt. Rufbereitschaft und Wochenendeinsätze bei Anlagenstillstand gehören dazu, weil jede Stunde Ausfall Erlös kostet. Sicherheitsvorschriften sind streng und werden kontrolliert; Nachlässigkeit ist in dieser Höhe nicht folgenlos.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Der Anlagenbestand in Deutschland wächst, Altanlagen brauchen umso mehr Wartung, und der Ausbau auf See ist politisch gesetzt. Servicefirmen, Hersteller und Betreiber suchen seit Jahren mehr Fachkräfte, als der Markt hergibt. Entwicklungswege führen zum Teamleiter oder Einsatzkoordinator, über die Meisterprüfung oder den Techniker in die Serviceleitung, in die technische Betriebsführung, ins Qualitätsmanagement oder in die Inbetriebnahme neuer Anlagentypen im Ausland. Wer die Reisetätigkeit nicht dauerhaft durchhält, findet mit der Erfahrung Anschluss in Leitwarten, im technischen Innendienst oder in der Schulung.

Aufgaben

  • Wartungspläne an Gondel, Turm und Trafostation abarbeiten
  • Elektrische Störungen an Umrichter, Pitch- und Bremssystem eingrenzen
  • Schaltschränke, Sensoren und Antriebe tauschen und anschließen
  • Isolations-, Durchgangs- und Erdungsmessungen durchführen
  • Anlagen freischalten, sichern und wieder in Betrieb nehmen
  • Kabel ziehen und Komponenten bei der Errichtung montieren
  • Steuerungssoftware aktualisieren und Parameter anpassen
  • Prüfprotokolle und Serviceberichte digital dokumentieren

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem elektrotechnischen Beruf
  • Höhentauglichkeit nach arbeitsmedizinischer Untersuchung G 41
  • Führerschein Klasse B, häufig auch BE oder C1
  • Bereitschaft zu Montageeinsätzen, Rufbereitschaft und Offshore-Schichten
  • Gute körperliche Belastbarkeit und Trittsicherheit
  • Englischkenntnisse für Herstellerdokumentation und internationale Teams
  • Sorgfalt beim Einhalten von Sicherheits- und Schaltberechtigungsregeln

Wo man arbeitet

  • Servicefirmen für Windenergieanlagen
  • Anlagenhersteller mit eigenem Kundendienst
  • Betreiber und technische Betriebsführer von Windparks
  • Montage- und Errichtungsunternehmen
  • Offshore-Windparks mit Wohnschiff oder Plattform

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, meist zum Elektroniker für Betriebstechnik oder zum Mechatroniker, mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Die Spezialisierung auf Windenergieanlagen erfolgt anschließend im Betrieb sowie über Pflichtschulungen zu Höhenarbeit, Rettung und Elektrosicherheit, offshore zusätzlich über die GWO-Module. Eine zweijährige Ausbildung zum Industrieelektriker ist ein möglicher Einstieg mit späterer Aufstockung.

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