Elektroniker / Elektriker mit Schwachstromkenntnissen
Elektroniker mit Schwachstromkenntnissen installieren, prüfen und warten elektrische Anlagen und zusätzlich Systeme mit niedriger Spannung wie Brandmeldeanlagen, Netzwerk- und Sicherheitstechnik. Sie arbeiten auf Baustellen, in Gebäuden und in Industriebetrieben.
10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Elektroniker / Elektriker mit Schwachstromkenntnissen verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.600 € | 2.950 € | 3.400 € | 35.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.100 € | 3.600 € | 4.200 € | 43.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.700 € | 4.300 € | 5.200 € | 51.600 € |
Entscheidend sind Tarifbindung und Region: In Betrieben nach dem Tarifvertrag des Elektrohandwerks oder nach IG-Metall-Tarif liegen die Löhne deutlich über denen kleiner, nicht tarifgebundener Betriebe, im Süden über denen im Osten. Montagezuschläge, Rufbereitschaft und Überstunden erhöhen das tatsächliche Einkommen oft spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Elektroniker mit Schwachstromkenntnissen?
Der Arbeitstag teilt sich meist zwischen Starkstrom und Schwachstrom auf. Zum Starkstrombereich gehören das Verlegen von Leitungen, das Setzen von Dosen und Verteilern, der Anschluss von Unterverteilungen, Steckdosen, Beleuchtung und Maschinen sowie das Messen und Protokollieren nach DIN VDE 0100. Der Schwachstrombereich umfasst alles, was mit kleinen Spannungen und Signalen arbeitet: strukturierte Netzwerkverkabelung mit Cat-7-Leitungen und Patchfeldern, Brandmelde- und Einbruchmeldeanlagen, Video- und Zutrittskontrolltechnik, Sprechanlagen, KNX- oder BUS-Systeme in der Gebäudeautomation, Antennen- und Lautsprecheranlagen.
Dazu kommt Programmierung und Parametrierung: Melder in eine Brandmeldezentrale einlesen, KNX-Aktoren adressieren, Netzwerkstrecken mit dem Messgerät zertifizieren, Fehler in einer Busleitung suchen. Ein großer Teil der Arbeit ist Fehlersuche im Bestand, oft in Gebäuden, deren Dokumentation lückenhaft ist. Wiederkehrende Prüfungen von Sicherheitsanlagen und ortsveränderlichen Geräten gehören ebenfalls dazu, dokumentiert und unterschrieben.
Wie wird man Elektroniker mit Schwachstromkenntnissen?
Grundlage ist eine duale Ausbildung, meist zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, alternativ für Informations- und Telekommunikationstechnik oder für Gebäudesystemintegration. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und endet mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Schwachstromkenntnisse werden teilweise in der Ausbildung vermittelt, entstehen aber vor allem durch Betriebspraxis und Herstellerschulungen, etwa für Brandmeldezentralen von Bosch, Siemens oder Hekatron, für KNX oder für Netzwerktechnik.
Quereinstieg ist möglich, aber begrenzt. Wer aus einem verwandten technischen Beruf kommt, kann sich über eine Externenprüfung oder eine verkürzte Umschulung qualifizieren. Ohne formale Qualifikation darf man an elektrischen Anlagen nicht selbstständig arbeiten; als elektrotechnisch unterwiesene Person sind nur eng begrenzte Tätigkeiten erlaubt. Für die Instandhaltung von Brandmeldeanlagen verlangen Hersteller und Normen zusätzliche Nachweise.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist körperlich fordernd: Über-Kopf-Arbeit an Decken, Knien in Doppelböden, Leitern und Gerüste, Bohren in Beton, Staub und Lärm auf Rohbaustellen. Wechselnde Einsatzorte bedeuten Fahrzeiten, teils Montage mit Übernachtung. Bei Wartung und Störungsdienst kommen Rufbereitschaft, Wochenend- oder Nachteinsätze hinzu, weil Anlagen im laufenden Betrieb nicht abgeschaltet werden können.
Der Umgang mit Spannung verlangt Disziplin. Die fünf Sicherheitsregeln sind nicht verhandelbar, ein Fehler kann tödlich enden. Farbtüchtigkeit ist erforderlich, Höhentauglichkeit meist ebenfalls. Termindruck auf Baustellen und Koordination mit anderen Gewerken gehören zum Alltag, ebenso die Dokumentation, die viele als lästig empfinden, die aber rechtlich zählt. Die Technik ändert sich schnell, wer bei IP-Systemen und Gebäudeautomation nicht nachlernt, verliert Anschluss.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Gebäudeautomation, Sicherheitstechnik, Ladeinfrastruktur, Photovoltaik und Wärmepumpen binden Kapazitäten, gleichzeitig gehen viele Fachkräfte in Rente. Wer Stark- und Schwachstrom beherrscht, ist besonders gesucht, weil beide Bereiche in modernen Gebäuden zusammenwachsen.
Entwicklungswege führen über die Position des Vorarbeiters oder Obermonteurs zum Meister oder Techniker, danach in Bauleitung, Serviceleitung oder Planung. Auch die Spezialisierung auf ein Feld wie Brandmeldetechnik, KNX-Systemintegration oder Netzwerkinfrastruktur ist ein gangbarer Weg. Mit dem Meisterbrief steht die Selbstständigkeit offen, ebenso ein anschließendes Studium der Elektrotechnik.
Aufgaben
- Leitungen verlegen, Verteilungen aufbauen und Anlagen anschließen
- Netzwerk- und Datenverkabelung installieren und messtechnisch zertifizieren
- Brandmelde-, Einbruchmelde- und Videoanlagen montieren und in Betrieb nehmen
- KNX- und BUS-Komponenten parametrieren und programmieren
- Anlagen nach DIN VDE prüfen und Messprotokolle erstellen
- Störungen in Bestandsanlagen suchen und beheben
- Wartungen und wiederkehrende Prüfungen durchführen
- Arbeiten dokumentieren und mit anderen Gewerken abstimmen
Voraussetzungen
- abgeschlossene Ausbildung in einem Elektroberuf oder gleichwertige Qualifikation
- Kenntnisse der einschlägigen VDE-Vorschriften und der fünf Sicherheitsregeln
- Grundverständnis für Netzwerk-, Bus- und Sicherheitstechnik
- Führerschein Klasse B für den Einsatz auf wechselnden Baustellen
- Farbtüchtigkeit, Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit
- Sorgfalt bei Messung und Dokumentation
- Bereitschaft zu Weiterbildung und Herstellerschulungen
Wo man arbeitet
- Elektroinstallationsbetriebe im Handwerk
- Errichter für Sicherheits- und Brandmeldetechnik
- Systemhäuser für Netzwerk- und Gebäudetechnik
- Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
- Facility-Management-Unternehmen
- kommunale Betriebe und Wohnungsgesellschaften
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder für Gebäudesystemintegration, die mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer endet. Schwachstromkenntnisse vertieft man anschließend über Herstellerschulungen für Brandmelde-, Netzwerk- und KNX-Technik. Für Quereinsteiger gibt es Umschulungen, die je nach Vorerfahrung zwei bis drei Jahre dauern.
Offene Stellen als Elektroniker / Elektriker mit Schwachstromkenntnissen
In der Suche fortsetzenElektroniker / Elektriker mit Schwachstromkenntnissen - Gebiet Verden/Rotenburg (w/m/div.)
Elektroniker / Elektriker mit Schwachstromkenntnissen - Gebiet Biberach an der Riß (w/m/div.)
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