Was macht ein Elektromonteur für Nieder- und Mittelspannung?
Der Beruf dreht sich um die Verteilung elektrischer Energie zwischen Umspannwerk und Hausanschluss. Elektromonteure ziehen Erdkabel in Gräben ein, setzen Kabelmuffen und Endverschlüsse, montieren Ortsnetzstationen und Verteilerschränke und schließen Hausanschlüsse an. In Mittelspannungsanlagen bauen sie Schaltfelder ein, verdrahten Schutz- und Meldetechnik und führen Schalthandlungen nach Anweisung der Netzleitstelle aus. Ein großer Teil der Arbeit ist Instandhaltung: Anlagen prüfen, Isolationswiderstände messen, Erdungen kontrollieren, Fehlerorte in Kabelstrecken eingrenzen und beheben.
Dazu gehört Dokumentation. Jede Schaltung, jede Freischaltung, jede Prüfung wird protokolliert, Netzpläne werden nach der Montage berichtigt. Die fünf Sicherheitsregeln bestimmen den Arbeitsablauf: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte Teile abdecken. Wer daran schludert, gefährdet sich und andere.
Wie wird man Elektromonteur für Nieder- und Mittelspannung?
Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, meist als Elektroniker für Betriebstechnik, als Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik oder als Industrieelektriker. Netzbetreiber und Netzbaufirmen bilden selbst aus. Nach der Ausbildung folgen betriebliche Qualifizierungen: Schaltberechtigung für Nieder- und Mittelspannung, Kabelmontage für Kunststoff- und Massekabel, Arbeiten unter Spannung im Niederspannungsnetz, teils Seilklettertechnik oder Bedienung von Hebebühnen.
Quereinstieg ist möglich, wenn eine andere elektrotechnische Ausbildung vorliegt. Mechaniker oder Anlagenbauer ohne Elektroqualifikation kommen dagegen nur über eine Umschulung oder eine Teilqualifizierung zur Elektrofachkraft hinein, denn die Arbeit an Netzanlagen setzt eine anerkannte Fachkunde voraus.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet überwiegend draußen statt, bei jedem Wetter, oft im Graben, im engen Stationsraum oder in gebückter Haltung. Kabel und Werkzeug sind schwer, Muffenmontage kostet Kraft und Geduld. Wer Höhenangst hat oder mit Enge nicht zurechtkommt, wird Schwierigkeiten haben. Montagestellen wechseln, Fahrzeiten sind lang, in Netzbaufirmen kommt Montage mit Auswärtsübernachtung dazu.
Störungsdienst gehört fast überall dazu. Rufbereitschaft an Wochenenden und nachts, Einsätze bei Sturm, aufgerissenen Kabeln nach Baggerarbeiten oder Ausfällen ganzer Ortsnetze. Der Druck ist dann hoch, weil Kunden ohne Strom sind, gleichzeitig darf beim Schalten kein Fehler passieren. Elektrischer Schlag und Lichtbogen sind reale Gefahren, entsprechend streng sind Schutzkleidung, Prüfpflichten und Unterweisungen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und bleibt es. Netze müssen für Photovoltaik, Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur verstärkt werden, viele Ortsnetzstationen und Kabel aus den Sechzigern und Siebzigern sind am Ende ihrer Lebensdauer, gleichzeitig gehen erfahrene Monteure in Rente. Netzbetreiber, Stadtwerke und Kabelbaufirmen suchen dauerhaft Fachkräfte, befristete Verträge sind unüblich.
Weiter geht es über die Position als Vorarbeiter oder Bauleiter, über die Meisterprüfung im Elektrotechnikerhandwerk, über eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker oder in die Netzleitstelle. Auch Prüf- und Sicherheitsfunktionen, etwa als verantwortliche Elektrofachkraft oder Schaltberechtigter mit erweiterten Befugnissen, sind übliche Entwicklungswege.