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Handwerk & Produktion

Elektriker Teamleiter in der Prüftechnik

Elektriker Teamleiter in der Prüftechnik führen ein Team, das elektrische Anlagen, Maschinen und Betriebsmittel auf Sicherheit und Funktion prüft. Sie planen Prüfaufträge, prüfen selbst mit und verantworten die Dokumentation nach DGUV Vorschrift 3 und VDE-Normen.

12 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektriker Teamleiter in der Prüftechnik verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.700 € 4.200 € 44.400 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.300 € 4.900 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.300 € 5.000 € 6.000 € 60.000 €

Entscheidend sind Tarifbindung und Branche: In Betrieben mit dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder nach TV-V liegen die Werte deutlich über denen kleinerer Prüfdienstleister im Handwerk. Reise-, Montage- und Schichtzulagen können das Monatsentgelt spürbar erhöhen und sind hier nicht eingerechnet.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Elektriker Teamleiter in der Prüftechnik?

Im Mittelpunkt steht die wiederkehrende Prüfung elektrischer Anlagen und Geräte: Schutzleiterwiderstand und Isolationswiderstand messen, Fehlerströme erfassen, RCD-Auslösezeiten kontrollieren, Maschinen nach DIN EN 60204-1 abnehmen, ortsveränderliche Betriebsmittel nach DIN VDE 0701-0702 prüfen. Der Teamleiter macht das nicht nur selbst, sondern verteilt die Arbeit: Er nimmt Prüfaufträge an, schätzt Aufwand und Prüfzyklen ein, teilt zwei bis zehn Prüfer auf Objekte ein und stimmt Termine mit Kunden oder der Produktionsplanung ab, damit Anlagen möglichst kurz stillstehen.

Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation. Messwerte werden in Prüfsoftware übertragen, Mängel klassifiziert, Prüfprotokolle und Prüfberichte freigegeben. Bei sicherheitsrelevanten Mängeln entscheidet der Teamleiter, ob ein Gerät gesperrt oder eine Anlage außer Betrieb genommen wird - eine Entscheidung, die Geld kostet und trotzdem getroffen werden muss. Dazu kommen Einweisung neuer Kollegen, Kalibrierung und Verwaltung der Messgeräte, Kundengespräche und die Klärung von Rückfragen aus Audits.

Wie wird man Elektriker Teamleiter in der Prüftechnik?

Grundlage ist eine abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik, Energie- und Gebäudetechnik oder Elektroniker für Geräte und Systeme, jeweils dreieinhalb Jahre im Dualen System. Danach folgt Praxis in der Instandhaltung, im Anlagenbau oder direkt bei einem Prüfdienstleister. Für die Leitung wird in der Regel die Qualifikation als Elektrofachkraft und häufig die Bestellung zur befähigten Person für Prüfungen nach TRBS 1203 verlangt, oft ergänzt durch die Weiterbildung zur verantwortlichen Elektrofachkraft. Wer weiterkommen will, macht den Industriemeister Elektrotechnik oder den staatlich geprüften Techniker. Ein Quereinstieg ohne elektrotechnische Ausbildung ist nicht möglich, weil die Prüfbefugnis rechtlich an die Fachkunde gebunden ist.

Was der Beruf verlangt

Prüfungen finden dort statt, wo die Anlagen stehen: in Werkhallen, Kellern, auf Baustellen, in Rechenzentren, auf Leitern und in engen Schaltraumgängen. Das bedeutet Stehen, Knien, Heben von Messkoffern und ständig wechselnde Einsatzorte, oft mit Reisetätigkeit und Montagenächten. Viele Prüfungen laufen in Betriebsruhezeiten, also am Wochenende, in Werksferien oder nachts. Der Zeitdruck ist real, weil Prüffristen gesetzlich gesetzt sind und Kunden Termine erwarten.

Dazu kommt die Verantwortung: Wer ein Protokoll unterschreibt, haftet fachlich dafür. Nachlässigkeit bei Messwerten oder Dokumentation kann nach einem Unfall zur persönlichen Frage werden. Der Teamleiter muss außerdem Konflikte aushalten - zwischen dem, was die Norm fordert, und dem, was der Kunde zahlen oder stilllegen will. Sorgfalt, Normenkenntnis und die Fähigkeit, unbequeme Befunde klar zu vertreten, wiegen in diesem Beruf schwerer als Tempo.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst, weil Prüfpflichten aus Arbeitsschutz, Betriebssicherheitsverordnung und Versicherungsauflagen nicht wegfallen und qualifizierte Elektrofachkräfte knapp sind. Prüfdienstleister, Sachverständigenorganisationen und Industriebetriebe suchen laufend. Entwicklungswege führen zum Bereichsleiter oder Niederlassungsleiter im Prüfdienst, zum Sachverständigen für elektrische Anlagen, in die Arbeitssicherheit oder in die technische Vertriebsbetreuung. Spezialisierungen wie Explosionsschutz, Medizintechnikprüfung nach DIN VDE 0751 oder Maschinensicherheit erhöhen den Marktwert deutlich.

Aufgaben

  • Prüfaufträge planen, Prüffristen überwachen und Personal einteilen
  • elektrische Anlagen und Betriebsmittel messen und beurteilen
  • Schutzmaßnahmen, RCD-Auslösung und Isolationswerte kontrollieren
  • Prüfprotokolle prüfen, freigeben und Mängel klassifizieren
  • neue Prüfer einarbeiten und fachlich anleiten
  • Messgerätepark verwalten und Kalibrierung organisieren
  • Termine und Ergebnisse mit Kunden und Instandhaltung abstimmen
  • bei Audits Nachweise vorlegen und Rückfragen klären

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung in einem elektrotechnischen Beruf
  • mehrjährige Berufserfahrung, Status als Elektrofachkraft
  • Kenntnis der einschlägigen Normen, insbesondere DGUV Vorschrift 3, DIN VDE 0100, 0105 und 0701-0702
  • Bestellung oder Eignung als befähigte Person nach TRBS 1203
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu Reisetätigkeit
  • körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit, Farbsehvermögen
  • Sorgfalt bei Dokumentation und Durchsetzungsfähigkeit gegenüber Kunden

Wo man arbeitet

  • Prüfdienstleister und Sachverständigenorganisationen
  • Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
  • Elektroinstallationsbetriebe und Anlagenbauer
  • Energieversorger und Netzbetreiber
  • Krankenhäuser und große Liegenschaftsverwaltungen

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik oder für Energie- und Gebäudetechnik mit Abschluss vor der Handwerks- oder Industrie- und Handelskammer. Danach folgen mehrere Jahre Praxis in der Prüftechnik sowie Lehrgänge zur befähigten Person und zur verantwortlichen Elektrofachkraft. Die Leitungsfunktion wird meist nach Industriemeister Elektrotechnik oder staatlich geprüftem Techniker übertragen.

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