Elektriker / Mechatroniker für Produktionsmaschinen
Elektriker und Mechatroniker für Produktionsmaschinen halten Fertigungsanlagen am Laufen: Sie installieren Steuerungen, suchen Fehler in Elektrik, Hydraulik und Software und beheben Störungen, oft unter Zeitdruck im laufenden Betrieb.
160 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Elektriker / Mechatroniker für Produktionsmaschinen verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.600 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.000 € | 4.700 € | 5.600 € | 56.400 € |
Entscheidend ist die Tarifbindung: In Betrieben mit Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemieindustrie liegen die Entgelte deutlich über denen kleiner nicht tarifgebundener Servicefirmen. Schicht-, Nacht- und Rufbereitschaftszulagen erhöhen das tatsächliche Einkommen oft um zehn bis zwanzig Prozent.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Elektriker oder Mechatroniker für Produktionsmaschinen?
Im Zentrum steht die Verfügbarkeit der Maschinen. Steht eine Anlage, steht die Produktion, und damit beginnt die Arbeit: Fehlerspeicher der Steuerung auslesen, Schaltplan aufschlagen, Signale an Sensoren und Klemmen messen, Antrieb und Getriebe prüfen. Defekte Bauteile werden getauscht, Frequenzumrichter neu parametriert, Endschalter justiert, Pneumatikventile gewechselt. Dazu kommt die planbare Seite des Berufs: Wartungspläne abarbeiten, Schmierstellen abfahren, Riemen und Lager kontrollieren, Sicherheitsschaltungen und Lichtschranken nach Vorschrift prüfen, Prüfprotokolle für elektrische Betriebsmittel ausfüllen.
Ein zweiter Teil der Arbeit ist der Aufbau und die Änderung von Anlagen. Schaltschränke werden bestückt und verdrahtet, Kabelwege gezogen, neue Maschinen aufgestellt, angeschlossen und in Betrieb genommen. Wer sich mit Steuerungstechnik auskennt, ändert Programme in der SPS, tauscht Baugruppen im Bussystem oder passt Bedienoberflächen an. In vielen Betrieben gehört auch dazu, Bedienpersonal einzuweisen, Ersatzteile zu bestellen und Störungen im Wartungssystem zu dokumentieren.
Wie wird man Elektriker oder Mechatroniker für Produktionsmaschinen?
Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung, meist als Elektroniker für Betriebstechnik, als Mechatroniker oder als Industriemechaniker mit elektrotechnischer Zusatzqualifikation. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und endet mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Voraussetzung ist in der Praxis meist ein mittlerer Schulabschluss, gute Noten in Mathematik und Physik helfen erkennbar.
Quereinstiege kommen vor, aber nicht beliebig: Elektrische Arbeiten dürfen nur Personen mit entsprechender Qualifikation ausführen. Handwerker aus benachbarten Metallberufen können über eine Weiterbildung zur elektrotechnisch befähigten Person begrenzte Tätigkeiten übernehmen, für die volle Instandhaltungsarbeit ist eine elektrotechnische Ausbildung praktisch unumgänglich. Nach der Lehre folgen häufig Zusatzscheine für SPS-Programmierung, Hydraulik, Kältetechnik, Robotik oder Arbeiten unter Spannung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet dort statt, wo die Maschine steht: laut, staubig, warm, manchmal ölig. Enge Anlagenkäfige, Arbeiten über Kopf, Leitern und Hubarbeitsbühnen gehören dazu, ebenso das Heben von Motoren und Baugruppen. Viele Betriebe fahren Mehrschichtbetrieb, entsprechend arbeitet die Instandhaltung in Wechselschicht, auf Rufbereitschaft oder am Wochenende, wenn die Produktion ruht und Umbauten möglich sind.
Belastend ist vor allem der Druck bei Störungen. Wenn eine Linie steht, warten Vorgesetzte, Schichtführer und Kunden auf eine Zeitangabe, während die Ursache noch unklar ist. Wer Fehler nur nach Gefühl sucht, kommt hier nicht weit; gefragt ist systematisches Vorgehen und die Bereitschaft, Schaltpläne und englische Herstellerdokumentation zu lesen. Sorgfalt ist keine Nebensache: Fehler an Sicherheitseinrichtungen können Menschen verletzen.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Instandhaltungspersonal mit Elektro- und Steuerungskenntnissen fehlt in nahezu allen Industriezweigen, viele Betriebe konkurrieren um dieselben Fachkräfte, auch Zeitarbeit und Servicefirmen der Maschinenhersteller suchen laufend. Zunehmende Automatisierung, Robotik und vernetzte Anlagen erweitern das Aufgabenfeld, verlangen aber ständiges Nachlernen.
Entwicklungswege führen über den Industriemeister Elektrotechnik oder den Staatlich geprüften Techniker in die Schichtleitung oder Instandhaltungsplanung, über Spezialisierung in Automatisierungstechnik zum Servicetechniker mit Reisetätigkeit oder Inbetriebnehmer im Anlagenbau. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium der Elektro- oder Automatisierungstechnik möglich.
Aufgaben
- Störungen an Produktions- und Verpackungsanlagen eingrenzen und beheben
- Schaltschränke verdrahten, Sensoren und Antriebe anschließen
- SPS-Programme auslesen, Parameter ändern und Bussysteme prüfen
- Wartungs- und Inspektionspläne abarbeiten, Verschleißteile tauschen
- Neue Maschinen aufstellen, anschließen und in Betrieb nehmen
- Sicherheitseinrichtungen und elektrische Betriebsmittel prüfen und dokumentieren
- Ersatzteile bestellen und Störungen im Wartungssystem erfassen
- Bedienpersonal in Maschinenfunktionen und Grundstörungen einweisen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung in Elektrotechnik oder Mechatronik, alternativ gleichwertige elektrotechnische Qualifikation
- Sicheres Lesen von Schaltplänen, Hydraulik- und Pneumatikschemata
- Kenntnisse in Steuerungstechnik, wünschenswert SPS-Erfahrung
- Bereitschaft zu Schichtarbeit, Wochenenddiensten und Rufbereitschaft
- Körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit, keine Einschränkung beim Heben
- Systematisches Vorgehen bei der Fehlersuche und Belastbarkeit unter Zeitdruck
- Grundlegende Englischkenntnisse für Herstellerdokumentation
Wo man arbeitet
- Industriebetriebe mit eigener Fertigung
- Lebensmittel- und Verpackungswerke
- Maschinen- und Anlagenbauer im Kundendienst
- Technische Instandhaltungs- und Servicedienstleister
- Betriebe der Chemie-, Papier- oder Automobilzulieferindustrie
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik oder als Mechatroniker mit Abschlussprüfung vor der Industrie- oder Handwerkskammer. Danach folgen betriebliche Zusatzqualifikationen, etwa für SPS-Programmierung, Hydraulik oder Arbeiten an elektrischen Anlagen. Wer weiter will, schließt den Industriemeister Elektrotechnik oder eine Technikerausbildung an.
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