Elektriker / Elektroniker / Mechatroniker Aufzugsanlagen
Elektroniker und Mechatroniker für Aufzugsanlagen montieren, warten und reparieren Aufzüge, Fahrtreppen und Hebebühnen. Sie arbeiten überwiegend im Außendienst und betreuen einen festen Bestand an Anlagen bei Kunden.
6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Elektriker / Elektroniker / Mechatroniker Aufzugsanlagen verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.200 € | 3.600 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.800 € | 4.400 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.900 € | 4.500 € | 5.500 € | 54.000 € |
Große Hersteller zahlen meist nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie oder nach Haustarif und liegen damit deutlich über kleinen Wartungsbetrieben, die sich am Tarif des Elektrohandwerks orientieren. Rufbereitschaftspauschalen, Notdienst- und Überstundenzuschläge machen im Jahr oft mehrere Tausend Euro aus und sind in diesen Werten nicht enthalten.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Servicetechniker für Aufzugsanlagen?
Der Arbeitstag besteht aus mehreren Kundenterminen: geplante Wartungen an Aufzügen in Wohnhäusern, Kliniken, Bürogebäuden oder Kaufhäusern, dazwischen Störungsmeldungen. Bei der Wartung werden Tragmittel und Seile geprüft, Türantriebe eingestellt, Führungsschienen geschmiert, Bremsen kontrolliert, Notrufsysteme getestet und Steuerungen ausgelesen. Bei Störungen kommt die Fehlersuche dazu, häufig an der Steuerung: Schaltpläne lesen, Fehlerspeicher auswerten, Kontakte und Sensoren durchmessen. Personenbefreiungen aus stehengebliebenen Kabinen gehören ebenfalls dazu und laufen unter Zeitdruck.
In der Montage entsteht die Anlage neu: Schienen ausrichten, Maschine setzen, Kabine und Türen einbauen, Schacht verkabeln, Steuerung in Betrieb nehmen. Weil der Kontakt zum Kunden direkt und regelmäßig ist, gehört auch das Erklären dazu - was reparierbar ist, was ersetzt werden muss, warum die Anlage stillsteht. Prüfberichte, Wartungsnachweise und Materialbestellungen werden am Tablet erfasst.
Wie wird man Servicetechniker für Aufzugsanlagen?
Der übliche Weg ist eine duale Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik, zum Mechatroniker oder zum Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik, jeweils dreieinhalb Jahre. Eine spezielle Aufzugsausbildung gibt es in Deutschland nur bei einzelnen Herstellern; die meisten Betriebe schulen Neueinsteiger intern nach, oft mehrere Monate mit Begleitung durch einen erfahrenen Monteur. Auch Anlagenmechaniker, Industriemechaniker und Kfz-Mechatroniker steigen ein, brauchen dann aber elektrotechnische Nachqualifizierung. Nachweise für Arbeiten unter Spannung, Höhenarbeit und Absturzsicherung kommen dazu.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet im Schacht, im Maschinenraum, auf dem Kabinendach und in engen Triebwerksräumen statt: staubig, laut, oft schlecht beleuchtet, im Winter kalt. Enge, Höhe und Leitern müssen aushaltbar sein, ebenso das Heben von Türblättern und Antrieben. Rufbereitschaft am Abend und am Wochenende ist in vielen Betrieben Standard, weil steckengebliebene Personen keine Öffnungszeiten kennen. Der Ton am Bau und bei genervten Hausverwaltungen ist rau, und die Verantwortung ist erheblich - eine falsch eingestellte Bremse ist ein Sicherheitsrisiko. Dazu kommen Fahrzeiten, Parkplatzsuche in Innenstädten und Dokumentationspflichten, die selten in die geplante Zeit passen.
Aussichten
Der Bestand an Aufzügen in Deutschland liegt im hohen sechsstelligen Bereich und wächst, jede Anlage ist wartungspflichtig und wird regelmäßig von einer zugelassenen Überwachungsstelle geprüft. Fachkräfte sind knapp, unbefristete Stellen und Dienstfahrzeug gehören meist zum Angebot. Wer bleibt, kann Obermonteur oder Serviceleiter werden, in die Inbetriebnahme komplexer Anlagen, in die Modernisierungsplanung oder in den technischen Vertrieb wechseln. Mit der Meisterprüfung im Elektrotechnikerhandwerk oder einer Weiterbildung zum Techniker öffnen sich Aufgaben in Kalkulation, Bauleitung und Sachverständigenwesen. Die Branche wird von wenigen großen Herstellern und vielen kleinen Wartungsbetrieben getragen - beides bietet Arbeit, aber sehr unterschiedliche Bedingungen.
Aufgaben
- Wartung von Aufzügen, Fahrtreppen und Hebebühnen nach Prüfplan
- Störungssuche an Steuerungen, Antrieben und Türsystemen
- Personenbefreiung aus stehengebliebenen Kabinen
- Montage und Inbetriebnahme neuer Anlagen
- Austausch von Bauteilen wie Tragmitteln, Bremsen und Sensoren
- Begleitung von Prüfungen durch Sachverständige
- Dokumentation von Wartungen und Reparaturen im Serviceportal
- Beratung von Hausverwaltungen und Betreibern zu Reparatur oder Modernisierung
Voraussetzungen
- abgeschlossene elektrotechnische oder mechatronische Ausbildung
- Führerschein Klasse B
- Schwindelfreiheit und keine Angst vor engen Räumen
- körperliche Belastbarkeit für Heben, Knien und Arbeiten über Kopf
- Bereitschaft zu Rufbereitschaft und Notdiensteinsätzen
- Lesen von Schalt- und Montageplänen
- Auftreten gegenüber Kunden auch in Konfliktsituationen
Wo man arbeitet
- Aufzugshersteller mit eigenem Servicenetz
- mittelständische Aufzugswartungsbetriebe
- Elektro- und Gebäudetechnikunternehmen
- Facility-Management-Dienstleister
- technische Abteilungen von Kliniken und Wohnungsunternehmen
Der Weg in den Beruf
Grundlage ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung, meist zum Elektroniker für Betriebstechnik oder zum Mechatroniker, mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Die Spezialisierung auf Aufzugstechnik erfolgt danach im Betrieb, begleitet von Herstellerschulungen und Nachweisen für Höhen- und Elektroarbeiten. Aufstiegswege sind der Elektrotechnikermeister oder eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker.
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