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Handwerk & Produktion

Elektriker als Servicetechniker

Servicetechniker mit Elektrohandwerk-Hintergrund warten, reparieren und prüfen elektrische Anlagen und Geräte direkt beim Kunden. Der Arbeitsplatz wechselt täglich, die Fahrzeit gehört zum Job.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Elektriker als Servicetechniker verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.300 € 3.800 € 4.500 € 45.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.600 € 5.600 € 55.200 €

Am stärksten wirken Branche und Tarifbindung: Wer im Geltungsbereich der Metall- und Elektroindustrie oder bei einem großen Anlagenhersteller arbeitet, verdient deutlich mehr als im tariflich gebundenen Elektrohandwerk, wo die Landesverbände des ZVEH ihre eigenen Sätze verhandeln. Zulagen für Rufbereitschaft, Montage und Auslöse können das Monatsbrutto spürbar erhöhen und fehlen bei rein regionalem Einsatz.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Servicetechniker im Elektrohandwerk?

Ein Servicetechniker fährt zu Kunden und bringt dort elektrische Anlagen wieder zum Laufen. Das kann eine ausgefallene Steuerung in einer Produktionshalle sein, eine gestörte Lüftungsanlage in einem Bürogebäude, ein defekter Aufzugsantrieb, eine Ladesäule, die keinen Strom mehr abgibt, oder eine Brandmeldeanlage, die grundlos auslöst. Zum Alltag gehören außerdem geplante Wartungen nach Herstellervorgabe und wiederkehrende Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 an ortsfesten und ortsveränderlichen Betriebsmitteln.

Die Arbeit beginnt meist mit der Fehlersuche: Störungsspeicher auslesen, Schaltplan lesen, mit Multimeter und Zangenamperemeter messen, Klemmstellen prüfen, Sensoren und Schütze durchtesten. Danach folgt der Austausch von Bauteilen, das Anpassen von Parametern in einer SPS oder einer Frequenzumrichter-Konfiguration, das Aufspielen von Software. Jeder Einsatz wird dokumentiert: Bericht schreiben, Messprotokoll ausfüllen, Material erfassen, den Kunden unterschreiben lassen. Ein guter Teil der Arbeitszeit besteht aus Fahren, Erklären und Ersatzteillogistik.

Wie wird man Servicetechniker?

Die Grundlage ist in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, für Betriebstechnik oder für Automatisierungstechnik, dreieinhalb Jahre dual im Betrieb und in der Berufsschule. Der Servicebereich ist kein eigener Ausbildungsberuf, sondern ein Einsatzfeld, in das man nach einigen Jahren Montage- oder Werkstatterfahrung wechselt. Viele Arbeitgeber schulen intern auf ihre Produkte und Steuerungen.

Wer weiterkommen will, macht den Meister im Elektrotechniker-Handwerk oder den staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik. Zusatzqualifikationen sind oft Pflicht: Schaltberechtigung bis 1 kV oder Mittelspannung, Hubarbeitsbühnenschein, Höhenrettung, Kälteschein bei Wärmepumpen, Hochvolt-Qualifikation für Elektrofahrzeuge. Quereinstieg gelingt Menschen aus verwandten Metall- und Mechatronikberufen, wenn sie die elektrotechnische Fachkunde nachholen.

Was der Beruf verlangt

Der Führerschein Klasse B ist zwingend, ohne ihn geht nichts. Wer im Außendienst arbeitet, sitzt viel im Auto, teilweise über zwei Stunden am Tag, bei überregionalem Service kommen Übernachtungen dazu. Rufbereitschaft an Wochenenden und nachts ist in vielen Servicebereichen üblich, gerade bei Aufzügen, Kälteanlagen und industrieller Produktion. Der Anruf kommt dann, wenn eine Anlage steht und Geld kostet.

Körperlich verlangt der Beruf Arbeiten über Kopf, auf Leitern, in engen Schächten, in kalten Hallen und auf Dächern. Die Arbeit an elektrischen Anlagen ist gefährlich, die fünf Sicherheitsregeln sind kein Formalismus. Dazu kommt Druck von der Kundenseite: Der Betrieb wartet, der Fehler ist nicht offensichtlich, und die Erwartung ist trotzdem, dass es am selben Tag läuft. Wer schlecht mit Menschen kann oder unter Zeitdruck unsicher wird, hat es schwer.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und wird es bleiben. Gebäudeautomation, Wärmepumpen, Photovoltaik, Speicher und Ladeinfrastruktur erzeugen Bestand, der gewartet werden muss, und Fachkräfte gibt es zu wenige. Servicetechniker mit Erfahrung wechseln den Arbeitgeber leicht und können Bedingungen aushandeln.

Entwicklungswege führen zum Serviceleiter oder Disponenten, zur technischen Beratung und zum Vertrieb erklärungsbedürftiger Anlagen, zur Inbetriebnahme im Anlagenbau oder in die Selbstständigkeit mit eigenem Elektrobetrieb, wofür der Meistertitel oder ein gleichwertiger Nachweis nötig ist. Wer Englisch spricht, kommt in den internationalen Service von Maschinenherstellern.

Aufgaben

  • Störungen an elektrischen Anlagen beim Kunden eingrenzen und beheben
  • Wartungen nach Herstellervorgabe und Wartungsplan durchführen
  • Wiederkehrende Prüfungen nach DGUV Vorschrift 3 vornehmen und protokollieren
  • Baugruppen, Sensoren, Antriebe und Steuerungskomponenten austauschen
  • Parameter an SPS, Frequenzumrichtern und Reglern anpassen
  • Anlagen in Betrieb nehmen und Bedienpersonal einweisen
  • Serviceberichte, Messprotokolle und Materialverbrauch dokumentieren
  • Ersatzteilbedarf ermitteln und Folgeeinsätze abstimmen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung in einem Elektroberuf, etwa Elektroniker für Betriebs- oder Gebäudetechnik
  • Führerschein Klasse B
  • Sicheres Lesen von Schalt-, Klemmen- und Stromlaufplänen
  • Kenntnisse in Messtechnik und der Arbeit unter Beachtung der fünf Sicherheitsregeln
  • Bereitschaft zu Reisetätigkeit, Rufbereitschaft und Arbeit außerhalb der Regelzeiten
  • Freundlicher und geduldiger Umgang mit Kunden auch unter Zeitdruck
  • Körperliche Belastbarkeit für Arbeiten auf Leitern, über Kopf und in beengten Räumen

Wo man arbeitet

  • Elektrofachbetriebe und Elektroinstallationsunternehmen
  • Kundendienstabteilungen von Maschinen- und Anlagenbauern
  • Gebäudetechnik- und Facility-Management-Dienstleister
  • Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung
  • Hersteller von Aufzügen, Kälte-, Lüftungs- und Sicherheitstechnik

Der Weg in den Beruf

Üblich ist eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung zum Elektroniker, meist in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik oder Betriebstechnik, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer. Nach zwei bis drei Jahren Praxis erfolgt der Wechsel in den Service, begleitet von Produktschulungen des Arbeitgebers. Meister oder staatlich geprüfter Techniker sind die üblichen Aufstiegsfortbildungen.

Offene Stellen als Elektriker als Servicetechniker

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