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Einrichter Spritzguss

Einrichterinnen und Einrichter im Spritzguss rüsten Spritzgießmaschinen für neue Aufträge um, stellen die Prozessparameter ein und sorgen dafür, dass die Anlagen Kunststoffteile in gleichbleibender Qualität produzieren.

5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Einrichter Spritzguss verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.000 € 3.300 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.000 € 3.400 € 3.900 € 40.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.500 € 3.900 € 4.500 € 46.800 €

Am stärksten wirken Tarifbindung und Schichtzulagen: Betriebe mit den regionalen Tarifverträgen der kunststoffverarbeitenden Industrie (IG BCE) oder, bei Automobilzulieferern, dem Metall- und Elektrotarif der IG Metall zahlen deutlich mehr als nicht tarifgebundene Kleinbetriebe. Zuschläge für Nacht- und Wochenendschichten können das Monatseinkommen spürbar erhöhen, sind in den Werten aber nicht enthalten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Einrichter Spritzguss?

Im Mittelpunkt steht die Spritzgießmaschine. Wenn ein neuer Auftrag ansteht, wechseln Einrichterinnen und Einrichter das Werkzeug, also die Form, in der das Kunststoffteil entsteht. Sie heben es mit dem Hallenkran ein, schließen Temperiergeräte, Hydraulik und Heißkanalregelung an und richten Greifer oder Entnahmeroboter ein. Danach stellen sie Massetemperatur, Einspritzdruck, Nachdruck, Kühlzeit und Zykluszeit ein und fahren die Maschine an. Die ersten Teile werden vermessen und auf Grat, Einfallstellen, Schlieren oder unvollständige Füllung geprüft. Stimmt etwas nicht, passen sie die Parameter an, bis das Teil den Vorgaben entspricht. Im laufenden Betrieb beheben sie Störungen, betreuen mehrere Maschinen gleichzeitig, wechseln Material und Farbe, führen Prüfprotokolle und weisen Maschinenbedienerinnen und -bediener an. Bei neuen Werkzeugen wirken sie an der Bemusterung mit und arbeiten dabei mit Qualitätssicherung und Werkzeugbau zusammen.

Wie wird man Einrichter Spritzguss?

Einrichter Spritzguss ist keine eigene Ausbildung, sondern eine Funktion in der Produktion. Der übliche Weg führt über die dreijährige duale Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Schwerpunkt Formteile. Auch Industriemechaniker, Werkzeugmechaniker oder Mechatroniker steigen nach einer Einarbeitung ein. Ein Quereinstieg ist möglich: Viele Einrichter haben als angelernte Maschinenbediener angefangen und sich über Jahre hochgearbeitet, oft ergänzt durch Lehrgänge von Maschinenherstellern oder Bildungsträgern der Kunststoffbranche. Ohne einschlägigen Berufsabschluss ist der Aufstieg aber schwerer und die Bezahlung meist niedriger.

Was der Beruf verlangt

Die meisten Spritzgießbetriebe produzieren rund um die Uhr, deshalb ist Schichtarbeit die Regel, häufig im Dreischichtbetrieb und teils am Wochenende. In der Halle ist es laut und warm, an den Maschinen riecht es nach geschmolzenem Kunststoff, und heiße Werkzeugoberflächen verlangen Vorsicht. Werkzeugwechsel sind körperliche Arbeit mit schweren Teilen, Schläuchen und Schrauben, auch wenn der Kran die Hauptlast trägt. Belastend ist vor allem der Zeitdruck: Steht eine Maschine, kostet das Geld, und in der Nachtschicht ist der Einrichter oft allein für die Fehlersuche zuständig. Gefragt sind technisches Verständnis, Geduld beim Optimieren von Prozessen, Sorgfalt beim Messen und die Fähigkeit, Ursachen systematisch einzugrenzen, statt nur an Reglern zu drehen.

Aussichten

Erfahrene Einrichter werden in der kunststoffverarbeitenden Industrie gesucht, besonders bei Zulieferern der Automobil-, Medizin- und Verpackungsbranche. Gleichzeitig hängt die Branche stark an der Konjunktur und an Energiepreisen; in schwachen Phasen gibt es Kurzarbeit, und Verlagerungen ins Ausland kommen vor. Die Automatisierung verändert die Arbeit, macht die Fachkraft aber nicht überflüssig, weil Werkzeugwechsel, Bemusterung und Fehlersuche Erfahrung erfordern. Wer sich weiterentwickeln will, kann Schichtführer werden, die Weiterbildung zum Industriemeister Kunststoff und Kautschuk oder zum staatlich geprüften Techniker Kunststofftechnik machen oder in Prozessoptimierung, Qualitätssicherung oder den Service eines Maschinenherstellers wechseln.

Aufgaben

  • Spritzgießwerkzeuge mit dem Kran ein- und ausbauen
  • Temperiergeräte, Heißkanal und Entnahmeroboter anschließen und einrichten
  • Prozessparameter wie Druck, Temperatur und Zykluszeit einstellen
  • Erstmuster vermessen und auf Fehler wie Grat oder Einfallstellen prüfen
  • Störungen an Maschinen und Peripherie eingrenzen und beheben
  • Material- und Farbwechsel durchführen
  • Prüf- und Einstellprotokolle führen
  • Maschinenbedienerinnen und -bediener einweisen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Ausbildung, meist als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik oder in einem Metall- oder Elektroberuf
  • Technisches Verständnis für Hydraulik, Steuerungstechnik und Werkstoffe
  • Sicherer Umgang mit Messmitteln und technischen Zeichnungen
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit, auch nachts und am Wochenende
  • Körperliche Belastbarkeit und Unempfindlichkeit gegenüber Lärm und Wärme
  • Kranschein oder Bereitschaft, ihn im Betrieb zu erwerben

Wo man arbeitet

  • Kunststoffverarbeitende Betriebe
  • Automobilzulieferer
  • Hersteller von Medizintechnik
  • Verpackungshersteller
  • Elektro- und Haushaltsgerätehersteller

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik mit Abschluss vor der IHK. Fachkräfte aus Metall- und Elektroberufen sowie erfahrene Maschinenbediener werden nach einer Einarbeitung von mehreren Monaten bis etwa einem Jahr ebenfalls als Einrichter eingesetzt.

Offene Stellen als Einrichter Spritzguss

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