Was macht ein Duty Manager?
Ein Duty Manager hat für die Dauer seiner Schicht die Betriebsverantwortung. Im Hotel bedeutet das: Übergabe vom Vordienst lesen, Belegung und Anreisen prüfen, VIP- und Gruppenankünfte vorbereiten, mit Housekeeping abstimmen, welche Zimmer wann fertig sind, und am Empfang mitarbeiten, wenn es voll wird. Kommt es zu Überbuchungen, sucht der Duty Manager Ausweichhotels und regelt die Kostenübernahme. Beschwerden, die die Rezeption nicht lösen kann, landen bei ihm – von der defekten Klimaanlage bis zur falsch berechneten Rechnung.
Am Flughafen oder bei einer Airline koordiniert ein Duty Manager Abflüge und Ankünfte, verschiebt Personal zwischen Check-in-Countern und Gates, reagiert auf Verspätungen und Flugausfälle und entscheidet über Umbuchungen, Hotelunterbringung und Sonderfälle. Dazu kommen in beiden Bereichen Sicherheits- und Betriebsaufgaben: Rundgänge, Kontrolle von Fluchtwegen, Alarmbearbeitung, im Ernstfall Räumung und Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst. Am Schichtende wird ein Bericht geschrieben, der alle Vorfälle, Ausfälle und offenen Punkte festhält.
Wie wird man Duty Manager?
Der übliche Weg führt über eine Ausbildung in der Hotellerie – Hotelfachfrau, Hotelfachmann oder Kaufleute für Tourismus und Freizeit – und mehrere Jahre Praxis an der Rezeption oder im Service. Wer sich als Empfangsmitarbeiter bewährt und Schichtverantwortung übernimmt, wird zum Front Office Shift Leader und dann zum Duty Manager. Alternativ führt ein Studium im Hotelmanagement oder Tourismusmanagement schneller in die Position, meist über ein Trainee-Programm einer Hotelkette. Im Luftverkehr steigen viele aus der Passagierabfertigung oder dem Ramp Agent auf; dort sind zusätzlich betriebsspezifische Schulungen und Berechtigungen nötig. Ein Quereinstieg ist möglich, verlangt aber Führungserfahrung aus einem vergleichbar taktgetriebenen Umfeld.
Was der Beruf verlangt
Der Dienst läuft in Wechselschicht, oft mit Nachtdiensten, an Wochenenden und an Feiertagen – gerade dann, wenn Betrieb ist. Wer als Duty Manager arbeitet, steht viel, läuft viel und wird ständig unterbrochen. Belastend ist weniger die einzelne Aufgabe als die Gleichzeitigkeit: ein überfüllter Empfang, ein Wasserschaden im vierten Stock und ein aufgebrachter Gast in derselben Viertelstunde. Dazu kommt, dass Entscheidungen allein getroffen werden müssen, weil die Direktion nachts nicht im Haus ist. Konflikte mit Gästen und gelegentlich mit alkoholisierten Personen gehören dazu. Wer keine ruhige Grundhaltung mitbringt oder Kritik persönlich nimmt, hält das dauerhaft schwer aus. Die Bezahlung liegt in der Hotellerie unter dem, was vergleichbare Verantwortung in anderen Branchen einbringt.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis hoch, weil in Hotellerie und Bodenabfertigung anhaltend Personal fehlt und erfahrene Führungskräfte für den Schichtdienst schwer zu finden sind. Aus der Position führen mehrere Wege weiter: Front Office Manager, Rooms Division Manager, stellvertretende Hoteldirektion oder Betriebsleitung. Im Luftverkehr sind Operations Manager oder Stationsleitung die nächsten Stufen. Wer in einer internationalen Kette arbeitet, kann Standorte und Länder wechseln; Englisch ist dafür Voraussetzung, eine weitere Fremdsprache hilft.