Dialoger
Dialoger werben im persönlichen Gespräch auf der Straße, an Infoständen oder an der Haustür Fördermitglieder und Dauerspender für gemeinnützige Organisationen. Der Beruf lebt vom direkten Ansprechen fremder Menschen und wird meist projektweise in Teams ausgeübt.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Dialoger verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 1.900 € | 2.300 € | 2.800 € | 27.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.400 € | 2.900 € | 3.600 € | 34.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.000 € | 3.600 € | 4.600 € | 43.200 € |
Einen Tarifvertrag gibt es in diesem Feld nicht. Das Einkommen setzt sich meist aus einem Grundbetrag oder Tagessatz und erfolgsabhängigen Prämien pro gewonnener Fördermitgliedschaft zusammen, sodass die Spanne stark von der eigenen Abschlussquote, vom Auftraggeber und von der Vertragsform abhängt; Teamleitungen und reisende Teams verdienen in der Regel mehr als ortsfeste Standkräfte.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Dialoger?
Dialoger sprechen im Auftrag von Hilfsorganisationen, Umweltverbänden, Tierschutzvereinen oder Kinderhilfswerken Passanten an und versuchen, sie für eine regelmäßige Fördermitgliedschaft zu gewinnen. Der Arbeitsplatz ist der Stand in einer Einkaufsstraße, ein Platz vor dem Bahnhof, eine Fußgängerzone oder – in der Variante Haustürwerbung – ein Wohngebiet. Ein Arbeitstag besteht aus vielen kurzen Gesprächen: ansprechen, das Anliegen der Organisation erklären, Fragen beantworten, Einwände aufnehmen und am Ende um eine schriftliche Zusage bitten. Zugesagte Beiträge werden auf einem Tablet oder Formular erfasst, Bankdaten aufgenommen, die Widerrufsfrist und die Verwendung der Daten erläutert.
Dazu gehört auch der Aufbau und Abbau des Standes, die Fahrt zum Einsatzort, die morgendliche Teambesprechung mit Zielvorgaben und die Auswertung am Abend. Viele Dialoger arbeiten in reisenden Teams, die eine Woche oder länger in einer Stadt bleiben und gemeinsam in Pensionen oder Wohnungen untergebracht sind. Feste Standteams arbeiten dagegen wohnortnah.
Wie wird man Dialoger?
Es gibt keine Ausbildung für diesen Beruf und keine formalen Zugangsvoraussetzungen. Eingestellt wird über Bewerbungsgespräche und ein mehrtägiges Einarbeitungstraining, in dem Gesprächsaufbau, Argumentation, Datenschutz und die Inhalte der beworbenen Organisation vermittelt werden. Danach folgt die Begleitung durch erfahrene Teamleitungen am Stand. Quereinstieg ist der Normalfall: Studierende, Schulabgänger, Menschen mit Erfahrung im Verkauf, in der Gastronomie oder im Kulturbereich. Wer die Sprache sicher beherrscht, offen auftritt und Kritik verträgt, kann innerhalb weniger Wochen selbstständig arbeiten.
Was der Beruf verlangt
Die größte Belastung ist die Zurückweisung. Der überwiegende Teil der angesprochenen Menschen geht weiter, viele reagieren gereizt, manche beleidigend. Wer das persönlich nimmt, hält den Beruf nicht lange aus. Gearbeitet wird bei jedem Wetter, überwiegend im Stehen, oft sechs bis acht Stunden am Tag, häufig auch samstags. Die Arbeit in reisenden Teams bedeutet ständige Abwesenheit vom Wohnort und wenig Privatsphäre.
Hinzu kommt der Erfolgsdruck. Fast alle Arbeitgeber arbeiten mit Tagesabschlusszielen; ein Teil der Vergütung hängt an der Zahl der gewonnenen Fördermitglieder. Verträge sind häufig befristet, teils saisonal, teils auf einzelne Kampagnen begrenzt. Manche Anbieter beschäftigen auf Honorarbasis, was Fragen der Sozialversicherung aufwirft und vor Vertragsschluss geprüft werden sollte. Wichtig ist außerdem, dass seriöse Arbeit hier bedeutet, niemanden zu überreden, der sich den Beitrag nicht leisten kann.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil, weil Organisationen dauerhaft neue Fördermitglieder brauchen und Einstiege oft kurzfristig besetzt werden. Die Fluktuation ist hoch, Einsteiger finden deshalb schnell eine Stelle. Wer bleibt, wird Teamleitung, übernimmt Schulung neuer Kräfte, Standplanung und Genehmigungen bei den Städten. Von dort führen Wege in die Kampagnenkoordination, ins Fundraising einer Organisation oder in die Agenturleitung. Die im Dialog erworbene Sicherheit im Gespräch ist auch im Vertrieb, in der Kundenberatung und in der Öffentlichkeitsarbeit gefragt, sodass der Beruf für viele eine Durchgangsstation mit brauchbarem Ertrag ist.
Aufgaben
- Passanten in Fußgängerzonen und an Infoständen ansprechen
- Anliegen und Projekte der beauftragenden Organisation erklären
- Fördermitgliedschaften und Dauerspenden abschließen
- Bankdaten, Einwilligungen und Widerrufshinweise korrekt erfassen
- Stand aufbauen, Material und Informationsflyer betreuen
- Tagesergebnisse dokumentieren und im Team auswerten
- neue Kolleginnen und Kollegen am Stand begleiten
Voraussetzungen
- keine bestimmte Schulbildung, meist Mindestalter 18 Jahre
- sehr gutes gesprochenes Deutsch und sicheres Auftreten
- hohe Belastbarkeit gegenüber Ablehnung und Kritik
- Bereitschaft, mehrere Stunden im Stehen und bei jedem Wetter zu arbeiten
- Reisebereitschaft bei bundesweit eingesetzten Teams
- Zuverlässigkeit im Umgang mit personenbezogenen Daten
Wo man arbeitet
- Fundraising-Agenturen im Direktdialog
- gemeinnützige Organisationen mit eigenen Werbeteams
- Fußgängerzonen, Plätze und Einkaufszentren
- Wohngebiete bei Haustürwerbung
- Messen und Veranstaltungen
Der Weg in den Beruf
Eine Ausbildung ist für den Einstieg nicht erforderlich. Arbeitgeber schulen neue Kräfte in der Regel drei bis fünf Tage zu Gesprächsführung, Organisationsinhalten und Datenschutz und begleiten sie anschließend am Stand. Weiterbildungen zur Teamleitung oder im Fundraising erfolgen intern oder über Verbandsseminare.
Offene Stellen als Dialoger
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Dialoger (m/w/d) - 4.500€ im Monat
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