Was macht ein DevOps Platform Engineer?
DevOps Platform Engineers stellen die Infrastruktur bereit, mit der Entwicklungsteams arbeiten. Sie definieren Server, Netzwerke, Datenbanken und Container-Cluster nicht per Hand, sondern als Code, meist mit Terraform, Helm oder Ansible. Sie richten Pipelines ein, die bei jedem Commit den Code bauen, Tests laufen lassen und die Anwendung in Test- und Produktivumgebungen ausrollen. Sie betreiben Kubernetes-Cluster, verwalten Zugriffsrechte, kümmern sich um Zertifikate, Secrets und Netzwerkregeln.
Ein großer Teil der Arbeit ist Beobachtbarkeit: Metriken, Logs und Traces einsammeln, Dashboards und Alarme bauen, damit Störungen auffallen, bevor Kunden sie melden. Wenn etwas ausfällt, analysieren sie die Ursache, stellen den Betrieb wieder her und schreiben hinterher auf, was passiert ist. Der zweite große Teil ist Beratung: Entwicklungsteams fragen, wie sie ihren Service deployen, skalieren oder absichern sollen. Platform Engineers bauen dafür Vorlagen und Selbstbedienungswerkzeuge, statt jede Anfrage einzeln zu bearbeiten.
Wie wird man DevOps Platform Engineer?
Es gibt keine Ausbildung mit diesem Namen. Der häufigste Weg führt über ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Technischen Informatik, gefolgt von einigen Jahren als Softwareentwickler, Systemadministrator oder im IT-Betrieb. Auch die Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration ist ein gängiger Einstieg, oft mit anschließender Weiterbildung. Quereinstieg gelingt am ehesten aus benachbarten IT-Rollen, seltener direkt von außen, weil die Rolle Betriebserfahrung voraussetzt: Man muss wissen, wie Systeme unter Last kaputtgehen.
Wichtig sind Linux, ein solides Netzwerkverständnis, mindestens eine Skriptsprache, Git und Erfahrung mit einer der großen Cloud-Plattformen. Zertifizierungen von AWS, Microsoft oder der Cloud Native Computing Foundation werden von Arbeitgebern gern gesehen, ersetzen aber keine Praxis.
Was der Beruf verlangt
Die Technik verändert sich schnell. Werkzeuge, die vor vier Jahren Standard waren, sind heute abgelöst; Weiterlernen gehört dauerhaft zum Job und findet oft in der Freizeit statt. Viele Stellen sind mit Rufbereitschaft verbunden, weil Plattformen rund um die Uhr laufen müssen. Nachtarbeit bei Wartungsfenstern und Störungen kommt vor, auch wenn der Alltag meist in Gleitzeit stattfindet.
Unangenehm ist die Position zwischen den Stühlen: Entwicklungsteams wollen schnell ausliefern, die Sicherheitsabteilung will Kontrolle, das Management will niedrige Cloud-Kosten. Wer Konflikte scheut oder schlecht erklären kann, hat es schwer. Dazu kommt ein hoher Anteil an Arbeit, die niemand sieht, solange sie funktioniert, und für die es Kritik gibt, sobald sie ausfällt. Die Fehlersuche unter Zeitdruck bei laufender Störung ist belastend.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil, weil praktisch jedes Unternehmen mit eigener Software eine Plattform betreiben muss. Homeoffice und verteilte Teams sind verbreitet. Entwicklungswege führen in die Spezialisierung, etwa auf Cloud-Sicherheit, Site Reliability Engineering oder Kostensteuerung großer Cloud-Umgebungen, außerdem in die Architektur oder in die Leitung eines Plattformteams. Auch der Wechsel in die Beratung ist üblich. Wer Kubernetes und Automatisierung wirklich beherrscht, findet in Deutschland ohne lange Suche eine Stelle.