Was macht ein Data Platform Architect?
Ein Data Platform Architect verantwortet die Struktur einer Datenlandschaft: von den Quellsystemen über Ladeprozesse und Speicherschichten bis zu den Werkzeugen, mit denen Analysten und Data Scientists arbeiten. Konkret heißt das, Zielarchitekturen zu zeichnen und zu begründen, Technologien auszuwählen und zu vergleichen, Datenmodelle für Lakehouse- oder Warehouse-Schichten festzulegen und Standards für Namensgebung, Versionierung und Datenqualität durchzusetzen.
Der Alltag besteht zu einem großen Teil aus Abstimmung. Fachbereiche wollen Kennzahlen, der Datenschutz will Löschkonzepte, die Sicherheitsabteilung will Zugriffsrollen, die Geschäftsführung will niedrigere Cloud-Rechnungen. Der Architekt übersetzt zwischen diesen Interessen und trifft Entscheidungen, die für Jahre gelten. Dazwischen liegt praktische Arbeit: Proof of Concepts bauen, Pipelines in SQL und Python prüfen, Infrastruktur als Code reviewen, Performanceprobleme in Abfragen analysieren, Kostenberichte aus Snowflake, Databricks, BigQuery oder Azure lesen.
Wie wird man Data Platform Architect?
Es gibt keine Ausbildung mit diesem Namen. Der übliche Weg führt über ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik, Mathematik oder Physik und mehrere Jahre Praxis als Data Engineer, Datenbankentwickler, BI-Entwickler oder Softwareentwickler mit Datenschwerpunkt. Fünf bis acht Jahre Berufserfahrung sind der Regelfall, bevor jemand Architekturverantwortung übernimmt.
Quereinstieg ist möglich, aber nicht ohne Umweg. Wer aus dem Controlling, aus der Statistik oder aus der Systemadministration kommt, sammelt zunächst Erfahrung im Data Engineering. Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung arbeiten sich über Datenprojekte hoch. Zertifikate der Cloud-Anbieter und der Plattformhersteller sind in Stellenanzeigen häufig gefordert und lassen sich berufsbegleitend erwerben, ersetzen aber keine Projektpraxis.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist geistig fordernd und politisch. Architekturentscheidungen betreffen Budgets und Zuständigkeiten, entsprechend gibt es Widerstand. Wer Konflikte scheut oder Entscheidungen nicht schriftlich begründen mag, kommt schlecht durch. Dazu gehört, Vorschläge vor Skeptikern zu verteidigen und Altsysteme zu akzeptieren, die sich nicht kurzfristig ablösen lassen.
Die Technologien wechseln schnell. Was heute Standard ist, gilt in vier Jahren als Altlast, und ein Teil der Weiterbildung findet in der Freizeit statt. Migrationen laufen oft am Wochenende oder nachts, damit der Betrieb nicht stillsteht, und bei Störungen in der Datenplattform hängen Reporting und teilweise operative Prozesse. Rufbereitschaft ist nicht überall vorgesehen, kommt aber vor. Der Beruf ist überwiegend Bildschirmarbeit, häufig mit Homeoffice-Anteil, dafür mit vielen Videokonferenzen und Dokumentationsaufwand.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und ziemlich stabil, weil Unternehmen aus Handel, Industrie, Versicherung und Gesundheitswesen ihre Datenlandschaften ordnen und in die Cloud verschieben. KI-Vorhaben verstärken das, denn Modelle brauchen verlässliche Daten. Gleichzeitig ist der Markt anspruchsvoll geworden: Reine Zertifikate ohne Projektnachweis überzeugen selten.
Entwicklungswege führen zum Lead oder Principal Architect, zum Enterprise Architect mit Blick über alle IT-Bereiche, in die Leitung eines Datenbereichs oder in die Beratung, wo die Reisetätigkeit höher ist, die Vergütung häufig ebenfalls. Auch Spezialisierung ist möglich, etwa auf Data Governance, Streaming-Architekturen oder Datenschutz in regulierten Branchen.