Cloud Architect
Cloud Architects entwerfen die technische Struktur von IT-Systemen in der Cloud und legen fest, welche Dienste, Netzwerke und Sicherheitsmechanismen ein Unternehmen einsetzt. Sie begleiten Migrationen aus dem eigenen Rechenzentrum und geben Entwicklungsteams die Leitplanken vor.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Cloud Architect verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 4.800 € | 5.600 € | 6.800 € | 67.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 6.000 € | 7.300 € | 9.000 € | 87.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 7.500 € | 9.000 € | 12.000 € | 108.000 € |
Ein Tarifvertrag greift nur bei Arbeitgebern in der Metall- und Elektroindustrie oder im öffentlichen Dienst nach TVöD, wo die Gehälter deutlich unter denen der Privatwirtschaft liegen. Am stärksten wirken Branche, Unternehmensgröße und Standort: Konzerne im Finanzsektor und Beratungen im Rhein-Main-Gebiet oder in München zahlen erheblich mehr als Mittelständler in strukturschwachen Regionen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Cloud Architect?
Ein Cloud Architect entscheidet, wie Anwendungen und Daten eines Unternehmens auf einer Cloud-Plattform wie AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud laufen. Dazu gehört die Wahl zwischen virtuellen Maschinen, Containern und serverlosen Diensten, der Zuschnitt von Netzwerken und Konten, die Regelung von Zugriffsrechten und die Frage, wo welche Daten gespeichert werden dürfen. Die Ergebnisse landen in Architekturdiagrammen, Entscheidungsdokumenten und in Infrastrukturcode, etwa mit Terraform.
Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation. Cloud Architects sprechen mit Entwicklungsteams über Schnittstellen, mit dem Betrieb über Überwachung und Alarmierung, mit der Informationssicherheit über Verschlüsselung und Protokollierung und mit der Geschäftsführung über Kosten. Kostenkontrolle ist ein eigenes Thema: Cloud-Rechnungen wachsen schnell, und der Architekt muss erklären können, warum eine Lösung monatlich das kostet, was sie kostet. Bei Migrationen bestehender Systeme kommt Bestandsaufnahme dazu, oft von Anwendungen, die niemand mehr vollständig kennt.
Wie wird man Cloud Architect?
Der Beruf ist keine Ausbildung und kein grundständiges Studium, sondern eine Rolle, in die man hineinwächst. Üblich ist ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik oder eines technischen Fachs, alternativ eine Ausbildung als Fachinformatiker mit anschließender Berufspraxis. Davor liegen meist mehrere Jahre als Softwareentwickler, Systemadministrator, DevOps Engineer oder Netzwerktechniker. Wer aus dem klassischen Rechenzentrumsbetrieb kommt, hat bei Migrationsprojekten oft den nützlicheren Blick.
Zertifikate der Anbieter spielen eine große Rolle, etwa AWS Certified Solutions Architect oder Azure Solutions Architect Expert. Sie ersetzen keine Praxis, öffnen aber Türen und werden von Beratungshäusern erwartet, weil diese Partnerstatus damit nachweisen. Quereinstieg aus anderen Berufen ist möglich, aber nur über den Umweg einer technischen Rolle, nicht direkt.
Was der Beruf verlangt
Die Technik veraltet schnell. Wer sich nicht regelmäßig in neue Dienste einarbeitet, verliert innerhalb weniger Jahre den Anschluss, und ein Teil dieser Einarbeitung passiert in der Freizeit. Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit, häufig verteilt über viele Videokonferenzen, mit wenig zusammenhängender Konzentrationszeit.
Hinzu kommt Verantwortung ohne durchgängige Weisungsbefugnis: Architekturentscheidungen müssen gegen Entwicklungsteams, Einkauf und Sicherheitsabteilung durchgesetzt werden, oft durch Überzeugung. Wenn eine Migration schiefgeht oder ein Ausfall den Betrieb trifft, richtet sich der Blick auf die Architektur. Bereitschaftsdienste sind nicht die Regel, kommen aber bei kleineren Teams und in Betriebsphasen vor. Projektspitzen mit Mehrarbeit gehören dazu, in der Beratung zusätzlich Reisetätigkeit zum Kunden.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil, weil viele Unternehmen und inzwischen auch Behörden noch mitten in der Umstellung stecken. Gesucht werden vor allem Leute, die neben der Technik das Kostenthema und regulatorische Anforderungen wie Datenschutz und Betriebsanforderungen für Banken oder Versicherungen beherrschen. Sicherheit in der Cloud, Plattform-Engineering und Datenarchitektur sind Spezialisierungen mit eigener Nachfrage.
Entwicklungswege führen zum Enterprise Architect mit unternehmensweitem Zuschnitt, in die fachliche Leitung eines Plattformteams oder in die IT-Beratung. Auch der Weg in eine CTO-nahe Rolle ist bei kleineren Unternehmen realistisch. Freiberufliche Tätigkeit ist verbreitet und gut bezahlt, dafür ohne Anstellungssicherheit.
Aufgaben
- Cloud-Architekturen für neue und bestehende Anwendungen entwerfen
- Migrationen aus dem eigenen Rechenzentrum planen und begleiten
- Netzwerk-, Konten- und Berechtigungsstrukturen festlegen
- Infrastruktur als Code schreiben und Vorlagen für Teams bereitstellen
- Betriebskosten kalkulieren, überwachen und Einsparungen vorschlagen
- Sicherheits- und Compliance-Anforderungen in technische Vorgaben übersetzen
- Entwicklungs- und Betriebsteams fachlich beraten und schulen
- Architekturentscheidungen dokumentieren und im Unternehmen vertreten
Voraussetzungen
- Studium der Informatik oder vergleichbare Ausbildung mit mehrjähriger IT-Praxis
- Tiefe Kenntnis mindestens einer Cloud-Plattform, meist mit Anbieterzertifikat
- Erfahrung mit Netzwerken, Linux, Containern und Automatisierungswerkzeugen
- Verständnis für Datenschutz, Informationssicherheit und branchenspezifische Auflagen
- Fähigkeit, technische Entscheidungen verständlich zu begründen und durchzusetzen
- Englisch in Wort und Schrift, da Dokumentation und Teams oft englischsprachig sind
- Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung
Wo man arbeitet
- IT-Beratungen und Systemhäuser
- IT-Abteilungen großer Unternehmen
- Software- und Internetunternehmen
- Banken, Versicherungen und Industriekonzerne
- Öffentliche Verwaltung und IT-Dienstleister des Bundes und der Länder
- Freiberufliche Tätigkeit auf Projektbasis
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Informatik oder Wirtschaftsinformatik, gefolgt von mehreren Jahren Praxis in Entwicklung, Systemadministration oder DevOps. Auch eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration mit anschließender Berufserfahrung führt in die Rolle. Die Architektenrolle selbst wird meist nach fünf bis acht Jahren IT-Praxis übernommen, begleitet von Anbieterzertifikaten wie AWS Certified Solutions Architect.
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