Data Engineer
Data Engineers bauen und betreiben die Systeme, in denen Daten aus verschiedenen Quellen gesammelt, aufbereitet und für Auswertungen bereitgestellt werden. Sie sorgen dafür, dass Datenpipelines zuverlässig laufen und die gelieferten Daten korrekt sind.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Data Engineer verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.300 € | 5.200 € | 51.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 5.800 € | 7.000 € | 69.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.200 € | 7.500 € | 9.500 € | 90.000 € |
Am stärksten wirken Branche, Unternehmensgröße und Standort: Banken, Versicherungen und Konzerne in München, Frankfurt oder Hamburg zahlen deutlich mehr als Mittelständler in strukturschwachen Regionen. Ein Tarifvertrag gilt nur bei Anbindung an die Metall- und Elektroindustrie oder den öffentlichen Dienst (TVöD/TV-L), wo die Spitzenwerte der Privatwirtschaft nicht erreicht werden.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Data Engineer?
Data Engineers sorgen dafür, dass Daten dort ankommen, wo sie gebraucht werden, und dass sie dort brauchbar sind. Sie holen Daten aus Quellsystemen – Datenbanken von Warenwirtschaft oder CRM, Logdateien, Sensoren, externe Schnittstellen – transformieren sie in ein einheitliches Format und schreiben sie in ein Data Warehouse oder einen Data Lake. Diese Verarbeitungsstrecken, Pipelines genannt, werden in SQL und Python programmiert, mit Werkzeugen wie Airflow, dbt, Spark oder Kafka orchestriert und laufen meist nachts oder im Minutentakt.
Ein großer Teil der Arbeit ist Betrieb. Pipelines brechen, weil ein Quellsystem sein Schema geändert hat, weil eine API langsamer antwortet als erwartet oder weil ein Datensatz plötzlich Sonderzeichen enthält. Data Engineers bauen Monitoring und Tests ein, gehen morgens die fehlgeschlagenen Läufe durch und rekonstruieren, warum eine Kennzahl im Bericht seit gestern falsch ist. Dazu kommen Modellierung von Datenstrukturen, Abstimmung mit Analysten und Data Scientists über benötigte Felder, Kostenkontrolle in der Cloud und Fragen zu Zugriffsrechten und Datenschutz.
Wie wird man Data Engineer?
Der übliche Weg ist ein Studium der Informatik, Wirtschaftsinformatik, Mathematik oder eines technischen Fachs mit Programmierbezug. Eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder Daten- und Prozessanalyse ist ebenfalls ein tragfähiger Einstieg, oft mit anschließender Weiterqualifikation. Ein eigenes Studienfach gibt es kaum, gelernt wird das meiste im Projekt.
Quereinstiege kommen häufig vor, meist aus benachbarten Rollen: aus der Softwareentwicklung, aus dem Datenbank- oder BI-Umfeld, aus Controlling-Positionen mit viel SQL. Wer von außen kommt, braucht belastbare Praxis in SQL und Python, Verständnis von Datenmodellierung und mindestens eine Cloud-Plattform, die man wirklich bedienen kann. Zertifikate von AWS, Azure, Google Cloud oder Databricks werden gern gesehen, ersetzen aber keine gezeigten Projekte.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit, häufig im Homeoffice möglich. Belastend ist weniger das Tempo als die Verantwortung für laufende Systeme: Wenn nachts eine Pipeline ausfällt und morgens das Management-Dashboard leer ist, entsteht Druck. In manchen Unternehmen gibt es Rufbereitschaft. Fehlersuche in fremdem, gewachsenem Code kann zäh sein und über Tage gehen.
Dazu kommt ständige Werkzeugänderung. Der Stack, der heute Standard ist, kann in fünf Jahren abgelöst sein; Lernen gehört dauerhaft zum Beruf. Wer klare, abgeschlossene Aufgaben mag, wird sich schwertun: Datenqualität ist nie fertig, und viel Zeit geht in Abstimmung mit Fachabteilungen, die ihre Anforderungen erst im Gespräch präzisieren.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabiler als in manchen anderen IT-Rollen, weil fast jedes Unternehmen mit nennenswerter Datenmenge diese Arbeit braucht – auch dann, wenn Analyse- oder KI-Projekte gekürzt werden. Der Bedarf konzentriert sich auf größere Unternehmen, Handel, Industrie, Finanzwesen und Beratungen.
Entwicklungswege führen in die technische Tiefe als Senior oder Lead Engineer beziehungsweise Data Architect, in die fachliche Breite Richtung Analytics Engineering, Machine-Learning-Engineering oder Plattformbetrieb, oder in die Führung eines Datenteams. Freiberufliche Tätigkeit ist verbreitet und wird gut bezahlt, bringt aber Auftragsrisiko mit sich.
Aufgaben
- Datenpipelines in SQL und Python entwickeln und automatisieren
- Daten aus Quellsystemen und APIs anbinden und in Zielstrukturen laden
- Data Warehouses und Data Lakes modellieren und pflegen
- Fehlerhafte Ladeläufe analysieren und beheben
- Datenqualität durch Tests und Monitoring absichern
- Cloud-Ressourcen einrichten, überwachen und Kosten im Blick behalten
- Anforderungen mit Analysten, Data Scientists und Fachabteilungen abstimmen
- Zugriffsrechte und Datenschutzvorgaben technisch umsetzen
Voraussetzungen
- Studium in Informatik, Wirtschaftsinformatik, Mathematik oder vergleichbare Praxis
- Sichere Kenntnisse in SQL und einer Programmiersprache, meist Python
- Verständnis von Datenmodellierung, ETL-Prozessen und Datenbanksystemen
- Erfahrung mit mindestens einer Cloud-Plattform und gängigen Orchestrierungswerkzeugen
- Ausdauer bei der Fehlersuche und strukturiertes Arbeiten
- Englisch für Dokumentation und internationale Teams
- Bereitschaft, sich laufend in neue Werkzeuge einzuarbeiten
Wo man arbeitet
- Konzerne und größere Mittelständler mit eigener Datenabteilung
- IT- und Softwareunternehmen
- Beratungs- und Digitalagenturen
- Banken, Versicherungen und Handelsunternehmen
- Industriebetriebe mit Produktionsdaten
- Freiberufliche Tätigkeit in Projekten
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder einem verwandten Fach mit drei bis fünf Jahren Dauer. Alternativ führt eine dreijährige Ausbildung zum Fachinformatiker für Daten- und Prozessanalyse oder Anwendungsentwicklung in das Feld, meist mit anschließender Spezialisierung im Betrieb. Der Berufseinstieg erfolgt häufig über eine Junior-Position, in der der konkrete Datenstack des Unternehmens erlernt wird.
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