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IT & Software

Data Architect

Data Architects entwerfen die Struktur, in der ein Unternehmen seine Daten speichert, bewegt und auswertet. Sie legen Datenmodelle, Schnittstellen und Technologien fest und sorgen dafür, dass Fachabteilungen verlässliche Daten bekommen.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Data Architect verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.500 € 5.300 € 6.200 € 63.600 €
Mit Berufserfahrung 5.800 € 6.800 € 8.000 € 81.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.000 € 8.500 € 11.000 € 102.000 €

Das Gehalt hängt stark von Branche und Unternehmensgröße ab: Banken, Versicherungen und Konzerne im Süden zahlen deutlich mehr als Mittelstand, Agenturen oder öffentliche Einrichtungen. Im öffentlichen Dienst gilt der TVöD Bund beziehungsweise TV-L, meist in den Entgeltgruppen 13 bis 15, mit klar niedrigerer Obergrenze als in der Privatwirtschaft.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Data Architect?

Ein Data Architect entscheidet, wie Daten in einem Unternehmen organisiert werden. Dazu gehört das konzeptionelle und logische Datenmodell, die Auswahl von Datenbanken und Plattformen, der Aufbau von Data Warehouses, Data Lakes oder Lakehouse-Architekturen und die Festlegung, über welche Schnittstellen Systeme Daten austauschen. Konkret bedeutet das: Entitäten und Beziehungen modellieren, Namenskonventionen und Schichtenmodelle definieren, Ladeprozesse mit Data Engineers abstimmen, Zugriffsrechte und Verschlüsselung mit der Informationssicherheit klären, Aufbewahrungsfristen und Löschkonzepte mit dem Datenschutz abstimmen.

Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation. Fachbereiche beschreiben, welche Kennzahlen sie brauchen; der Data Architect übersetzt das in Strukturen, die auch in drei Jahren noch tragen. Dazu kommen Reviews von Pipelines, Entscheidungen über Migrationen von Altsystemen in die Cloud, Kostenabschätzungen für Speicher und Rechenzeit und die Pflege eines Datenkatalogs mit Definitionen, damit "Umsatz" in allen Berichten dasselbe bedeutet.

Wie wird man Data Architect?

Der übliche Weg führt über ein Studium in Informatik, Wirtschaftsinformatik, Mathematik, Physik oder Statistik und mehrere Jahre praktische Arbeit mit Daten. Fast niemand steigt direkt als Architekt ein. Typische Vorstationen sind Data Engineer, Datenbankadministrator, BI-Entwickler oder Backend-Entwickler mit Datenschwerpunkt. Wer dort SQL, Modellierung, ETL-Werkzeuge und eine Cloud-Plattform beherrscht und beginnt, Entscheidungen für ganze Systeme statt für einzelne Tabellen zu treffen, wächst in die Rolle hinein.

Quereinstieg ohne Studium ist möglich, wenn eine IT-Ausbildung, etwa als Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder Datenbankspezialistin, und langjährige Projekterfahrung vorliegen. Zertifikate von Cloud-Anbietern oder Nachweise in Datenmodellierung und Data Governance helfen bei der Bewerbung, ersetzen aber keine Praxis. Verlangt wird meist mindestens fünf Jahre Erfahrung im Datenumfeld.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit, häufig mit hohem Anteil an Besprechungen. Wer lieber programmiert als diskutiert, wird die Rolle als unbefriedigend erleben, denn Architekturentscheidungen setzt man nicht allein durch, sondern gegen Gewohnheiten, Budgets und gewachsene Altsysteme. Frustrierend sind Migrationsprojekte, die sich über Jahre ziehen, und Systeme, die niemand dokumentiert hat.

Die Verantwortung ist erheblich: Fehler im Datenmodell fallen erst auf, wenn Hunderte Auswertungen darauf aufbauen. Dazu kommt Druck aus dem Datenschutz, weil personenbezogene Daten sauber getrennt, protokolliert und löschbar sein müssen. Überstunden treten bei Releases und Migrationen auf, Rufbereitschaft ist eher unüblich, kommt aber in Unternehmen mit kritischem Betrieb vor. Die Technik ändert sich schnell; Einarbeitung in neue Plattformen läuft oft in der Freizeit. Homeoffice ist weit verbreitet, Reisen gehören vor allem in der Beratung dazu.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil hoch. Nahezu jedes größere Unternehmen baut Datenplattformen um, konsolidiert Systeme oder führt Analytik und maschinelles Lernen ein, und dafür braucht es jemanden, der die Struktur verantwortet. Gesucht werden Fachleute mit Cloud-Erfahrung und Kenntnissen in Data Governance.

Entwicklungswege führen zum Lead oder Enterprise Architect, in die Leitung eines Datenbereichs, zum Chief Data Officer oder in die Beratung. Auch Spezialisierung ist möglich, etwa auf Datenschutz und Compliance, auf Streaming-Architekturen oder auf ein Branchendatenmodell im Bank-, Versicherungs- oder Industrieumfeld. Selbstständige Tätigkeit als Freiberufler ist verbreitet und gut bezahlt, aber projektabhängig.

Aufgaben

  • Konzeptionelle, logische und physische Datenmodelle entwerfen
  • Datenplattformen und Datenbanktechnologien auswählen und bewerten
  • Schnittstellen und Datenflüsse zwischen Systemen festlegen
  • Vorgaben zu Datenqualität, Zugriffsrechten und Aufbewahrung erarbeiten
  • Migrationen von Altsystemen in Cloud-Umgebungen planen
  • Data Engineers und Entwicklungsteams fachlich beraten
  • Datenkatalog und Begriffsdefinitionen mit den Fachbereichen pflegen
  • Speicher- und Betriebskosten der Architektur abschätzen

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Studium in Informatik, Wirtschaftsinformatik, Mathematik oder ein vergleichbarer Hintergrund
  • Mehrjährige Praxis mit Datenbanken, SQL und Datenmodellierung
  • Erfahrung mit mindestens einer Cloud-Plattform und modernen ETL- oder Streaming-Werkzeugen
  • Kenntnisse in Datenschutz, Informationssicherheit und Data Governance
  • Fähigkeit, technische Entscheidungen gegenüber Fachbereichen und Management zu begründen
  • Englisch in Wort und Schrift
  • Bereitschaft, sich laufend in neue Technologien einzuarbeiten

Wo man arbeitet

  • Konzerne und größere Mittelstandsunternehmen mit eigener IT
  • IT- und Managementberatungen
  • Banken, Versicherungen und Handelsunternehmen
  • Software- und Cloud-Anbieter
  • Behörden, Kliniken und Forschungseinrichtungen
  • Selbstständige Tätigkeit als Freiberufler

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren. Danach folgen in der Regel fünf oder mehr Jahre Berufserfahrung als Data Engineer, BI-Entwickler oder Datenbankadministrator, bevor die Architektenrolle übernommen wird. Ein eigener Ausbildungsberuf existiert nicht; Cloud- und Modellierungszertifikate ergänzen den Weg.

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