Was macht Corporate Development?
Corporate Development, auf Deutsch Unternehmensentwicklung, arbeitet an der Frage, wo ein Unternehmen in drei bis zehn Jahren stehen soll und wie es dorthin kommt. Konkret heißt das: Märkte und Wettbewerber analysieren, Geschäftsmodelle bewerten, Finanzmodelle in Excel bauen, Übernahmekandidaten identifizieren und prüfen, Verhandlungen begleiten, nach dem Kauf die Integration steuern. Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Zahlen und Unterlagen: Bewertungsmodelle, Business Cases, Entscheidungsvorlagen für Vorstand oder Gesellschafter. Der andere Teil ist Koordination, weil jedes Projekt Vertrieb, Finanzen, Recht, Personal und IT berührt.
In kleineren Unternehmen umfasst die Rolle auch klassische Projektarbeit, etwa den Aufbau eines neuen Standorts, die Einführung eines Geschäftsfelds oder die Neuordnung der Konzernstruktur. In Bildungs- und Sozialunternehmen, bei großen Trägern, Klinikgruppen oder privaten Bildungsanbietern, kommen Trägerfusionen, Standortnetze, Förderlogiken und Genehmigungsverfahren hinzu. Wer dort arbeitet, muss die Refinanzierung durch öffentliche Mittel verstehen, sonst führt jede Kalkulation in die falsche Richtung.
Wie wird man Corporate Development Manager?
Üblich ist ein wirtschaftswissenschaftliches Studium, häufig mit Schwerpunkt Finanzierung, Controlling oder Strategie. Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsrecht oder Wirtschaftspsychologie kommen ebenfalls vor. Ein Bachelor allein reicht selten, viele Stellen setzen einen Master voraus. Der klassische Einstieg führt über zwei bis vier Jahre in einer Unternehmensberatung, im Investment Banking, in der Transaktionsberatung einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder im Konzerncontrolling.
Ein direkter Quereinstieg ohne diesen Vorlauf ist möglich, aber die Ausnahme. Realistisch ist er für Menschen, die aus dem operativen Geschäft einer Branche kommen und diese sehr genau kennen: Leitungskräfte aus Sozialunternehmen, Schulleitungen großer Träger, Klinikmanager. Was dann fehlt, ist die Finanzseite, und die lässt sich über berufsbegleitende Programme nachholen, etwa einen MBA oder eine Weiterbildung in Unternehmensbewertung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind unregelmäßig. In ruhigen Phasen läuft es normal, in Transaktionsphasen sind Abende und Wochenenden die Regel, weil Fristen von außen gesetzt werden. Wer schlecht mit Unsicherheit umgeht, hat es schwer: Projekte werden nach Monaten Arbeit abgebrochen, Zahlen ändern sich, Entscheidungen fallen politisch und nicht sachlich. Ergebnisse sind oft nicht sichtbar, weil Vertraulichkeit dazugehört und weil ein verhinderter Fehlkauf niemandem auffällt.
Dazu kommt die unangenehme Seite: Restrukturierungen, Standortschließungen und Stellenabbau werden hier vorbereitet. Wer die Folgen solcher Empfehlungen nicht tragen will, sollte den Beruf nicht wählen. Verlangt werden außerdem sehr gute Excel- und Präsentationsfähigkeiten, verhandlungssicheres Englisch und die Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte in zwei Sätzen zu erklären.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, aber die Zahl der Stellen ist begrenzt, weil Unternehmensentwicklung selbst in Konzernen oft nur wenige Personen umfasst. Konsolidierung im Bildungs-, Pflege- und Sozialsektor sorgt dort für zusätzlichen Bedarf, weil Träger fusionieren und Standortnetze bereinigt werden. Typische Wege nach einigen Jahren führen in die Leitung der Unternehmensentwicklung, in eine Geschäftsführung, in die Leitung eines Geschäftsbereichs oder zurück in die Beratung. Auch Beteiligungsgesellschaften und Family Offices greifen auf dieses Profil zu.