Controlling
Controller planen, überwachen und analysieren die Zahlen eines Unternehmens. Sie erstellen Budgets, vergleichen Soll und Ist und liefern der Geschäftsführung die Grundlagen für Entscheidungen.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Controlling verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.900 € | 4.600 € | 46.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.300 € | 5.300 € | 6.500 € | 63.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.800 € | 7.200 € | 10.000 € | 86.400 € |
Entscheidend sind Unternehmensgröße und Branche: In tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie liegen die Gehälter deutlich über denen kleiner Mittelständler, Krankenhäuser und öffentlicher Arbeitgeber, die meist nach TVöD oder TV-L zahlen. Führungsverantwortung und Konzernerfahrung heben das Niveau zusätzlich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht Controlling?
Controlling ist die Arbeit mit den Zahlen eines Unternehmens, aber nicht deren Buchung. Während die Buchhaltung erfasst, was geschehen ist, ordnet das Controlling ein, warum es geschehen ist und was daraus folgt. Der Alltag besteht aus Monatsabschlüssen, Abweichungsanalysen, Forecasts und Budgetrunden. Typische Fragen: Warum liegt der Materialaufwand im Werk Nord elf Prozent über Plan? Deckt der Preis für Produktgruppe C noch die Herstellkosten? Was passiert mit dem Ergebnis, wenn der Umsatz im vierten Quartal um fünf Prozent einbricht?
Dazu werden Daten aus ERP-Systemen wie SAP gezogen, in Excel oder BI-Werkzeugen wie Power BI aufbereitet und zu Berichten verdichtet. Ein großer Teil der Arbeit ist Kommunikation: Zahlen mit Vertriebsleitern, Produktionsleitern oder Projektverantwortlichen durchsprechen, Ursachen für Abweichungen erfragen, Maßnahmen nachhalten. Wer nur rechnen will und nicht diskutieren mag, wird im Controlling unglücklich.
Je nach Unternehmen gibt es Schwerpunkte: Vertriebscontrolling, Produktionscontrolling, Projektcontrolling, Beteiligungscontrolling oder das Konzerncontrolling, das die Zahlen mehrerer Gesellschaften zusammenführt. In kleinen Firmen macht eine Person alles, inklusive Buchhaltungsaufgaben und Liquiditätsplanung.
Wie wird man Controller?
Der übliche Weg ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Rechnungswesen, Finanzen oder Controlling. Bachelor genügt für den Einstieg, ein Master ist in Konzernen und im Beratungsumfeld verbreitet.
Der zweite Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Industriekaufmann oder Steuerfachangestellte, mit anschließender Weiterbildung zum Controller, zum Bilanzbuchhalter oder zum Betriebswirt. Wer aus der Buchhaltung kommt und Erfahrung mit Kostenrechnung mitbringt, hat gute Chancen auf einen internen Wechsel. Quereinstiege aus Ingenieurberufen kommen im technischen Controlling vor. Ohne belastbare Excel-Kenntnisse und ohne Verständnis für Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung geht es in keinem Fall.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist Bürotätigkeit am Bildschirm, oft acht Stunden am Tag in Tabellen und Datenbanken. Die Belastung verteilt sich ungleichmäßig: In den ersten Arbeitstagen des Monats, beim Jahresabschluss und in der Budgetphase im Herbst sind Überstunden die Regel, dazwischen ist es ruhiger. Termine sind hart, weil Berichte an feste Zusagen gebunden sind.
Controlling verlangt Genauigkeit und die Bereitschaft, Fehler in eigenen Zahlen selbst zu finden, bevor andere es tun. Unangenehm wird es, wenn Ergebnisse Bereiche schlecht dastehen lassen: Wer Abweichungen berichtet, gerät in Konflikte mit Kollegen, die die Zahlen anders erklärt haben wollen. Standfestigkeit ist wichtiger als Rechenkunst. Ein Teil der Tätigkeit ist außerdem eintönig, weil dieselben Berichte jeden Monat neu entstehen.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil praktisch jedes Unternehmen ab mittlerer Größe Controlling braucht. Gesucht werden vor allem Fachkräfte, die neben der Betriebswirtschaft mit Datenwerkzeugen umgehen können; reine Excel-Anwender geraten unter Druck, weil Standardberichte zunehmend automatisiert werden. Die Analyse und Interpretation bleibt dagegen Aufgabe von Menschen.
Entwicklungswege führen zur Teamleitung, zum Leiter Controlling, zum Finanzleiter oder in Richtung kaufmännische Geschäftsführung. Möglich sind auch Spezialisierungen in Konzernrechnungslegung, Treasury, Business Intelligence oder ein Wechsel in die Beratung. Der Beruf ist für Teilzeit und mobiles Arbeiten gut geeignet, außerhalb der Abschlussphasen.
Aufgaben
- Monats-, Quartals- und Jahresberichte erstellen
- Soll-Ist-Abweichungen analysieren und Ursachen ermitteln
- Budgets und Forecasts mit den Fachbereichen erarbeiten
- Kalkulationen und Deckungsbeitragsrechnungen aufstellen
- Kennzahlen und Dashboards in BI-Systemen pflegen
- Wirtschaftlichkeitsrechnungen für Investitionen und Projekte
- Geschäftsführung und Fachbereiche zu Zahlen beraten
- An Prozessen der Kosten- und Leistungsrechnung mitarbeiten
Voraussetzungen
- Wirtschaftswissenschaftliches Studium oder kaufmännische Ausbildung mit Controlling-Weiterbildung
- Sicheres Verständnis von Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Kostenrechnung
- Sehr gute Excel-Kenntnisse, möglichst Erfahrung mit SAP oder einem anderen ERP-System
- Analytisches Denken und Genauigkeit über lange Zahlenreihen hinweg
- Fähigkeit, Ergebnisse verständlich zu präsentieren und in Diskussionen zu vertreten
- Englisch in international tätigen Unternehmen
- Belastbarkeit in Abschluss- und Planungsphasen
Wo man arbeitet
- Industrieunternehmen und Konzerne
- Mittelständische Handels- und Dienstleistungsbetriebe
- Banken und Versicherungen
- Krankenhäuser, Hochschulen und öffentliche Verwaltung
- Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist ein sechs- bis siebensemestriges Bachelorstudium in Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Controlling, häufig ergänzt durch einen Master. Alternativ führt eine dreijährige kaufmännische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung, etwa zum geprüften Controller oder Bilanzbuchhalter, in den Beruf. Berufserfahrung in Buchhaltung oder Rechnungswesen ersetzt in der Praxis oft einen Teil der formalen Qualifikation.
Offene Stellen als Controlling
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Bilanzbuchhalter
Bilanzbuchhalter erstellen Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB, oft auch nach IFRS, und verantworten die laufende Buchführung eines Unternehmens. Sie sind Ansprechpartner für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Geschäftsführung.
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- Monatsbrutto
- 3.400 – 8.000 €
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Wirtschaftsprüfer prüfen Jahresabschlüsse und Konzernabschlüsse von Unternehmen und bestätigen mit dem Bestätigungsvermerk, ob die Zahlen den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Der Beruf setzt ein bestandenes Wirtschaftsprüferexamen voraus, eine der schwersten Berufsprüfungen in Deutschland.
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