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Controller / Finance Business Partner

Controller und Finance Business Partner planen, steuern und analysieren die Finanzen eines Unternehmens. Sie bereiten Zahlen für die Geschäftsführung und Fachbereiche auf und beraten bei wirtschaftlichen Entscheidungen.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Controller / Finance Business Partner verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.300 € 4.900 € 51.600 €
Mit Berufserfahrung 4.800 € 5.600 € 6.600 € 67.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.500 € 7.800 € 10.000 € 93.600 €

Das Gehalt hängt vor allem von Unternehmensgröße und Branche ab: Konzerne der Industrie, Pharma- und Finanzbranche zahlen deutlich mehr als Mittelständler oder Handelsbetriebe, im öffentlichen Dienst und in kommunalen Unternehmen gilt der TVöD. In tarifgebundenen Industriebetrieben werden Einsteiger teils nach dem Entgeltrahmenabkommen der Metall- und Elektroindustrie oder dem Chemie-Tarifvertrag bezahlt, erfahrene Controller sind dort meist außertariflich angestellt und verhandeln frei.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Controller / Finance Business Partner?

Im Kern geht es darum, Zahlen in Entscheidungen zu übersetzen. Controller erstellen Budgets und Forecasts, vergleichen monatlich Plan- und Ist-Werte und suchen die Ursachen für Abweichungen. Sie bauen Berichte für Geschäftsführung, Vertrieb oder Produktion, rechnen Kosten von Produkten und Projekten durch und prüfen, ob sich eine Investition lohnt. Ein großer Teil des Tages findet in Excel, im ERP-System wie SAP und in Reporting-Werkzeugen wie Power BI statt. Der Begriff Finance Business Partner betont die beratende Seite: Wer so arbeitet, sitzt mit Bereichsleitern zusammen, erklärt, warum die Marge sinkt, und rechnet Szenarien für Preiserhöhungen oder Standortentscheidungen. Je nach Unternehmen liegt der Schwerpunkt im Kostenstellen-, Vertriebs-, Produktions-, Investitions- oder Konzerncontrolling.

Wie wird man Controller / Finance Business Partner?

Der übliche Weg ist ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftswissenschaften, des Wirtschaftsingenieurwesens oder der Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Controlling, Finanzen oder Rechnungswesen. Der Bachelor reicht für den Einstieg meist aus, große Konzerne bevorzugen teils einen Master. Duale Studiengänge verbinden Hochschule und Praxis und führen oft direkt in eine Stelle. Ein anderer Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa zum Industriekaufmann, einige Jahre Berufspraxis im Rechnungswesen und eine Weiterbildung zum Geprüften Controller bei der IHK oder über die Controller Akademie. Quereinsteiger aus Buchhaltung, Wirtschaftsprüfung oder Unternehmensberatung wechseln häufig ins Controlling. Ohne kaufmännische Grundlagen ist der Einstieg kaum möglich.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist überwiegend Bildschirmarbeit im Büro, oft mit der Möglichkeit zum mobilen Arbeiten. Die Arbeitslast ist ungleich verteilt: Zum Monats- und Jahresabschluss und in der Budgetplanung im Herbst stehen feste Termine an, Überstunden sind in diesen Phasen üblich. Ad-hoc-Anfragen der Geschäftsführung kommen häufig kurzfristig und mit wenig Vorlauf. Gefordert sind Sorgfalt im Umgang mit großen Datenmengen und die Fähigkeit, aus Tabellen eine klare Aussage abzuleiten. Schwer fällt vielen die Rolle zwischen den Stühlen: Controller müssen unbequeme Zahlen vertreten, Budgets kürzen oder Fehlentwicklungen benennen, auch gegenüber Vorgesetzten und erfahrenen Bereichsleitern. Wer Konflikte scheut oder lieber still rechnet, als zu präsentieren, stößt in der Business-Partner-Rolle an Grenzen. In Konzernen kommen Englisch und die Arbeit mit internationalen Teams hinzu.

Aussichten

Controlling wird in nahezu jedem mittleren und großen Unternehmen gebraucht, entsprechend gut ist die Nachfrage. Routinearbeiten wie das manuelle Zusammenstellen von Berichten werden zunehmend automatisiert, gefragt sind daher Datenkompetenz, Kenntnisse in SAP S/4HANA, Power BI oder SQL und die Fähigkeit zur Beratung. Wer nur Zahlen aufbereitet, hat es schwerer als jemand, der sie erklären und Entscheidungen vorbereiten kann. Entwicklungswege führen zur Leitung eines Controlling-Teams, zum Head of Controlling oder Finanzleiter und bis zur Position des CFO. Andere spezialisieren sich auf Konzerncontrolling, Data Analytics oder wechseln in die Beratung.

Aufgaben

  • Budgets und Forecasts gemeinsam mit den Fachbereichen erstellen
  • Monatliche Plan-Ist-Vergleiche durchführen und Abweichungen erklären
  • Berichte und Dashboards für Geschäftsführung und Abteilungen aufbauen
  • Kosten von Produkten, Projekten und Kostenstellen kalkulieren
  • Wirtschaftlichkeit von Investitionen und Szenarien durchrechnen
  • Bereichsleiter bei Preis-, Kosten- und Investitionsentscheidungen beraten
  • Monats- und Jahresabschlüsse mit der Buchhaltung abstimmen

Voraussetzungen

  • Studium der Wirtschaftswissenschaften oder kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung zum Geprüften Controller
  • Sicherer Umgang mit Excel und ERP-Systemen, häufig SAP
  • Verständnis von Kostenrechnung, Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung
  • Analytisches Denken und Sorgfalt bei großen Datenmengen
  • Kommunikationsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen gegenüber Führungskräften
  • Gute Englischkenntnisse, besonders in internationalen Unternehmen

Wo man arbeitet

  • Industrieunternehmen
  • Handelsunternehmen
  • Banken und Versicherungen
  • Krankenhäuser und Gesundheitskonzerne
  • Energieversorger und Stadtwerke
  • Unternehmensberatungen

Der Weg in den Beruf

Meist führt ein Bachelorstudium der Betriebswirtschaftslehre oder eines verwandten Fachs in drei bis dreieinhalb Jahren in den Beruf, häufig auch als duales Studium. Alternativ folgt auf eine dreijährige kaufmännische Ausbildung und mehrere Jahre Praxis die berufsbegleitende IHK-Weiterbildung zum Geprüften Controller, die etwa ein bis zwei Jahre dauert.

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