Business Process Consultant
Business Process Consultants analysieren Geschäftsprozesse in Logistik und Supply Chain, decken Schwachstellen auf und begleiten die Umstellung auf neue Abläufe und IT-Systeme. Sie arbeiten zwischen Fachabteilung, IT und Geschäftsführung.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Business Process Consultant verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.400 € | 4.000 € | 4.800 € | 48.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.500 € | 5.400 € | 6.500 € | 64.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 7.200 € | 9.500 € | 86.400 € |
Ein Tarifvertrag gilt in diesem Beruf meist nicht; die Bezahlung wird frei verhandelt und hängt stark davon ab, ob man in einer externen Beratung mit Reisetätigkeit oder im Inhouse-Consulting arbeitet. Große Beratungshäuser und Konzerne zahlen deutlich über kleinen Logistikdienstleistern, Bonusanteile von zehn bis zwanzig Prozent sind in der Beratung üblich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Business Process Consultant?
Ein Business Process Consultant untersucht, wie in einem Unternehmen gearbeitet wird, und entwirft, wie es besser laufen könnte. In der Logistik heißt das konkret: Wareneingang, Kommissionierung, Tourenplanung, Zollabwicklung, Retourenbearbeitung. Der Consultant begleitet Prozesse vor Ort im Lager, sitzt in der Disposition mit, wertet Daten aus dem Lagerverwaltungs- oder Transportmanagementsystem aus und zeichnet den Ist-Zustand auf, meist in BPMN oder in einfachen Ablaufdiagrammen.
Aus der Analyse entstehen Vorschläge: Doppelerfassungen abschaffen, Schnittstellen zwischen ERP und Speditionssoftware automatisieren, Belegflüsse digitalisieren, Kennzahlen einführen, die vorher niemand gemessen hat. Danach beginnt der schwierigere Teil, nämlich die Umsetzung. Der Consultant schreibt Anforderungen für die IT, testet neue Systemabläufe, schult Lagerkräfte und Disponenten und dokumentiert die neuen Standards. Ein großer Teil der Arbeitszeit besteht aus Gesprächen, Workshops und Präsentationen für Entscheider.
Wie wird man Business Process Consultant?
Üblich ist ein Studium in Wirtschaftsinformatik, Logistik, Supply Chain Management, Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsingenieurwesen. Der Beruf ist nicht geschützt, deshalb gibt es viele Quereinsteiger: Speditionskaufleute oder Fachkräfte für Lagerlogistik, die sich über Weiterbildungen zum Logistikfachwirt, über Projektarbeit oder über eine interne Prozessstelle in die Rolle hineinentwickeln. Wer die Abläufe aus der Praxis kennt, hat einen Vorteil gegenüber Absolventen, denen die Betriebsrealität fremd ist.
Einstiegsstellen finden sich in Beratungshäusern, bei IT-Dienstleistern mit Logistikschwerpunkt und in Inhouse-Consulting-Abteilungen großer Speditionen und Handelskonzerne. Zertifikate wie Six Sigma, Scrum Master, ITIL oder Modulzertifikate für SAP S/4HANA und die Logistikmodule sind gängig und werden oft vom Arbeitgeber bezahlt.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist projektgetrieben, und Projekte laufen selten ruhig. Vor Go-live-Terminen entstehen Überstunden, Wochenendeinsätze bei Systemumstellungen sind in der Logistik normal, weil der Betrieb nicht stillstehen darf. In der externen Beratung kommt Reisetätigkeit dazu, häufig mehrere Tage pro Woche beim Kunden.
Schwer fällt vielen nicht die Analyse, sondern der Widerstand. Wer Prozesse ändert, greift in Gewohnheiten ein und wird als Bedrohung wahrgenommen, besonders wenn Automatisierung Stellen betrifft. Man muss Kritik aushalten, im Lager anders sprechen als im Vorstandsmeeting und akzeptieren, dass gute Konzepte an Politik scheitern. Ohne Geduld und ein dickes Fell wird die Rolle zur Dauerbelastung.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil und wird von zwei Entwicklungen getragen: der Digitalisierung der Lieferketten und dem Personalmangel, der Unternehmen zwingt, Abläufe zu verschlanken. ERP-Umstellungen, Lagerautomatisierung und Anforderungen aus Lieferkettengesetz und Zollrecht sorgen für laufende Projekte.
Entwicklungswege führen zur Spezialisierung auf ein System oder eine Domäne, zur Projekt- und Programmleitung, in die Teamleitung eines Inhouse-Consultings oder in die Selbstständigkeit als freier Berater, wo die Tagessätze hoch sind, die Auftragslage aber schwankt. Wer lange in der externen Beratung bleibt, wechselt oft irgendwann in eine feste Prozessverantwortung mit weniger Reisen.
Aufgaben
- Ist-Prozesse in Lager, Transport und Auftragsabwicklung aufnehmen und modellieren
- Kennzahlen und Systemdaten auswerten, um Engpässe zu identifizieren
- Soll-Konzepte und Fachanforderungen für IT-Projekte erstellen
- Workshops mit Fachabteilungen und Führungskräften moderieren
- Systemtests begleiten und Änderungen zum Go-live einführen
- Mitarbeitende schulen und neue Abläufe dokumentieren
- Projektfortschritt, Aufwand und Nutzen gegenüber der Geschäftsführung berichten
Voraussetzungen
- Studium in Wirtschaftsinformatik, Logistik, BWL oder Wirtschaftsingenieurwesen, alternativ kaufmännische Ausbildung mit einschlägiger Berufserfahrung
- Kenntnisse in Prozessmodellierung, etwa BPMN, und in Methoden wie Lean oder Six Sigma
- Erfahrung mit ERP-, Lagerverwaltungs- oder Transportmanagementsystemen
- Sicherer Umgang mit Daten, Tabellen und Auswertungswerkzeugen
- Gute Präsentations- und Moderationsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen bei Widerstand
- Englisch für internationale Projekte
- Bereitschaft zu Reisen und zu Einsätzen außerhalb der Regelarbeitszeit
Wo man arbeitet
- Unternehmensberatungen mit Logistikschwerpunkt
- IT- und Softwarehäuser für Supply-Chain-Systeme
- Speditionen und Kontraktlogistiker
- Inhouse-Consulting großer Handels- und Industriekonzerne
- Logistikdienstleister im Bereich E-Commerce
Der Weg in den Beruf
Der übliche Weg ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Wirtschaftsinformatik, Logistik oder BWL mit einer Dauer von drei bis fünf Jahren. Der Einstieg erfolgt meist als Junior Consultant oder Business Analyst mit interner Einarbeitung in Methoden und Systeme. Quereinstieg aus kaufmännischen Logistikberufen ist möglich, in der Regel über Prozess- oder Projektaufgaben im eigenen Betrieb und ergänzende Zertifikate.
Offene Stellen als Business Process Consultant
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Business Process Consultant - SAP Manufacturing & Quality Management (w/m/d)
Business Process Consultant - SAP AI Finance / Autonomous Finance (w/m/d)
Business Process Consultant - SAP S/4HANA Logistics (SAP EWM, Warehouse & Intralogistics) (w/m/d)
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