Was macht ein Business Partner Controlling?
Business Partner im Controlling sind einem bestimmten Geschäftsbereich zugeordnet und dessen erster Ansprechpartner für alle betriebswirtschaftlichen Fragen. Sie erstellen die Planung für diesen Bereich, prognostizieren im laufenden Jahr die erwartete Entwicklung und erklären, warum Umsätze, Kosten oder Margen von der Planung abweichen. Dazu kommen Wirtschaftlichkeitsrechnungen für einzelne Vorhaben: Ob eine neue Maschine sich rechnet, welchen Deckungsbeitrag ein Kundenprojekt bringt, wie sich eine geplante Neueinstellung auf die Personalkosten auswirkt.
Ein großer Teil der Arbeit besteht aus Gesprächen. Der Business Partner sitzt in den Meetings des Fachbereichs, hört zu, stellt Rückfragen und bringt die finanzielle Perspektive ein - auch dann, wenn sie unbequem ist. Zwischen Monatsabschluss und Managementpräsentation liegt der eigentliche Wert der Rolle: Zahlen so zu übersetzen, dass Menschen ohne kaufmännische Ausbildung damit entscheiden können. Technisch arbeitet man mit ERP-Systemen wie SAP, mit Planungssoftware und sehr viel mit Excel, zunehmend auch mit Power BI oder vergleichbaren Werkzeugen.
Wie wird man Business Partner Controlling?
Üblich ist ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik oder Volkswirtschaft, gern mit Schwerpunkt Controlling, Finanzen oder Accounting. Der direkte Einstieg in eine Business-Partner-Rolle ist selten; meist beginnt man im zentralen Controlling, im Beteiligungscontrolling oder in der Wirtschaftsprüfung und wechselt nach zwei bis vier Jahren in die Betreuung eines Fachbereichs. Ein Quereinstieg gelingt auch über eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Controller, etwa an der Controller Akademie oder über einen berufsbegleitenden Bachelor. In technischen Unternehmen sind zudem Ingenieure erfolgreich, die sich kaufmännisch weitergebildet haben, weil sie die Prozesse ihres Bereichs bereits kennen.
Was der Beruf verlangt
Die Rolle steht zwischen zwei Seiten. Der Fachbereich möchte Spielraum, die Konzernzentrale möchte Zahlendisziplin - und der Business Partner soll beide bedienen. Wer Konflikte scheut oder Zahlen nur weitergibt, statt sie zu vertreten, wird in dieser Position nicht glücklich. Verlangt wird die Fähigkeit, Widerspruch auszuhalten und eine unerfreuliche Prognose auch dem Bereichsleiter zu erklären.
Der Arbeitsrhythmus folgt dem Berichtskalender. In den ersten Arbeitstagen jedes Monats, während der Jahresplanung im Herbst und beim Jahresabschluss entstehen Belastungsspitzen mit langen Tagen; dazwischen ist es ruhiger. Homeoffice ist weit verbreitet, Reisen fallen vor allem in Konzernen mit mehreren Standorten an. Wer Datenqualität für selbstverständlich hält, wird überrascht: Ein erheblicher Teil der Zeit geht dafür auf, Systemdaten zu prüfen, Buchungsfehler zu finden und Definitionen abzustimmen.
Aussichten
Controlling-Stellen sind stabil nachgefragt, und die Business-Partner-Rolle ist in mittleren und großen Unternehmen inzwischen der Standard, weil Routineberichte automatisiert werden. Genau darin liegt auch die Verschiebung: Wer nur Berichte baut, wird ersetzbar, wer beraten und moderieren kann, gewinnt. Kenntnisse in Datenmodellierung und Visualisierung sind zum Einstellungskriterium geworden.
Entwicklungswege führen in die Leitung eines Controlling-Bereichs, in die kaufmännische Geschäftsführung einer Tochtergesellschaft oder in Richtung Head of Finance. Auch der Wechsel in den betreuten Fachbereich selbst kommt vor, etwa in die Vertriebs- oder Werksleitung, weil man dessen Geschäft aus der Zahlenperspektive gründlich kennengelernt hat.