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Business Consultant

Business Consultants beraten Unternehmen bei Strategie, Organisation und Prozessen. Sie analysieren Zahlen und Abläufe, entwickeln Lösungsvorschläge und begleiten deren Umsetzung – meist in Projekten beim Kunden vor Ort.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Business Consultant verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.800 € 4.800 € 6.000 € 57.600 €
Mit Berufserfahrung 5.500 € 7.000 € 9.000 € 84.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 8.000 € 11.000 € 18.000 € 132.000 €

Tarifverträge gibt es in der Beratung praktisch nicht, die Gehälter sind frei verhandelt und liegen weit auseinander. Entscheidend sind Größe und Positionierung des Hauses – große Strategieberatungen zahlen deutlich über kleinen Fachberatungen und Inhouse-Einheiten – sowie variable Boni, die auf höheren Ebenen einen erheblichen Teil der Vergütung ausmachen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Business Consultant?

Business Consultants arbeiten in Projekten, die zwischen wenigen Wochen und mehreren Jahren dauern. Ein Kunde hat ein Problem: sinkende Margen, eine geplante Fusion, ein Vertriebsprozess, der zu lange dauert, eine Organisation, die nach dem Wachstum nicht mehr passt. Die Beraterin sammelt Daten, führt Interviews mit Mitarbeitenden und Führungskräften, baut Modelle in Excel, vergleicht mit Marktdaten und leitet daraus Empfehlungen ab. Ergebnis ist selten ein fertiges Produkt, sondern eine Entscheidungsgrundlage: Präsentationen, Business Cases, Umsetzungspläne.

Ein großer Teil der Arbeitszeit geht in Abstimmung. Workshops moderieren, Zwischenergebnisse mit dem Auftraggeber prüfen, Widerstände im Kundenunternehmen aufnehmen. Wer nur analysiert und nicht überzeugt, sieht seine Empfehlungen in der Schublade verschwinden. In der Umsetzungsberatung begleiten Consultants Veränderungen auch operativ: Prozesse neu aufsetzen, Kennzahlen einführen, Projektteams beim Kunden steuern.

Wie wird man Business Consultant?

Der übliche Weg ist ein Hochschulstudium, meist Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik, Volkswirtschaft oder ein technisch-naturwissenschaftliches Fach. Große Beratungen achten auf Noten, Regelstudienzeit, Auslandserfahrung und Praktika; ein Masterabschluss ist dort verbreitet, bei kleineren Häusern kein Muss. Der Einstieg erfolgt als Analyst oder Junior Consultant, oft direkt in ein laufendes Projekt.

Quereinstieg ist möglich und in der Fachberatung sogar erwünscht. Wer zehn Jahre in einer Logistik, einer Bank oder einem Krankenhaus gearbeitet hat, bringt Branchenwissen mit, das Berufsanfänger nicht haben. Solche Seiteneinsteiger starten häufig direkt auf Consultant- oder Senior-Ebene. Ausbildungsberufe allein reichen selten, in Kombination mit Berufserfahrung und einem berufsbegleitenden Studium schon.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten sind lang und schlecht planbar. Sechzig Stunden in einer Projektwoche vor einem Lenkungskreis sind nicht die Ausnahme. Klassisch ist das Reisemodell: montags zum Kunden, donnerstags zurück, dazwischen Hotel. Remote-Anteile sind gestiegen, verschwunden ist das Reisen nicht. Wer ein festes Umfeld, geregelte Feierabende oder verlässliche Betreuungszeiten braucht, findet das in der klassischen Projektberatung schwer.

Inhaltlich verlangt der Beruf schnelles Einarbeiten in fremde Themen, Belastbarkeit unter Zeitdruck und die Fähigkeit, unfertige Ergebnisse zu vertreten. Kritik kommt direkt und häufig. Dazu gehört, dass Empfehlungen unbequem sein können, etwa wenn sie Stellen betreffen – die Beraterin trägt die Analyse vor, die Folgen tragen andere. Der Ausstieg nach wenigen Jahren ist in der Branche normal und eingeplant.

Aussichten

Die Nachfrage schwankt mit der Konjunktur, ist aber strukturell hoch: Digitalisierung, Regulierung, Lieferkettenumbau und Kostendruck erzeugen laufend Beratungsbedarf. Der Karrierepfad in Beratungshäusern ist formalisiert und schnell – von Analyst über Consultant und Manager bis zu Partnerfunktionen, verbunden mit steigender Verantwortung für Kundenbeziehungen und Umsatz. Wer nicht aufsteigt, wechselt üblicherweise in die Industrie, häufig in Strategie-, Controlling- oder Projektleitungsfunktionen; dieser Übergang gelingt nach Beratungserfahrung meist gut. Selbstständigkeit ist ein weiterer Weg, verlangt aber ein tragfähiges Netzwerk und ein klares Spezialgebiet.

Aufgaben

  • Ausgangslage beim Kunden analysieren und Daten aufbereiten
  • Interviews und Workshops mit Fach- und Führungskräften führen
  • Geschäftsmodelle, Kosten und Szenarien in Excel modellieren
  • Handlungsempfehlungen und Business Cases erarbeiten
  • Ergebnisse in Präsentationen für Geschäftsführung und Lenkungskreise darstellen
  • Umsetzung von Maßnahmen begleiten und Fortschritt nachhalten
  • Angebote und Projektskizzen für neue Kundenanfragen mitschreiben

Voraussetzungen

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium, meist wirtschaftlich, technisch oder wirtschaftsinformatisch
  • Sicherer Umgang mit Excel und Präsentationssoftware, analytisches Denken
  • Gutes Englisch, in internationalen Projekten Voraussetzung
  • Sicheres Auftreten gegenüber Führungskräften und Moderationsfähigkeit
  • Bereitschaft zu Reisen und zu unregelmäßigen, langen Arbeitszeiten
  • Belastbarkeit und schnelles Einarbeiten in fremde Branchen

Wo man arbeitet

  • Strategie- und Managementberatungen
  • Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften
  • IT- und Technologieberatungen
  • Inhouse-Consulting-Einheiten großer Konzerne
  • Kleine, auf Branchen spezialisierte Beratungsbüros
  • Selbstständige Beratungstätigkeit

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein Bachelor- oder Masterstudium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik oder einem MINT-Fach, insgesamt drei bis fünf Jahre. Der Einstieg erfolgt danach als Analyst oder Junior Consultant, häufig mit strukturiertem Trainingsprogramm im ersten Jahr. Quereinsteiger mit mehrjähriger Branchenerfahrung starten auch ohne Beratungshintergrund, oft direkt auf höherer Ebene.

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