Bilanzbuchhalter International
Bilanzbuchhalter International erstellen Abschlüsse nach HGB und internationalen Standards wie IFRS oder US-GAAP. Sie arbeiten meist in Konzernen und Unternehmen mit Auslandstöchtern und übersetzen deren Zahlen in ein einheitliches Regelwerk.
3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Bilanzbuchhalter International verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.500 € | 5.200 € | 54.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.800 € | 5.700 € | 6.800 € | 68.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 7.200 € | 9.500 € | 86.400 € |
Entscheidend sind Unternehmensgröße und Kapitalmarktnähe: In Konzernen und bei ausländischen Muttergesellschaften liegen die Gehälter deutlich über denen im kleineren Mittelstand. In tarifgebundenen Betrieben richtet sich die Vergütung meist nach den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemischen Industrie, im öffentlichen Bereich nach TVöD, wo die Spitzenwerte niedriger ausfallen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Bilanzbuchhalter International?
Im Zentrum steht die Bewertung und Darstellung von Geschäftsvorfällen nach mehr als einem Regelwerk. Ein Leasingvertrag, eine Pensionszusage, eine Fremdwährungsforderung oder ein Entwicklungsprojekt werden nach HGB anders behandelt als nach IFRS. Bilanzbuchhalter International führen diese Parallelrechnungen, dokumentieren die Überleitung und begründen jede Abweichung nachvollziehbar.
Der Arbeitsalltag besteht aus Monats-, Quartals- und Jahresabschlüssen, der Abstimmung von Konten und Intercompany-Salden, der Konsolidierung von Tochtergesellschaften und der Aufbereitung von Anhangangaben. Dazu kommen Umsatzsteuervoranmeldungen mit Auslandsbezug, Reverse-Charge-Fälle, Zusammenfassende Meldungen und die Bewertung von Fremdwährungspositionen zum Stichtag. Ein großer Teil der Zeit geht in Kommunikation: mit Kollegen in Auslandsgesellschaften, mit Wirtschaftsprüfern, mit Steuerberatern und mit dem Controlling. Gearbeitet wird in SAP, DATEV, Oracle oder Microsoft Dynamics, in der Konsolidierung häufig mit LucaNet oder SAP Group Reporting, und praktisch immer zusätzlich in Excel.
Wie wird man Bilanzbuchhalter International?
Der klassische Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Steuerfachangestellter oder Industriekaufmann, mehrere Jahre Praxis in der Finanzbuchhaltung und anschließend die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter vor der Industrie- und Handelskammer. Darauf setzt der Abschluss "Bilanzbuchhalter International" auf, ebenfalls IHK-geprüft, mit Schwerpunkt IFRS, Konzernrechnungslegung und internationalem Steuerrecht. Die Kurse laufen meist berufsbegleitend über zwölf bis achtzehn Monate und werden vom Arbeitgeber oder über Aufstiegs-BAföG mitfinanziert.
Der zweite Weg ist ein Studium in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Accounting, oft ergänzt durch Jahre in der Wirtschaftsprüfung. Wer aus einer Prüfungsgesellschaft in ein Unternehmen wechselt, bringt die IFRS-Kenntnisse meist schon mit. Quereinstieg ohne Buchhaltungserfahrung ist unrealistisch; die Prüfungsordnungen setzen einschlägige Praxis voraus.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist stark saisonal. In den Wochen um den Jahresabschluss und während der Prüfung sind Überstunden die Regel, in ruhigen Monaten lässt sich das teilweise ausgleichen. Wer schlecht mit Fristen unter Druck umgehen kann, wird diese Phasen als belastend erleben.
Die Standards ändern sich fortlaufend. Neue IFRS, Auslegungshinweise, Anpassungen im Steuerrecht und Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit müssen gelesen und in eigene Bilanzierungsrichtlinien übersetzt werden. Fachliteratur zu verfolgen gehört dauerhaft dazu. Englisch ist keine Zusatzqualifikation, sondern Arbeitssprache, häufig auch in Telefonkonferenzen mit anderen Zeitzonen.
Dazu gehört eine gewisse Bereitschaft, allein an einer Frage zu bleiben, bis sie belegbar geklärt ist. Vieles ist Bildschirmarbeit, sitzend, konzentriert, über Stunden. Fehler in Zahlen, die in einen veröffentlichten Konzernabschluss fließen, haben Gewicht, was manche als Verantwortung, andere als Anspannung empfinden.
Aussichten
Die Nachfrage ist hoch und stabil. Unternehmen mit Auslandsgeschäft, Kapitalmarktnähe oder ausländischer Konzernmutter finden nur schwer Leute, die HGB und IFRS sicher beherrschen. Aus der Position heraus führen Wege in die Leitung der Hauptbuchhaltung, in Konzernrechnungswesen und Konsolidierung, in Bilanzierungsgrundsatzfragen oder ins Beteiligungscontrolling. Wer zusätzlich Führung übernimmt, wird Leiter Finanz- und Rechnungswesen. Automatisierung nimmt vor allem einfache Buchungsarbeit ab; die Beurteilung von Bilanzierungsfragen bleibt fachliche Arbeit. Ein Wechsel in die Wirtschaftsprüfung oder in die Beratung von Abschlussprozessen ist ebenfalls möglich.
Aufgaben
- Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB und IFRS erstellen
- Überleitungsrechnungen zwischen den Regelwerken dokumentieren
- Tochtergesellschaften konsolidieren und Intercompany-Salden abstimmen
- Fremdwährungspositionen bewerten und Kursdifferenzen buchen
- Anhang, Lagebericht und Berichtspakete für die Konzernmutter aufbereiten
- Wirtschaftsprüfer betreuen und Prüfungsanfragen beantworten
- Umsatzsteuerliche Sachverhalte mit Auslandsbezug beurteilen
- Bilanzierungsrichtlinien pflegen und neue Standards umsetzen
Voraussetzungen
- Kaufmännische Ausbildung und mehrjährige Praxis in der Finanzbuchhaltung
- Abschluss als Bilanzbuchhalter, ergänzt um die Zusatzqualifikation International, oder BWL-Studium mit Accounting-Schwerpunkt
- Sichere Kenntnisse in HGB und IFRS, oft auch US-GAAP
- Englisch verhandlungssicher in Wort und Schrift
- Fester Umgang mit ERP-Systemen wie SAP und mit Excel
- Sorgfalt, Belastbarkeit in Abschlussphasen und Bereitschaft zur laufenden Fortbildung
Wo man arbeitet
- Konzerne und börsennotierte Unternehmen
- Mittelständische Unternehmen mit Auslandstöchtern
- Deutsche Niederlassungen ausländischer Konzerne
- Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften
- Shared Service Center für Rechnungswesen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine kaufmännische Ausbildung von drei Jahren, mehrere Jahre Berufspraxis in der Buchhaltung und anschließend die IHK-Weiterbildung zum Geprüften Bilanzbuchhalter. Darauf folgt der berufsbegleitende Lehrgang zum Bilanzbuchhalter International, der etwa zwölf bis achtzehn Monate dauert und mit einer IHK-Prüfung endet. Alternativ führt ein betriebswirtschaftliches Studium mit Schwerpunkt Rechnungswesen, häufig verbunden mit Jahren in der Wirtschaftsprüfung, in den Beruf.
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Bilanzbuchhalter (m/w/d) International – HGB / IAS / IFRS
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