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Beton- und Stahlbetonbauer

Beton- und Stahlbetonbauer stellen tragende Bauteile aus Beton her: Sie bauen Schalungen, verlegen Stahlbewehrung, betonieren und bearbeiten die fertigen Flächen. Sie arbeiten auf Baustellen im Hoch-, Ingenieur- und Brückenbau.

8 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Beton- und Stahlbetonbauer verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.000 € 3.300 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.600 € 4.100 € 43.200 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.400 € 5.300 € 52.800 €

Maßgeblich sind der Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe und die Lohntarifverträge, die feste Mindestlöhne nach Berufsgruppen und getrennt für West und Ost festlegen; hinzu kommen oft Wegegeld, Auslöse bei Montage und Überstundenzuschläge. In tariffreien Kleinbetrieben liegen die Löhne teils darunter, große Bauunternehmen und der Ingenieurbau zahlen häufig über Tarif.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Beton- und Stahlbetonbauer?

Beton- und Stahlbetonbauer errichten das Skelett von Gebäuden und Ingenieurbauwerken. Aus Systemschalungen oder Holz bauen sie die Form, in die der Beton später fließt: Wände, Stützen, Decken, Treppen, Fundamente, Brückenkappen, Kläranlagenbecken. In diese Schalung legen sie die Bewehrung ein, biegen und flechten Stahlstäbe nach Bewehrungsplan, binden sie mit Rödeldraht und sichern die Betondeckung mit Abstandhaltern. Dann wird betoniert: Beton aus dem Fahrmischer oder der Pumpe einbringen, mit Innen- und Außenrüttlern verdichten, abziehen, glätten, gegen Austrocknen und Frost schützen. Nach dem Erhärten wird ausgeschalt, Oberflächen werden nachgearbeitet, Fugen abgedichtet, Bauteile abgedichtet und gedämmt.

Dazu kommt der Umgang mit Fertigteilen: Wände und Decken vom Kran übernehmen, ausrichten, abstützen, verguss- und ortbetonseitig anschließen. Auch Sanierung gehört dazu, etwa das Freistemmen und Neuprofilieren von schadhaftem Beton an Parkhäusern und Brücken. Gearbeitet wird im Kolonnenverbund, meist zu mehreren, mit klarer Absprache und viel Krankontakt.

Wie wird man Beton- und Stahlbetonbauer?

Der Weg führt über eine dreijährige duale Ausbildung im Bauhauptgewerbe. Das erste Jahr ist eine gemeinsame Grundbildung Bau, im zweiten und dritten Jahr folgt die Spezialisierung. Ein Teil der Ausbildung findet in überbetrieblichen Ausbildungszentren statt, dort werden Schalungsbau, Bewehrungsarbeiten und Betoniertechnik in Blöcken geübt. Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die meisten Betriebe stellen Bewerber mit Haupt- oder Realschulabschluss ein; Grundrechnen und räumliches Vorstellungsvermögen sind wichtiger als Zeugnisnoten.

Quereinstieg ist verbreitet. Wer als Bauhelfer anfängt, kann angelernt weiterarbeiten und die Prüfung später über eine Externenprüfung oder eine Umschulung nachholen. Nach der Gesellenzeit sind Vorarbeiter, Werkpolier und Polier die üblichen Aufstiege, danach die Meisterprüfung oder eine Weiterbildung zum Bautechniker.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist körperlich schwer und findet fast vollständig draußen statt. Schalungstafeln und Bewehrungsstäbe wiegen viel, gearbeitet wird oft in gebückter Haltung, knieend oder auf Gerüsten und Arbeitsbühnen in Höhe. Kälte, Nässe, Hitze, Lärm und Staub gehören dazu, im Winter kann es Schlechtwetterunterbrechungen geben. Der Arbeitstag beginnt früh, Überstunden in der Bausaison sind Normalität, ausgeglichen über Arbeitszeitkonten. Wer für ein größeres Bauunternehmen arbeitet, ist häufig auf Montage und übernachtet wochenweise auswärts.

Beton verzeiht keine Fehler: Eine falsch abgestützte Schalung oder eine falsch eingelegte Bewehrung wird zum Sicherheits- und Kostenproblem. Deshalb zählen sorgfältiges Planlesen, Genauigkeit beim Maßnehmen und Verlässlichkeit im Team. Rückenbelastung, Gelenkverschleiß und Hautkontakt mit frischem Beton sind reale Gesundheitsrisiken; Schutzausrüstung und Hebehilfen sind Pflicht, werden aber nicht überall konsequent genutzt.

Aussichten

Fachkräfte werden gesucht. Der Rohbau leidet seit Jahren unter Nachwuchsmangel, gleichzeitig hängt die Auftragslage stark an Zinsen, öffentlicher Investitionstätigkeit und der Konjunktur im Wohnungsbau. Im Ingenieur- und Infrastrukturbau, besonders bei Brückensanierungen, ist die Nachfrage stabiler als im privaten Hochbau. Wer bereit ist, mobil zu arbeiten, findet in der Regel schnell eine Stelle. Entwicklungswege führen über Vorarbeiter und Polier in die Bauleitungsnähe, über Spezialisierungen wie Sichtbeton, Gleitbau oder Betoninstandsetzung oder über den Meisterbrief in den eigenen Betrieb.

Aufgaben

  • Schalungen aus Systemelementen oder Holz herstellen, aufstellen und ausrichten
  • Bewehrungsstahl nach Plan zuschneiden, biegen, verlegen und verbinden
  • Beton einbringen, verdichten, abziehen und nachbehandeln
  • Bauteile ausschalen, Oberflächen nacharbeiten und Fugen abdichten
  • Betonfertigteile mit dem Kran versetzen, abstützen und anschließen
  • Maße abstecken, Höhen einmessen und Ausführungspläne lesen
  • schadhaften Beton an Bestandsbauwerken freistemmen und instand setzen
  • Baustelle sichern, Geräte und Rüttler warten

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung im Bauhauptgewerbe oder einschlägige Baustellenerfahrung
  • gute körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und Höhentauglichkeit
  • räumliches Vorstellungsvermögen und sicheres Lesen von Schal- und Bewehrungsplänen
  • Grundrechenarten, Maßstab- und Mengenberechnung
  • Bereitschaft zu Frühbeginn, Außenarbeit bei jedem Wetter und teils Montageeinsätzen
  • Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit in der Kolonne
  • Führerschein Klasse B ist in vielen Betrieben erwünscht

Wo man arbeitet

  • Baustellen von Hoch- und Ingenieurbauunternehmen
  • Betriebe des Brücken-, Tunnel- und Infrastrukturbaus
  • Fertigteilwerke und Betonwerke
  • Betriebe für Betoninstandsetzung und Bauwerkssanierung
  • Bauabteilungen von Industrie- und Kraftwerksbetreibern

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer mit Berufsschule und überbetrieblichen Lehrgängen, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer oder der Abschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer. Nach zwei Jahren kann alternativ der Abschluss Bauwerksmechaniker beziehungsweise Hochbaufachwerker erreicht werden. Angelernte Kräfte können den Abschluss später über eine Umschulung oder Externenprüfung nachholen, Aufstiege führen über Vorarbeiter und Werkpolier bis zum Polier oder Meister.

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