Berater Baufinanzierung
Berater für Baufinanzierung ermitteln, wie viel Kredit Kaufinteressenten und Bauherren tragen können, und stellen die passende Finanzierung aus Darlehen, Eigenkapital und Fördermitteln zusammen. Sie arbeiten bei Banken, Sparkassen oder freien Vermittlern.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Berater Baufinanzierung verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.800 € | 3.300 € | 4.000 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 4.400 € | 5.800 € | 52.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.500 € | 6.000 € | 9.500 € | 72.000 € |
In Sparkassen und Genossenschaftsbanken richtet sich das Entgelt nach dem TVöD-S beziehungsweise dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe und ist entsprechend eng gestaffelt. Bei freien Vermittlern liegt oft nur ein niedriges Fixum vor, der Rest hängt an Provisionen und schwankt mit dem Zinsniveau und der Lage am Immobilienmarkt erheblich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Berater Baufinanzierung?
Im Zentrum steht die Frage, ob und wie ein Immobilienkauf finanzierbar ist. Dazu wird die Haushaltsrechnung aufgestellt: Nettoeinkommen, laufende Verpflichtungen, Eigenkapital, Nebenkosten für Notar, Grundbuch, Makler und Grunderwerbsteuer. Aus dem Ergebnis ergibt sich der mögliche Darlehensbetrag und die tragbare monatliche Rate.
Anschließend werden Angebote gerechnet und verglichen: Annuitätendarlehen mit unterschiedlichen Zinsbindungen, Tilgungssätzen und Sondertilgungsrechten, dazu KfW-Programme, Landesförderbanken und Bausparverträge. Bei freien Vermittlern läuft der Vergleich über Plattformen mit Konditionen mehrerer Dutzend Banken, bei einer Bank oder Sparkasse überwiegend über das eigene Haus.
Ein großer Teil der Arbeit ist Unterlagenarbeit. Objektunterlagen, Grundbuchauszug, Baubeschreibung, Kaufvertragsentwurf, Lohnabrechnungen und Steuerbescheide müssen vollständig und prüffähig zusammengestellt werden. Der Berater bewertet die Immobilie überschlägig, erstellt den Kreditantrag für die Marktfolge und begleitet die Zusage bis zur Auszahlung, oft im Zusammenspiel mit Notar, Makler und Bauträger. Beratungsprotokolle und Dokumentation nach den Vorgaben der Wohnimmobilienkreditrichtlinie gehören dazu.
Wie wird man Berater Baufinanzierung?
Der klassische Weg führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, danach einige Jahre in der Privatkundenberatung und ein Wechsel in die Baufinanzierung. Viele qualifizieren sich zusätzlich zum Bankfachwirt oder studieren berufsbegleitend Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Finanzdienstleistungen. Auch Immobilienkaufleute und Versicherungskaufleute steigen häufig um.
Für die Tätigkeit als selbstständiger oder angestellter Vermittler außerhalb einer Bank ist die Erlaubnis als Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i Gewerbeordnung nötig, dazu die Sachkundeprüfung bei der Industrie- und Handelskammer. Wer in einer Bank arbeitet, braucht die Erlaubnis nicht, muss aber die Sachkundeanforderungen des Instituts erfüllen und regelmäßig Weiterbildung nachweisen. Ein Quereinstieg ist möglich, verlangt aber Vertriebserfahrung und die Bereitschaft, sich Zinsrechnung, Grundbuchrecht und Förderlandschaft anzueignen.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit ist vertrieblich geprägt. Zielvorgaben für Abschlussvolumen oder Anzahl der Finanzierungen sind üblich, bei freien Vermittlern hängt ein erheblicher Teil des Einkommens an Provision. Termine liegen häufig abends oder samstags, weil Kunden sonst nicht können. Zwischen Zinsangebot und Notartermin stehen oft nur Tage, entsprechend entsteht Druck, wenn Unterlagen fehlen.
Rechnerische Sorgfalt ist Pflicht: Ein Fehler in der Haushaltsrechnung oder eine übersehene Vorlast im Grundbuch kann eine Finanzierung platzen lassen. Gleichzeitig gehört Zurückhaltung dazu, Kunden auch von einem Vorhaben abzuraten, das rechnerisch nicht trägt. Nicht jedes Gespräch endet mit einem Abschluss, viele Beratungen bleiben ohne Ergebnis. Steigende Zinsen und schwacher Immobilienmarkt schlagen unmittelbar auf das Geschäftsvolumen durch.
Aussichten
Der Bedarf bleibt bestehen, weil Immobilienfinanzierungen komplex sind und selten ohne Beratung abgeschlossen werden. Allerdings schwankt das Volumen stark mit Zinsniveau und Baukonjunktur, was sich in Provisionseinkommen direkt niederschlägt. Digitale Vergleichsportale übernehmen zunehmend die Vorauswahl, verlagern die Beratung aber eher, als sie zu ersetzen.
Entwicklungswege führen in die Betreuung vermögender Kunden, in gewerbliche Immobilienfinanzierung, in die Kreditanalyse oder in die Teamleitung im Vertrieb. Wer sich einen festen Netzwerk aus Maklern und Bauträgern aufbaut, kann als selbstständiger Vermittler arbeiten, trägt dann aber das Marktrisiko selbst.
Aufgaben
- Haushaltsrechnung und Kapitaldienstfähigkeit ermitteln
- Darlehensangebote mit verschiedenen Zinsbindungen und Tilgungen kalkulieren
- Fördermittel von KfW und Landesförderbanken einbinden
- Objekt- und Einkommensunterlagen prüfen und vollständig zusammenstellen
- Kreditanträge aufbereiten und an die Marktfolge übergeben
- Beratungsgespräche führen und nach Wohnimmobilienkreditrichtlinie protokollieren
- Abstimmung mit Notaren, Maklern, Bauträgern und Sachbearbeitung
- Bestandskunden bei Anschlussfinanzierungen und Prolongationen betreuen
Voraussetzungen
- Kaufmännische Ausbildung, meist Bankkaufmann oder Immobilienkaufmann, alternativ wirtschaftsnahes Studium
- Sachkundenachweis und Erlaubnis nach § 34i GewO bei Tätigkeit außerhalb eines Kreditinstituts
- Sicherer Umgang mit Zins-, Tilgungs- und Annuitätenrechnung
- Grundkenntnisse in Grundbuch-, Kauf- und Bauvertragsrecht
- Beratungsstärke und Belastbarkeit unter Vertriebszielen
- Sorgfalt bei Dokumentation und Datenschutz
- Bereitschaft zu Abend- und Samstagsterminen
Wo man arbeitet
- Filialen von Sparkassen und Genossenschaftsbanken
- Privatbanken und Direktbanken
- Freie Baufinanzierungsvermittler und Franchisebüros
- Bausparkassen und deren Außendienst
- Immobilienunternehmen mit eigener Finanzierungsberatung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, danach mehrere Jahre Privatkundenberatung und ein interner Wechsel in die Baufinanzierung. Wer ohne Bankausbildung einsteigt, legt die IHK-Sachkundeprüfung zum Immobiliardarlehensvermittler ab und arbeitet zunächst bei einem Vermittler. Aufbauend qualifizieren viele sich zum Bankfachwirt oder studieren berufsbegleitend Betriebswirtschaft.
Offene Stellen als Berater Baufinanzierung
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Berater Baufinanzierung (m/w/d)
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