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Baumkontrolleur

Baumkontrolleure prüfen Bäume an Straßen, in Parks und auf Grundstücken auf Schäden und Bruchgefahr und dokumentieren, welche Pflege- oder Fällmaßnahmen nötig sind. Sie sichern damit die Verkehrssicherheit von Bäumen ab, für die Kommunen und Eigentümer haften.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Baumkontrolleur verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.700 € 3.100 € 3.500 € 37.200 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 3.700 € 4.200 € 44.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.700 € 4.300 € 5.200 € 51.600 €

Bei Kommunen und Behörden richtet sich die Bezahlung nach dem TVöD, üblich sind Entgeltgruppen etwa zwischen 6 und 9b je nach Verantwortung und Qualifikation. In privaten Baumpflegebetrieben liegt das Gehalt oft darunter, während Sachverständigentätigkeit und Selbstständigkeit mit eigenen Kontrollaufträgen deutlich mehr einbringen können.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Baumkontrolleur?

Baumkontrolleure begutachten Bäume vom Boden aus: Sie gehen den Stamm ab, prüfen Wurzelanläufe, Rinde, Astanbindungen und Krone, klopfen den Stamm mit dem Schonhammer ab, achten auf Pilzfruchtkörper, Höhlungen, Rissbildung, Totholz und einseitige Belaubung. Aus diesen Befunden leiten sie ab, ob ein Baum noch bruch- und standsicher ist. Jeder Baum wird mit Standort, Art, Stammumfang, Höhe, Vitalität und Befund in eine Baumkataster-Software eingetragen, oft mit GPS-Erfassung auf dem Tablet. Daraus entstehen Maßnahmenvorschläge: Kronenpflege, Totholzentnahme, Einkürzung, Kontrollintervall verkürzen, weitergehende Untersuchung mit Bohrwiderstandsmessung oder Zugversuch, im Extremfall Fällung.

Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation. Kontrollen sind rechtlich relevant: Wenn ein Ast auf ein Auto oder einen Menschen fällt, wird geprüft, ob die Verkehrssicherheitskontrolle sachgerecht und nachweisbar erfolgt ist. Baumkontrolleure arbeiten deshalb nach den FLL-Baumkontrollrichtlinien und müssen ihre Einschätzung begründen können. Dazu kommen Absprachen mit Baumpflegefirmen, Bauleitungen bei Baumaßnahmen im Wurzelbereich und Gespräche mit Anwohnern, die einen Baum entweder gefällt oder unbedingt erhalten haben wollen.

Wie wird man Baumkontrolleur?

Der übliche Weg führt über eine grüne Ausbildung: Gärtner in der Fachrichtung Baumschule oder Garten- und Landschaftsbau, Forstwirt, dazu Berufserfahrung in der Baumpflege. Darauf setzt eine Zusatzqualifikation auf, meist der Lehrgang zum FLL-zertifizierten Baumkontrolleur mit schriftlicher und praktischer Prüfung, der über wenige Wochen läuft und alle sechs Jahre durch Fortbildung erneuert werden muss. Auch European Tree Worker und European Tree Technician sind gängige Nachweise. Wer aus einem Studium der Forstwirtschaft, Landschaftsarchitektur oder Arboristik kommt, steigt häufig direkt in die Baumkontrolle oder in die Sachverständigentätigkeit ein. Ein reiner Quereinstieg ohne fachlichen Hintergrund ist kaum möglich, weil Baumarten, Pilze und Schadbilder sicher erkannt werden müssen.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet fast vollständig im Freien statt, bei Regen, Wind und Kälte, und die Hauptkontrollsaison liegt im unbelaubten Zustand des Winters sowie im Sommer bei Vollbelaubung. Es kommen viele Kilometer zu Fuß zusammen, oft im Straßenverkehr mit Absicherung. Nach Sturmereignissen wird auch kurzfristig und am Wochenende kontrolliert. Fachlich schwer ist die Verantwortung: Einschätzungen bewegen sich in Grauzonen, und eine Fehlbeurteilung kann Personen gefährden und haftungsrechtliche Folgen haben. Gleichzeitig steht der Aufwand oft unter Zeitdruck, weil Kataster mit mehreren Zehntausend Bäumen mit wenig Personal abgearbeitet werden. Wer Konflikte scheut, tut sich schwer, denn Fällentscheidungen werden öffentlich kritisiert.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil und wächst. Kommunen bauen Baumkataster auf, Straßenbaubehörden, Bahn, Wohnungsunternehmen und Friedhofsverwaltungen brauchen regelmäßige Kontrollen, und Trockenjahre haben den Zustand vieler Stadtbäume verschlechtert. Fachlich weiterentwickeln lässt sich der Beruf über die eingehende Baumuntersuchung mit Messtechnik, über die Bestellung als Sachverständiger für Baumsicherheit und Baumwertermittlung oder über die Leitung eines Baumteams in einer Grünflächenverwaltung. Auch die Selbstständigkeit mit Kontrollaufträgen für mehrere Gemeinden ist verbreitet.

Aufgaben

  • Bäume vom Boden aus visuell auf Bruch- und Standsicherheit prüfen
  • Schadbilder wie Pilzfruchtkörper, Risse, Höhlungen und Totholz erfassen
  • Befunde und Baumdaten im Baumkataster digital dokumentieren
  • Pflege-, Sicherungs- und Fällmaßnahmen vorschlagen und Kontrollintervalle festlegen
  • weitergehende Untersuchungen veranlassen und begleiten
  • Baumpflegearbeiten beauftragen und deren Ausführung abnehmen
  • Baumschutz bei Bauvorhaben im Wurzel- und Kronenbereich überwachen
  • Auskunft geben gegenüber Eigentümern, Anwohnern und Behörden

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung im Gartenbau, Landschaftsbau oder Forstbereich, alternativ ein einschlägiges Studium
  • Zertifikat als FLL-zertifizierter Baumkontrolleur oder vergleichbarer Nachweis
  • sichere Kenntnis heimischer Baumarten, Pilze und Schadbilder
  • Führerschein Klasse B, häufig mit eigenem Kontrollgebiet
  • gute körperliche Belastbarkeit und Bereitschaft zur Arbeit im Freien bei jedem Wetter
  • sorgfältige, nachvollziehbare Dokumentation und Sicherheit im Umgang mit Kataster-Software
  • Standfestigkeit in Gesprächen über Fällungen und Verkehrssicherheit

Wo man arbeitet

  • kommunale Grünflächen- und Umweltämter
  • Baumpflege- und Landschaftsbaubetriebe
  • Ingenieur- und Sachverständigenbüros für Baumkontrolle
  • Straßenbaubehörden, Autobahn- und Bahninfrastruktur
  • Wohnungsgesellschaften, Friedhofs- und Liegenschaftsverwaltungen
  • Schlösser-, Park- und Gartenverwaltungen

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist meist eine dreijährige Ausbildung zum Gärtner der Fachrichtung Baumschule oder Garten- und Landschaftsbau oder zum Forstwirt, gefolgt von Praxis in der Baumpflege. Darauf folgt der mehrwöchige Lehrgang zum FLL-zertifizierten Baumkontrolleur mit Prüfung, dessen Zertifikat alle sechs Jahre erneuert wird. Alternativ führt ein Studium in Forstwirtschaft, Arboristik oder Landschaftsarchitektur in den Beruf.

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