Was macht ein bautechnischer Konstrukteur?
Aus einer Entwurfsskizze wird ein Plan, aus dem ein Bauwerk entstehen kann. Bautechnische Konstrukteure – in Deutschland meist als Bauzeichner oder technische Systemplaner ausgebildet – zeichnen Grundrisse, Schnitte und Ansichten, konstruieren Schalungs- und Bewehrungspläne, legen Bauteilquerschnitte fest und tragen Maße, Höhen und Materialangaben ein. Die Arbeit findet am Rechner statt, mit CAD-Programmen wie AutoCAD, Allplan oder Revit, zunehmend im dreidimensionalen Gebäudemodell nach der BIM-Methode.
Zum Alltag gehört mehr als Zeichnen. Es werden Massen und Mengen ermittelt, die in Leistungsverzeichnisse und Kostenschätzungen einfließen. Planunterlagen werden für Bauanträge zusammengestellt, Änderungen aus Statik, Haustechnik oder Bauherrenwünschen eingearbeitet und Planstände verwaltet, damit auf der Baustelle nicht nach einer veralteten Fassung gebaut wird. Häufig läuft die Abstimmung mit Tragwerksplanern, Vermessern, Fachplanern für Elektro und Lüftung sowie mit Behörden.
Wie wird man bautechnischer Konstrukteur?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bauzeichner mit einer Fachrichtung – Architektur, Ingenieurbau oder Tief-, Straßen- und Landschaftsbau. Betriebe sind Architektur- und Ingenieurbüros, Bauunternehmen und kommunale Bauämter. Die Schweizer Bezeichnung des Berufs, Zeichner beziehungsweise Konstrukteur im Bauwesen, taucht in Stellenanzeigen ebenfalls auf. Wer weitergehen will, hängt eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Bautechniker an oder studiert Bauingenieurwesen an einer Fachhochschule, oft berufsbegleitend. Ein solches Studium umfasst sechs bis sieben Semester bis zum Bachelor und öffnet die Tür zu Statik, Bauleitung und Projektsteuerung.
Quereinstiege gibt es, sind aber die Ausnahme: Wer aus einem Bauberuf kommt und sichere CAD-Kenntnisse nachweist, findet in kleineren Büros Anschluss, meist zunächst über befristete Zeichentätigkeiten.
Was der Beruf verlangt
Genauigkeit ist keine Tugend, sondern Pflicht. Ein falsch gesetztes Maß kann auf der Baustelle teuer werden, deshalb wird viel geprüft und wiederholt. Die Arbeit ist sitzend und bildschirmintensiv, körperlich also leicht, aber ermüdend für Augen und Rücken. Räumliches Vorstellungsvermögen und Verständnis für Bauphysik und Normen sind nötig; wer Zahlen und technische Regelwerke meidet, wird unglücklich.
Die Arbeitszeiten sind meist geregelt, in Abgabephasen vor Bauantrag oder Ausschreibung fallen jedoch Überstunden an. Belastend ist die Abhängigkeit von Änderungen anderer: Ein neuer Bauherrenwunsch bedeutet, halbe Planpakete neu zu konstruieren. Die Umstellung auf BIM verlangt laufende Einarbeitung in Software, die sich schnell weiterentwickelt. In kleinen Büros ist die Bezahlung oft deutlich niedriger als in der Bauindustrie oder im öffentlichen Dienst.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil Planungsleistungen auch dann anfallen, wenn weniger gebaut wird – Sanierung, energetische Modernisierung und Infrastrukturinstandhaltung binden Kapazitäten. Bewerber mit belastbaren BIM- und Revit-Kenntnissen sind knapp und können verhandeln. Entwicklungswege führen über den staatlich geprüften Bautechniker zur Teamleitung in der Planung, über ein Bauingenieurstudium in Statik oder Bauleitung, oder in Spezialisierungen wie BIM-Koordination und Ausschreibungswesen. Wer nur zeichnet und sich nicht weiterbildet, gerät mittelfristig unter Druck, weil einfache Zeichentätigkeiten zunehmend automatisiert oder ins Ausland vergeben werden.