Baufinanzierungsberater / Finanzierungsberater
Baufinanzierungsberater vermitteln Kredite für den Kauf, Bau oder die Sanierung von Immobilien. Sie prüfen die finanzielle Lage der Kunden, rechnen Finanzierungsmodelle durch und begleiten den Weg bis zur Kreditzusage der Bank.
12 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Baufinanzierungsberater / Finanzierungsberater verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.400 € | 4.000 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.300 € | 5.300 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.500 € | 5.500 € | 8.000 € | 66.000 € |
Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken richtet sich das Gehalt nach dem TVöD-S beziehungsweise dem Tarifvertrag für Volks- und Raiffeisenbanken und ist damit eng gestaffelt; bei freien Vermittlern besteht ein großer Teil des Einkommens aus Provisionen und schwankt mit dem Zinsniveau und dem Immobilienmarkt erheblich.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Baufinanzierungsberater?
Am Anfang steht meist ein Gespräch über Geld, das viele Menschen selten führen: Wie viel Eigenkapital ist vorhanden, wie sicher ist das Einkommen, welche Rate lässt sich über zwanzig Jahre tragen. Aus diesen Angaben entsteht eine Haushaltsrechnung und daraus ein realistischer Kaufpreisrahmen. Baufinanzierungsberater rechnen anschließend Varianten durch: unterschiedliche Zinsbindungen, Tilgungssätze, Sondertilgungsrechte, Förderkredite der KfW oder der Landesförderbanken, gelegentlich eine Kombination mehrerer Darlehen.
Ein großer Teil der Arbeit ist Unterlagenarbeit. Lohnabrechnungen, Steuerbescheide, Grundbuchauszüge, Baubeschreibungen, Wohnflächenberechnungen, Fotos der Immobilie - alles muss vollständig und plausibel sein, bevor eine Bank entscheidet. Berater bereiten diese Anträge auf, sprechen mit den Kreditabteilungen, klären Nachforderungen und verhandeln Konditionen. Wer bei einem freien Vermittler arbeitet, vergleicht die Angebote vieler Institute über eine Plattform; wer bei einer Bank oder Sparkasse angestellt ist, arbeitet mit dem eigenen Produktangebot und gibt Anträge in die Marktfolge. Dazu kommen Anschlussfinanzierungen, Umschuldungen, Modernisierungskredite und die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation jeder Beratung.
Wie wird man Baufinanzierungsberater?
Der häufigste Weg führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau, drei Jahre im dualen System, danach einige Jahre in der Privatkundenbetreuung und eine Spezialisierung auf Immobilienfinanzierung. Auch Versicherungskaufleute und Absolventen wirtschaftlicher Studiengänge kommen in den Beruf. Fortbildungen wie der Bankfachwirt, der Fachwirt für Finanzberatung oder Zertifikatslehrgänge zur Immobilienfinanzierung sind übliche Zwischenschritte.
Wer selbstständig oder für einen Vermittler tätig ist, braucht in der Regel die Erlaubnis als Immobiliardarlehensvermittler nach Paragraf 34i der Gewerbeordnung und dafür die Sachkundeprüfung bei der Industrie- und Handelskammer. Angestellte in Banken benötigen die Erlaubnis nicht, müssen aber die Sachkunde nachweisen und sich jährlich weiterbilden. Quereinstieg aus Immobilienvertrieb, Versicherung oder Vertrieb allgemein ist möglich, verlangt aber die Prüfung und Einarbeitung in Kreditrecht, Beleihungswertermittlung und Förderprogramme.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist vertriebsorientiert. Fast überall gibt es Zielvorgaben für vermitteltes Volumen oder Abschlusszahlen, bei freien Vermittlern hängt ein erheblicher Teil des Einkommens an Provisionen. Wer Verkaufsdruck schlecht verträgt, wird damit Mühe haben. Termine liegen oft abends oder samstags, weil Kunden berufstätig sind, und Kaufprozesse haben Fristen: Wenn der Notartermin steht, muss die Finanzierungsbestätigung vorliegen, auch wenn eine Unterlage fehlt.
Dazu kommt die Verantwortung. Eine zu knapp gerechnete Finanzierung belastet eine Familie jahrzehntelang, und nicht jeder Kundenwunsch ist tragfähig. Absagen gehören zum Alltag. Fachlich muss man sich laufend auf neue Zinsniveaus, geänderte Förderbedingungen und regulatorische Vorgaben einstellen. Der Arbeitsalltag ist überwiegend Schreibtisch und Bildschirm, zunehmend auch Beratung per Video.
Aussichten
Die Nachfrage schwankt stark mit dem Zinsniveau und der Lage am Immobilienmarkt. In Hochphasen werden Berater gesucht, in Zinsanstiegsphasen bricht das Neugeschäft ein, während Anschlussfinanzierungen und Modernisierungskredite zunehmen. Da viele Bankmitarbeiter aus geburtenstarken Jahren in den Ruhestand gehen, bleibt Bedarf an Nachwuchs. Entwicklungswege führen in die Kreditanalyse, ins Firmenkundengeschäft, in die Teamleitung, in die Ausbildung neuer Berater oder in die Selbstständigkeit als Vermittler mit eigenem Kundenstamm.
Aufgaben
- Haushalts- und Kapitaldienstrechnungen mit Kunden erstellen
- Finanzierungsmodelle mit verschiedenen Zinsbindungen und Tilgungen durchrechnen
- Förderkredite und Zuschüsse von KfW und Landesförderbanken einbinden
- Kreditunterlagen zusammenstellen und auf Plausibilität prüfen
- Anträge bei Banken einreichen und Konditionen verhandeln
- Anschlussfinanzierungen und Umschuldungen betreuen
- Beratungsgespräche rechtssicher dokumentieren
- Neukunden gewinnen und Kontakte zu Maklern und Bauträgern pflegen
Voraussetzungen
- Kaufmännische Ausbildung im Bank- oder Versicherungsbereich oder wirtschaftliches Studium
- Sachkundenachweis, bei selbstständiger Tätigkeit Erlaubnis nach § 34i GewO
- Sicherer Umgang mit Zahlen, Zins- und Tilgungsrechnung
- Kenntnisse in Kreditrecht, Grundbuchwesen und Beleihungswertermittlung
- Verkaufsorientierung und Belastbarkeit unter Zielvorgaben
- Verbindliches Auftreten und Fähigkeit, komplexe Sachverhalte einfach zu erklären
- Führerschein für Außentermine, je nach Arbeitgeber
Wo man arbeitet
- Sparkassen und Genossenschaftsbanken
- Geschäftsbanken und Direktbanken
- Freie Finanzierungsvermittler und Maklerpools
- Bausparkassen
- Immobilienunternehmen und Bauträger mit eigener Finanzierungsabteilung
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Bankkaufmann oder zur Bankkauffrau mit IHK-Abschluss, gefolgt von einigen Jahren in der Privatkundenberatung und einer Spezialisierung auf Baufinanzierung. Alternativ führt ein wirtschaftswissenschaftliches Studium oder ein Quereinstieg mit der IHK-Sachkundeprüfung nach § 34i GewO in den Beruf. Weiterbildungen wie Bankfachwirt oder Fachwirt für Finanzberatung sind übliche nächste Schritte.
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