Ausbilder für Elektriker
Ausbilderinnen und Ausbilder für Elektriker bringen Auszubildenden in der Elektrotechnik das Handwerk bei, von der ersten Abzweigdose bis zur Gesellen- oder Abschlussprüfung. Sie arbeiten in Ausbildungswerkstätten von Industriebetrieben, in Bildungszentren der Kammern oder bei Bildungsträgern.
14 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Ausbilder für Elektriker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.800 € | 4.300 € | 45.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.700 € | 4.200 € | 4.900 € | 50.400 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.800 € | 5.700 € | 57.600 € |
Am stärksten entscheidet der Arbeitgeber: In der Industrie gilt meist der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie (IG Metall) mit den höchsten Gehältern, Handwerkskammern zahlen oft angelehnt an den TVöD, Bildungsträger nach dem Branchentarif Aus- und Weiterbildung und meist deutlich weniger. Ein Meister- oder Technikerabschluss hebt die Eingruppierung spürbar.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Ausbilder für Elektriker?
Ausbilder für Elektriker vermitteln Auszubildenden das praktische und fachliche Können der Elektroberufe, etwa für Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder Elektroniker für Betriebstechnik. Der Alltag spielt sich überwiegend in der Lehrwerkstatt ab: Leitungen verlegen, Verteilungen verdrahten, Schützschaltungen aufbauen, Steuerungen programmieren und Messungen nach VDE durchführen. Der Ausbilder macht vor, lässt nachmachen, korrigiert und prüft. Dazu kommen Unterweisungen zur Arbeitssicherheit, denn wer an elektrischen Anlagen Fehler macht, gefährdet sich und andere. Ein großer Teil der Arbeit ist Planung und Verwaltung: Ausbildungspläne nach der Ausbildungsordnung erstellen, Lehrgänge vorbereiten, Übungsaufgaben entwickeln, Berichtshefte kontrollieren, Beurteilungen schreiben und auf Zwischen- und Abschlussprüfungen vorbereiten. In überbetrieblichen Bildungszentren wechseln die Gruppen wochenweise, in Industriebetrieben begleitet der Ausbilder einen Jahrgang über dreieinhalb Jahre. Gespräche mit Eltern, Berufsschullehrern und Fachabteilungen gehören ebenso dazu wie das Eingreifen, wenn jemand den Anschluss verliert oder private Probleme die Ausbildung gefährden.
Wie wird man Ausbilder für Elektriker?
Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es nicht. Der übliche Weg führt über eine abgeschlossene Ausbildung in einem Elektroberuf, einige Jahre Berufspraxis und eine Weiterbildung zum Elektrotechnikermeister oder zum staatlich geprüften Techniker. Pflicht ist der Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung, die Prüfung kann einzeln abgelegt werden und ist in der Meisterprüfung bereits enthalten. Industriebetriebe und Kammern verlangen meist den Meister- oder Technikerabschluss, manche Bildungsträger stellen auch erfahrene Gesellen mit Ausbildereignung ein. Ein Quereinstieg aus der Montage oder Instandhaltung ist üblich, oft nachdem jemand im eigenen Betrieb schon Auszubildende betreut hat.
Was der Beruf verlangt
Fachlich muss ein Ausbilder mehr wissen als die Auszubildenden lernen sollen, und das Wissen veraltet schnell: Photovoltaik, Speichertechnik, Gebäudeautomation und Ladeinfrastruktur verlangen ständige eigene Weiterbildung. Die größere Belastung ist oft die pädagogische. Gruppen sind gemischt, Vorkenntnisse in Mathematik und Physik schwanken stark, Motivation und Pünktlichkeit nicht selten auch. Geduld, klare Ansagen und die Fähigkeit, dieselbe Sache zum zehnten Mal ruhig zu erklären, sind nötig. Die Verantwortung für die Sicherheit an spannungsführenden Übungsplätzen ist ständig da. Die Arbeitszeiten sind meist regelmäßig und tagsüber, Schichtarbeit gibt es kaum. Viel Stehen in der Werkstatt und ein erheblicher Verwaltungsanteil gehören dazu. Bei Bildungsträgern hängen Stellen teils an befristeten Maßnahmen der Arbeitsagentur.
Aussichten
Die Nachfrage ist gut. Elektrofachkräfte fehlen in Handwerk und Industrie, die Energiewende erhöht den Bedarf weiter, und viele Ausbilder gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Betriebe und Kammern suchen daher regelmäßig Personal. Entwicklungsmöglichkeiten bestehen als Ausbildungsleiter, als Leitung eines Bildungszentrums oder über eine Weiterbildung zum geprüften Berufspädagogen. Wer studieren möchte, kann über ein Lehramtsstudium an berufsbildenden Schulen Berufsschullehrer werden. Ehrenamtlich arbeiten viele Ausbilder zusätzlich in Prüfungsausschüssen der Kammern mit.
Aufgaben
- Praktische Übungen in der Lehrwerkstatt anleiten und vormachen
- Ausbildungspläne und Lehrgänge nach der Ausbildungsordnung erstellen
- Sicherheitsunterweisungen zu Arbeiten an elektrischen Anlagen durchführen
- Übungsaufgaben und Prüfungsstücke entwickeln und bewerten
- Berichtshefte kontrollieren und Beurteilungen schreiben
- Auszubildende gezielt auf Zwischen- und Abschlussprüfungen vorbereiten
- Gespräche mit Auszubildenden, Eltern und Berufsschule führen
- Übungsplätze, Werkzeuge und Messgeräte instand halten
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung in einem Elektroberuf und mehrjährige Berufspraxis
- Meister- oder Technikerabschluss, bei manchen Arbeitgebern verzichtbar
- Ausbildereignung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung
- Sichere Kenntnisse der VDE-Vorschriften und aktueller Gebäude- und Steuerungstechnik
- Geduld, Durchsetzungsvermögen und Freude am Umgang mit Jugendlichen
- Körperliche Belastbarkeit für lange Zeiten in der Werkstatt
Wo man arbeitet
- Ausbildungswerkstätten von Industriebetrieben
- Überbetriebliche Bildungszentren der Handwerkskammern
- Bildungsträger und Berufsbildungswerke
- Elektrohandwerksbetriebe mit eigener Ausbildungsabteilung
- Energieversorger und Stadtwerke
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreieinhalbjährige Ausbildung in einem Elektroberuf, danach einige Jahre Praxis und eine Meister- oder Technikerfortbildung, die in Vollzeit etwa ein bis zwei Jahre dauert. Die Ausbildereignungsprüfung nach AEVO ist Voraussetzung und kann in einem mehrwöchigen Lehrgang erworben werden.
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