Asset Manager
Asset Manager verwalten Vermögenswerte für Dritte – Wertpapierportfolios, Immobilienbestände oder Infrastrukturanlagen – mit dem Ziel, Rendite und Risiko im Rahmen vorgegebener Vorgaben zu steuern.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Asset Manager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.800 € | 4.600 € | 5.800 € | 55.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 5.500 € | 7.000 € | 9.500 € | 84.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 8.500 € | 11.000 € | 18.000 € | 132.000 € |
Einen Tarifvertrag gibt es in der Regel nicht; bei Häusern mit Bankenbezug kann der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe die Grundvergütung bestimmen. Entscheidend sind Anlageklasse, Größe des verwalteten Vermögens und der variable Bonusanteil, der in guten Jahren mehrere Monatsgehälter erreichen und in schlechten Jahren fast ausfallen kann.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Asset Manager?
Asset Manager betreuen fremdes Vermögen. In der Kapitalanlage bedeutet das: Portfolios aus Aktien, Anleihen, Fonds oder Derivaten zusammenstellen, laufend überwachen und umschichten. Dazu gehören Marktanalysen, Bewertungsmodelle in Excel oder Python, Gespräche mit Analysten und Brokern sowie das Einhalten von Anlagerichtlinien und aufsichtsrechtlichen Grenzen. Ein großer Teil des Tages besteht aus Datenarbeit und Dokumentation, nicht aus spektakulären Handelsentscheidungen.
Im Immobilien- und Infrastruktur-Asset-Management ist die Arbeit gegenständlicher. Hier geht es um konkrete Objekte: Mietverträge verhandeln, Leerstand reduzieren, Instandhaltungs- und Modernisierungsbudgets planen, Property Manager und Dienstleister steuern, Verkaufs- oder Ankaufsentscheidungen vorbereiten. Businesspläne pro Objekt werden fortgeschrieben, Cashflows modelliert, Reportings für Investoren erstellt. Objektbesichtigungen und Reisen gehören dazu.
In beiden Varianten ist die Berichtspflicht zentral. Investoren, Fondsgeschäftsführung, Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfer wollen belegte Zahlen. Wer Vermögen verwaltet, das anderen gehört, arbeitet unter dauerhafter Rechtfertigungspflicht.
Wie wird man Asset Manager?
Der übliche Weg führt über ein wirtschaftswissenschaftliches Studium: Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Finance, Immobilienwirtschaft oder Wirtschaftsingenieurwesen. Ein Bachelor genügt für den Einstieg, ein Master ist in der Kapitalanlage bei größeren Häusern faktisch Standard. Quereinstiege gibt es aus der Bankausbildung mit anschließender Weiterbildung, aus dem Controlling, aus der Wirtschaftsprüfung oder – im Immobilienbereich – aus der Bau- und Projektentwicklungsbranche.
Der Einstieg erfolgt selten direkt auf einer Asset-Manager-Position, sondern über Analyst-, Junior- oder Assistenzrollen. Berufsbegleitende Qualifikationen sind verbreitet: der CFA für Wertpapieranlagen, der CAIA für alternative Anlagen, Zertifikate von Immobilienakademien für den Real-Estate-Bereich. Diese Programme dauern Jahre und werden meist parallel zum Vollzeitjob absolviert. Englisch auf Verhandlungsniveau ist in fast allen Häusern Voraussetzung.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten sind lang, besonders zu Quartalsenden, bei Transaktionen und in der Berichtssaison. Sechzig-Stunden-Wochen sind in Transaktionsphasen keine Ausnahme. Der Druck ist messbar und öffentlich: Die Wertentwicklung wird mit Vergleichsindizes oder Zielrenditen abgeglichen, schwache Jahre lassen sich nicht verstecken. Ein erheblicher Teil der Vergütung hängt an variablen Boni, die in schlechten Jahren spürbar kleiner ausfallen.
Regulatorik nimmt viel Raum ein. Anlagegrenzen, Nachhaltigkeitsberichtspflichten, Dokumentation jeder Entscheidung – das empfinden viele als bürokratische Last, sie ist aber Teil der Arbeit. Wer nur Märkte analysieren will und Formalien scheut, wird unzufrieden. Verlangt werden analytische Genauigkeit, Belastbarkeit, die Fähigkeit, Entscheidungen unter Unsicherheit zu treffen und sie dann zu vertreten, sowie Verhandlungsgeschick im Umgang mit Mietern, Brokern und Dienstleistern.
Aussichten
Die Nachfrage bleibt stabil, verschiebt sich aber. Passives Investieren drückt die Margen im klassischen Wertpapiermanagement, während Nachhaltigkeitsanalyse, Datenauswertung und alternative Anlageklassen an Bedeutung gewinnen. Im Immobilien-Asset-Management ist die Lage zyklisch: In Zinsanstiegsphasen brechen Transaktionen ein, Bestandsbetreuung und Restrukturierung werden wichtiger.
Entwicklungswege führen zum Portfoliomanager mit eigener Mandatsverantwortung, zur Leitung eines Teams oder einer Anlageklasse, in die Geschäftsführung von Fondsgesellschaften oder zu institutionellen Investoren wie Versicherungen und Versorgungswerken. Wechsel zwischen Beratung, Investmentbanking und Asset Management sind üblich. Die Standorte konzentrieren sich stark auf Frankfurt, München, Hamburg, Berlin und Düsseldorf.
Aufgaben
- Portfolios oder Objektbestände analysieren und laufend überwachen
- Kauf-, Halte- und Verkaufsentscheidungen vorbereiten und begründen
- Cashflow-Modelle und Businesspläne erstellen und fortschreiben
- Reportings für Investoren, Geschäftsführung und Aufsicht anfertigen
- Mietverträge verhandeln und Dienstleister steuern (im Immobilienbereich)
- Anlagerichtlinien, Risikogrenzen und regulatorische Vorgaben einhalten
- Marktdaten, Research und Branchenentwicklungen auswerten
- An Transaktionsprozessen und Due-Diligence-Prüfungen mitwirken
Voraussetzungen
- Abgeschlossenes Studium in Wirtschaft, Finance, Immobilienwirtschaft oder vergleichbar
- Sicherer Umgang mit Excel, Bewertungsmodellen und Datenbanken
- Englisch auf Verhandlungsniveau
- Analytische Genauigkeit und Belastbarkeit bei hohem Termindruck
- Bereitschaft zu langen Arbeitszeiten und Reisen
- Von Vorteil: CFA, CAIA oder immobilienwirtschaftliche Zertifikate
Wo man arbeitet
- Fondsgesellschaften und Kapitalverwaltungsgesellschaften
- Banken und Privatbanken
- Versicherungen und Versorgungswerke
- Immobilien- und Infrastrukturinvestoren
- Family Offices und unabhängige Vermögensverwalter
Der Weg in den Beruf
Üblich ist ein wirtschaftswissenschaftliches Bachelor- oder Masterstudium von drei bis fünf Jahren, häufig mit Schwerpunkt Finanzen oder Immobilienwirtschaft. Der Einstieg erfolgt meist über eine Analyst- oder Juniorposition, aus der nach zwei bis vier Jahren die eigenständige Mandatsbetreuung wird. Berufsbegleitende Qualifikationen wie CFA oder Zertifikate von Immobilienakademien sind für den Aufstieg verbreitet.
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