Was macht ein Arbeitsvorbereiter / Terminplaner?
Bevor in einer Fertigung die erste Maschine anläuft oder auf einer Baustelle das erste Gewerk anrückt, muss der Ablauf festgelegt sein. Arbeitsvorbereiter zerlegen einen Auftrag in einzelne Arbeitsschritte, ordnen ihnen Maschinen, Werkzeuge, Vorrichtungen und Zeiten zu und legen Arbeitspläne und Stücklisten im ERP-System an. Sie prüfen, ob Zeichnungen und Konstruktionsstände vollständig sind, klären Rückfragen mit der Konstruktion und melden dem Einkauf, welches Material bis wann gebraucht wird.
Der Terminplaner blickt auf die Zeitachse. Er baut Netzpläne und Balkendiagramme, verknüpft Vorgänge, erkennt den kritischen Weg und vergleicht die benötigten Kapazitäten mit dem, was Werkstatt oder Nachunternehmer tatsächlich leisten können. Fällt eine Maschine aus, verspätet sich eine Lieferung oder ändert der Kunde eine Anforderung, wird der Plan angepasst und die Auswirkung auf den Endtermin bewertet. In vielen Betrieben liegen beide Rollen in einer Hand.
Dazu kommt viel Abstimmung: Morgenrunden mit der Fertigungsleitung, Statusberichte für die Projektleitung, Soll-Ist-Vergleiche, Nachkalkulation abgeschlossener Aufträge und Vorschläge, wie Rüstzeiten oder Durchlaufzeiten sinken könnten.
Wie wird man Arbeitsvorbereiter / Terminplaner?
Der häufigste Weg führt über eine technische Ausbildung, etwa als Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Anlagenmechaniker oder in einem Bauberuf, plus einige Jahre Praxis in der Fertigung oder auf der Baustelle. Darauf folgt eine Weiterbildung zum Industriemeister, Technischen Fachwirt oder staatlich geprüften Techniker. Wer aus dem Studium kommt, bringt meist Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Produktionstechnik oder Bauingenieurwesen mit. Ein Quereinstieg aus der Werkstatt ist verbreitet, weil Wissen über Maschinen, Rüstvorgänge und realistische Zeiten kaum aus Büchern kommt. Entscheidend ist die Sicherheit im ERP-System und in Planungssoftware; wer damit umgehen kann und Fertigungsprozesse versteht, wird gesucht.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeit findet überwiegend am Bildschirm statt, meist in Tagschicht, in Betrieben mit Mehrschichtbetrieb gelegentlich auch früh. Belastend ist weniger der Körper als der Termindruck: Der Plan ist selten haltbar, weil Material fehlt, Personal ausfällt oder der Kunde umdisponiert. Arbeitsvorbereiter stehen dabei zwischen den Interessen von Vertrieb, Produktion und Einkauf und müssen unangenehme Nachrichten weitergeben, ohne die Zusammenarbeit zu beschädigen. Wer Konflikte scheut oder sich in Details verliert, tut sich schwer. Gebraucht werden Genauigkeit, Übersicht über viele parallele Aufträge und die Fähigkeit, Pläne mehrfach am Tag neu zu bewerten. Bei Anlagen- und Bauprojekten kommen Baustellenbesuche und Reisetage hinzu.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil bis gut, weil kürzere Lieferzeiten, teures Material und knappes Personal die Planung wichtiger machen. Gesucht werden vor allem Leute, die Fertigungserfahrung und ERP-Kenntnisse verbinden. Entwicklungswege führen in die Fertigungssteuerung, ins Projektmanagement, in die Produktionsleitung, in Lean-Management und Prozessoptimierung oder in die Kalkulation. Wer sich in SAP-Modulen, MES-Systemen oder Primavera und MS Project spezialisiert, kann auch in die Beratung oder in den Anlagenbau mit internationalen Projekten wechseln.