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Handwerk & Produktion

Abteilungsleitung

Abteilungsleitungen im Bereich Finanzen und Controlling führen ein Team von Buchhaltern, Controllern oder Bilanzbuchhaltern, verantworten Abschlüsse und Planzahlen und berichten an die Geschäftsführung.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Abteilungsleitung verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 4.500 € 5.600 € 7.000 € 67.200 €
Mit Berufserfahrung 5.800 € 7.200 € 9.000 € 86.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 7.000 € 9.000 € 13.000 € 108.000 €

Entscheidend sind Unternehmensgröße und Branche: In Konzernen, bei Banken und in der Chemie- oder Pharmaindustrie liegen die Gehälter deutlich über denen im kleinen Mittelstand oder bei gemeinnützigen Trägern. Im öffentlichen Dienst richtet sich die Vergütung nach TVöD oder TV-L, meist Entgeltgruppe 13 bis 15, mit engerer Spanne und ohne variablen Bonus, der in der Privatwirtschaft zehn bis zwanzig Prozent des Jahresgehalts ausmachen kann.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht eine Abteilungsleitung?

Eine Abteilungsleitung im Finanz- und Controllingbereich trägt zwei Rollen gleichzeitig: Fachverantwortung und Personalverantwortung. Fachlich geht es um Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse, um Budgetplanung und Forecasts, um Abweichungsanalysen und um die Frage, warum eine Kennzahl anders aussieht als geplant. Personell geht es um fünf bis dreißig Mitarbeitende, deren Aufgabenverteilung, Urlaubsplanung, Einarbeitung und Entwicklung.

Der Arbeitstag besteht zu einem großen Teil aus Abstimmung. Rückfragen aus dem Team, Termine mit Vertrieb oder Produktion über Kostenstellen, Gespräche mit Wirtschaftsprüfern, Vorbereitung von Unterlagen für die Geschäftsführung oder den Gesellschafterkreis. Dazwischen liegt die eigene fachliche Arbeit: Bewertungsfragen klären, Rückstellungen prüfen, Berichte gegenlesen, Prozesse im ERP-System anpassen. Zum Monatsende verdichtet sich alles, weil Abschlusstermine feststehen und nicht verhandelbar sind.

Wie wird man Abteilungsleitung?

Der häufigste Weg führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftswissenschaften oder Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Finanzen, Rechnungswesen oder Controlling, anschließend mehrere Jahre als Controller, Finanzbuchhalter oder Referent. Ebenso verbreitet ist der Aufstieg über eine kaufmännische Ausbildung mit anschließender Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter oder Controller. In mittelständischen Betrieben zählt Erfahrung mit dem konkreten Geschäftsmodell oft mehr als der Abschluss.

Wer Konzernabschlüsse verantwortet, braucht meist Kenntnisse in HGB und IFRS, in vielen Fällen auch Prüfungserfahrung aus einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Erste Führungserfahrung wird fast immer erwartet, sei es als Teilprojektleitung oder als Stellvertretung. Quereinstiege in die Position ohne kaufmännischen Hintergrund kommen praktisch nicht vor.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit ist termingetrieben. Abschlusszeiten, Steuerfristen und Planungsrunden fallen mit den ohnehin laufenden Aufgaben zusammen, Überstunden in diesen Wochen sind der Normalfall. Wer Konflikte scheut, hat es schwer: Es gehört dazu, Fachbereichen Budgets zu kürzen, Zahlen zu widersprechen, die anderen besser gefallen würden, und im eigenen Team Leistungsprobleme anzusprechen.

Dazu kommt die Sandwichposition. Von oben kommen Erwartungen an Ergebnisse und Kostenquoten, von unten die Belastungsgrenzen eines häufig unterbesetzten Teams. Fachkräfte in der Buchhaltung sind schwer zu finden, offene Stellen bleiben monatelang unbesetzt, und die Arbeit verteilt sich in der Zwischenzeit auf die Bleibenden, oft auch auf die Führungskraft selbst. Verändert sich die Systemlandschaft, etwa bei einer ERP-Umstellung, kommt ein Projekt dazu, das über Monate parallel läuft.

Die Tätigkeit ist überwiegend sitzend und findet am Schreibtisch statt. Homeoffice ist in vielen Unternehmen möglich, allerdings mit Präsenzerwartung an Abschluss- und Sitzungstagen.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil jedes Unternehmen ab einer bestimmten Größe Rechnungswesen und Controlling braucht und diese Funktionen kaum auslagern kann. Wer Abschlusssicherheit, IFRS-Kenntnisse und Erfahrung mit Systemmigrationen mitbringt, findet ohne lange Suche eine Stelle.

Weiter geht es Richtung Bereichsleitung, kaufmännische Leitung oder Finanzleitung, in größeren Häusern über Positionen wie Head of Accounting oder Head of Controlling. Fachlich lässt sich über den Bilanzbuchhalter international, Steuerrecht oder Treasury spezialisieren. Wer Konzernstrukturen kennt, wechselt auch in Beratung oder Wirtschaftsprüfung. Automatisierung verändert die Aufgaben der Teams stark, verringert aber den Bedarf an Führung und fachlicher Beurteilung nicht.

Aufgaben

  • Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse verantworten und terminieren
  • Budgetplanung, Forecasts und Abweichungsanalysen steuern
  • ein Team aus Buchhaltern und Controllern fachlich und personell führen
  • Berichte und Entscheidungsvorlagen für Geschäftsführung und Gesellschafter erstellen
  • Ansprechpartner für Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Betriebsprüfung sein
  • Prozesse im Rechnungswesen und im ERP-System weiterentwickeln
  • Bewertungs- und Bilanzierungsfragen nach HGB und gegebenenfalls IFRS klären
  • Personalauswahl, Einarbeitung und Mitarbeitergespräche übernehmen

Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Studium in Betriebswirtschaft oder Wirtschaftswissenschaften, alternativ kaufmännische Ausbildung mit Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter oder Controller
  • mehrjährige Berufserfahrung im Rechnungswesen oder Controlling
  • Abschlusssicherheit nach HGB, je nach Unternehmen auch IFRS
  • erste Führungserfahrung und Bereitschaft zu Konfliktgesprächen
  • sichere Anwendung von ERP-Systemen wie SAP oder DATEV sowie fortgeschrittene Excel-Kenntnisse
  • Belastbarkeit in Abschluss- und Planungsphasen
  • Englischkenntnisse in international tätigen Unternehmen

Wo man arbeitet

  • Industrie- und Handelsunternehmen
  • Konzernzentralen und Holdinggesellschaften
  • mittelständische Familienunternehmen
  • Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister
  • Kliniken, Verbände und öffentliche Einrichtungen
  • Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften

Der Weg in den Beruf

Üblich ist ein drei- bis fünfjähriges Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Finanzen oder Controlling, gefolgt von etwa fünf bis zehn Jahren Berufserfahrung als Controller oder Finanzbuchhalter. Alternativ führt der Weg über eine dreijährige kaufmännische Ausbildung und die Weiterbildung zum geprüften Bilanzbuchhalter oder Controller. Die Position selbst wird nicht ausgebildet, sondern über nachgewiesene Fach- und Führungserfahrung erreicht.

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