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Logistik & Verkehr

Zusteller für Pakete und Briefe

Zusteller bringen Briefe, Pakete und Werbesendungen zu Privathaushalten und Firmen. Die Arbeit findet überwiegend im Freien statt, beginnt früh und ist körperlich anstrengend.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Zusteller für Pakete und Briefe verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.200 € 2.500 € 2.800 € 30.000 €
Mit Berufserfahrung 2.500 € 2.800 € 3.200 € 33.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 2.800 € 3.100 € 3.600 € 37.200 €

Entscheidend ist, ob der Arbeitgeber tarifgebunden ist: Bei der Deutschen Post AG gilt der Entgelttarifvertrag mit ver.di, bei Subunternehmern in der Paketbranche liegt die Bezahlung oft nahe am Mindestlohn. Zuschläge für Samstags- und Feiertagsarbeit sowie Überstunden in der Vorweihnachtszeit können das Monatsentgelt deutlich erhöhen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Zusteller für Pakete und Briefe?

Der Arbeitstag beginnt im Zustellstützpunkt, meist zwischen sechs und acht Uhr. Dort wird die Sendungsmenge für den eigenen Bezirk sortiert, in die richtige Gangfolge gebracht und in Behälter, Fahrradtaschen oder das Fahrzeug geladen. Danach folgt die Tour: bei der Briefzustellung oft mehrere hundert Haushalte, bei der Paketzustellung typischerweise 100 bis 200 Stopps am Tag. Empfangsberechtigte quittieren auf einem Handscanner, Nachnahmebeträge werden kassiert, Einschreiben gegen Unterschrift ausgeliefert. Nicht angetroffene Empfänger bekommen eine Benachrichtigung, die Sendung geht zurück in die Filiale oder zum Paketshop. Am Ende der Tour werden Retouren, unzustellbare Sendungen und Bargeld abgerechnet.

Dazwischen liegt viel Kleinarbeit: Klingelschilder entziffern, Nachbarn ansprechen, Aufzüge finden, die nicht existieren, Treppenhäuser hoch und runter. Wer eine Tour lange fährt, kennt seinen Bezirk genau und weiß, wer wann zu Hause ist. Das ist der Teil, der Zeit spart.

Wie wird man Zusteller für Pakete und Briefe?

Eine formale Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Die meisten Unternehmen stellen mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss ein und schulen selbst ein: einige Tage Begleitung durch einen erfahrenen Kollegen, Einweisung in Scanner, Zustellvorschriften und Fahrzeug. Für die Paketzustellung ist der Führerschein Klasse B in der Regel Pflicht, teilweise mit Mindestalter oder Fahrpraxis. Ein Führungszeugnis wird häufig verlangt, weil Post und Wertsendungen dem Briefgeheimnis unterliegen.

Wer eine geregelte Ausbildung möchte, kann Kaufmann für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen lernen, zwei Jahre dual. Der Beruf ist ein klassischer Quereinstieg, auch für Menschen mit Berufsunterbrechung oder ohne deutsche Berufsabschlüsse; Deutschkenntnisse für den Kundenkontakt sind aber nötig.

Was der Beruf verlangt

Die Belastung ist körperlich. Pakete wiegen bis 31,5 Kilogramm, Briefbehälter sind schwer, Treppen gibt es überall. Gearbeitet wird bei Regen, Hitze, Schnee und Glätte, das ganze Jahr. Der Zeitdruck ist hoch: Touren sind knapp kalkuliert, in der Vorweihnachtszeit steigt die Menge deutlich, Überstunden sind dann Normalität. Samstagsarbeit ist üblich, Sonntage in der Regel frei.

Dazu kommt Verschleiß an Rücken, Knien und Schultern; viele halten den Beruf nicht bis zur Rente in Vollzeit durch. Der Kundenkontakt ist meist freundlich, aber nicht immer: Ärger über verpasste Sendungen landet beim Zusteller. Wer bei Subunternehmern in der Paketbranche arbeitet, trifft auf schlechtere Bedingungen als bei den großen Betreibern selbst.

Aussichten

Das Sendungsvolumen im Paketbereich wächst weiter, die Briefmenge sinkt. Zusteller werden bundesweit dauerhaft gesucht, Einstellungen sind kurzfristig möglich, Befristungen zu Beginn sind verbreitet. Wer bleibt, kann Teamleitung oder Stützpunktleitung übernehmen, in die Tourenplanung oder Disposition wechseln oder mit dem Führerschein Klasse C in den Nahverkehr gehen. Ein Wechsel in Lager und Umschlag ist ebenfalls gängig. Die Automatisierung betrifft vor allem die Sortierung, nicht die letzte Meile.

Aufgaben

  • Sendungen im Stützpunkt sortieren und in Gangfolge bringen
  • Fahrzeug oder Fahrrad beladen und die Tour abfahren
  • Briefe, Pakete und Werbesendungen an Haushalte und Firmen ausliefern
  • Empfang mit dem Handscanner erfassen, Einschreiben gegen Unterschrift zustellen
  • Nachnahmebeträge und Portoentgelte kassieren und abrechnen
  • Benachrichtigungskarten hinterlassen und unzustellbare Sendungen zurückführen
  • Retouren und Abholaufträge bei Kunden entgegennehmen

Voraussetzungen

  • Kein bestimmter Schulabschluss nötig, Lesen und Schreiben auf Deutsch erforderlich
  • Führerschein Klasse B für die Paketzustellung, oft mit Fahrpraxis
  • Körperliche Belastbarkeit: Heben bis 31,5 Kilogramm, viele Treppen, Arbeit im Freien
  • Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, meist Vorlage eines Führungszeugnisses
  • Orientierungssinn und gutes Gedächtnis für Adressen und Bezirke
  • Freundlicher Umgang mit Kunden, auch bei Beschwerden

Wo man arbeitet

  • Zustellstützpunkte und Verteilzentren der Postunternehmen
  • Paketdienste und deren Subunternehmer
  • Regionale Brief- und Kurierdienste
  • Zeitungs- und Prospektverteilorganisationen

Der Weg in den Beruf

Der Einstieg erfolgt meist ohne Ausbildung über eine betriebliche Einweisung von wenigen Tagen bis Wochen, oft zunächst befristet. Wer einen Abschluss anstrebt, kann die zweijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen absolvieren, die auch Disposition und Kundenberatung umfasst.

Offene Stellen als Zusteller für Pakete und Briefe

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