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Vorarbeiter Flachdach

Vorarbeiter im Flachdachbau führen eine Kolonne auf der Baustelle und verantworten den fachgerechten Aufbau von Abdichtungen, Dämmungen und Entwässerung. Sie arbeiten mit den Händen mit und tragen zugleich die Verantwortung für Ausführung, Termine und Sicherheit.

4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vorarbeiter Flachdach verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.300 € 3.700 € 4.200 € 44.400 €
Mit Berufserfahrung 3.800 € 4.300 € 4.900 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.400 € 5.000 € 6.000 € 60.000 €

Grundlage ist meist der Rahmentarifvertrag für das Dachdeckerhandwerk mit einem eigenen Lohn für Vorarbeiter; darüber hinaus entscheiden Betriebsgröße, Region und die Zulagen für Montage, Erschwernis und Überstunden, die in der Saison einen erheblichen Teil des Verdienstes ausmachen.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vorarbeiter Flachdach?

Ein Vorarbeiter Flachdach leitet eine kleine Kolonne von zwei bis sechs Leuten auf dem Dach und arbeitet selbst mit. Der Tag beginnt mit dem Einrichten der Baustelle: Material anschlagen und mit Kran oder Aufzug hochbringen, Absturzsicherung stellen, Arbeitsbereich abgrenzen. Danach folgt der eigentliche Aufbau - alten Belag abtragen, Dampfsperre verlegen, Dämmung im Verband einbauen, Abdichtung aus Bitumenbahnen aufschweißen oder Kunststoffbahnen aus FPO, PVC oder EPDM verlegen und verschweißen. Dazu kommen die Details, an denen ein Flachdach steht oder fällt: An- und Abschlüsse an aufgehende Wände, Dachrandprofile, Durchdringungen für Lüfter und Leitungen, Gullys und Notüberläufe, Lichtkuppeln, Attikablechen.

Neben der Handarbeit läuft die Organisation. Der Vorarbeiter liest Details aus der Werkplanung, verteilt die Arbeit, prüft Gefälle und Anschlusshöhen, bestellt fehlendes Material nach, hält Aufmaß und Bautagebuch, spricht mit Bauleitung, Statiker oder anderen Gewerken und weist neue Kollegen und Auszubildende ein. Er entscheidet auch, wann bei Regen, Nässe oder Wind nicht weitergearbeitet wird.

Wie wird man Vorarbeiter Flachdach?

Üblich ist der Weg über die dreijährige Ausbildung zum Dachdecker mit Schwerpunkt Dach-, Wand- und Dichtungstechnik, seltener über eine Ausbildung als Bauwerksabdichter oder Zimmerer mit anschließender Spezialisierung. Nach der Gesellenprüfung folgen einige Jahre Praxis, in denen sich zeigt, wer Details sicher beherrscht und eine Gruppe führen kann. Die Beförderung erfolgt meist betriebsintern; formal untermauern lässt sie sich mit dem Lehrgang zum geprüften Vorarbeiter oder Werkpolier an einer Handwerkskammer oder einem Bildungszentrum des Baugewerbes. Wichtig sind zudem Nachweise für Absturzsicherung, Flüssiggas- und Heißarbeiten, häufig Führerschein Klasse B oder BE. Quereinstieg ohne Dachhandwerk ist praktisch ausgeschlossen, weil die Haftung für die Abdichtung an der Ausführung hängt.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeit findet fast immer im Freien statt, bei Hitze auf dem aufgeheizten Dach ebenso wie bei Kälte im Winter. Schwarzarbeit mit Bitumen bedeutet Rauch, Gerüche und Verbrennungsgefahr, Dämmplatten und Rollen wiegen, das Knien und Bücken über Stunden geht auf Rücken und Gelenke. Absturzgefahr ist die größte Risikoquelle, und der Vorarbeiter haftet mit, wenn Sicherungen fehlen. Die Arbeitszeit ist saisonal ungleich verteilt: Im Sommer viele Überstunden und lange Tage, im Winter Schlechtwetterzeiten oder Kurzarbeit. Montage außerhalb der Region mit Übernachtung ist bei größeren Objekten normal. Dazu kommt der Druck, Termine zu halten, obwohl Material fehlt oder ein anderes Gewerk nicht fertig ist. Wer Höhe nicht mag oder Konflikte im Team schlecht aushält, ist hier am falschen Platz.

Aussichten

Die Nachfrage ist hoch und stabil. Flachdächer müssen regelmäßig saniert werden, Gewerbe- und Industriebau setzt fast ausschließlich darauf, und Aufdach-Photovoltaik, Gründächer sowie energetische Sanierung bringen zusätzliche Aufträge. Gleichzeitig fehlen dem Dachdeckerhandwerk Fachkräfte, erfahrene Kolonnenführer werden dringend gesucht. Weiter geht es über den Werkpolier zum Meister, in die Bauleitung, in die technische Beratung bei Herstellern von Abdichtungssystemen, zum Sachverständigen für Flachdachschäden oder in die eigene Selbstständigkeit.

Aufgaben

  • Kolonne auf der Baustelle einteilen und anleiten
  • Dampfsperre, Dämmung und Abdichtungsbahnen verlegen und verschweißen
  • Anschlüsse, Durchdringungen, Gullys und Dachrandprofile ausführen
  • Baustelle einrichten, Absturzsicherung stellen und kontrollieren
  • Werkplanung und Details lesen, Gefälle und Anschlusshöhen prüfen
  • Material disponieren, Aufmaß nehmen und Bautagebuch führen
  • Abstimmung mit Bauleitung, Auftraggeber und anderen Gewerken
  • Auszubildende und neue Mitarbeiter einweisen

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Ausbildung als Dachdecker oder Bauwerksabdichter
  • mehrjährige Praxis im Flachdach mit Bitumen- und Kunststoffabdichtungen
  • Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit
  • Kenntnis der Fachregeln für Abdichtungen und der Arbeitssicherheit
  • Führungsfähigkeit und Durchsetzungsvermögen im Team
  • Führerschein Klasse B, oft BE
  • Bereitschaft zu Montageeinsätzen und saisonalen Überstunden

Wo man arbeitet

  • Dachdeckerbetriebe
  • Fachbetriebe für Abdichtungstechnik
  • Bauunternehmen im Gewerbe- und Industriebau
  • Sanierungsbetriebe für Bestandsgebäude
  • Facility-Management und Werksinstandhaltung

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist die dreijährige duale Ausbildung zum Dachdecker im Schwerpunkt Dach-, Wand- und Dichtungstechnik, abgeschlossen mit der Gesellenprüfung. Nach etwa drei bis fünf Jahren Berufspraxis erfolgt die Ernennung zum Vorarbeiter meist betriebsintern. Formal absichern lässt sich das über den Lehrgang zum geprüften Vorarbeiter oder Werkpolier, danach steht die Meisterprüfung offen.

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