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Vorarbeiter

Vorarbeiter führen eine kleine Kolonne von Fachkräften und Helfern auf der Baustelle, in der Produktion oder im Grünflächenbau. Sie arbeiten selbst mit, verteilen Aufgaben und sind erste Ansprechperson für den Bauleiter oder Meister.

7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Vorarbeiter verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.100 € 3.500 € 3.900 € 42.000 €
Mit Berufserfahrung 3.500 € 4.000 € 4.600 € 48.000 €
Mit langjähriger Erfahrung 3.900 € 4.500 € 5.400 € 54.000 €

Im Bauhauptgewerbe ist die Vergütung über den Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe geregelt, in der Industrie über die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie, die deutlich höher liegen. Erhebliche Unterschiede ergeben sich durch Tarifbindung, Region, Auslösung bei Montagearbeit und Zuschläge für Überstunden und Schichtarbeit.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Vorarbeiter?

Ein Vorarbeiter steht zwischen der ausführenden Mannschaft und der Führungsebene. Er nimmt morgens die Tagesaufgaben vom Bauleiter, Meister oder Schichtführer entgegen, verteilt sie an drei bis fünfzehn Leute und arbeitet selbst mit. Auf dem Bau bedeutet das: Absteckungen prüfen, Schalung anweisen, Material und Geräte disponieren, Maße kontrollieren, Stundenzettel und Bautagebuch führen. In der Produktion geht es um Anlagenbelegung, Umrüstzeiten, Qualitätskontrollen und die Einarbeitung neuer Kollegen. Im Garten- und Landschaftsbau kommen Pflanzpläne, Anfahrten zu wechselnden Baustellen und der Kontakt zum Kunden dazu.

Ein großer Teil der Arbeit ist Koordination unter Zeitdruck: Material fehlt, ein Kollege ist krank, der Nachunternehmer kommt zwei Tage zu spät. Der Vorarbeiter meldet Abweichungen nach oben, dokumentiert Mehrleistungen und achtete darauf, dass Arbeitsschutzvorgaben eingehalten werden - Absturzsicherung, Grabenverbau, persönliche Schutzausrüstung. Wenn etwas passiert, wird zuerst gefragt, wer die Kolonne angewiesen hat.

Wie wird man Vorarbeiter?

Der Weg führt fast immer über eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem gewerblich-technischen Beruf und mehrere Jahre Praxis. Wer sich als zuverlässig, fachlich sicher und durchsetzungsfähig zeigt, wird vom Betrieb benannt. Formalisiert ist der Aufstieg in der Bauwirtschaft: Dort gibt es einen geregelten Lehrgang zum geprüften Vorarbeiter, meist mehrere Wochen in Vollzeit oder berufsbegleitend an einem Ausbildungszentrum der Bauindustrie oder des Baugewerbes, mit Prüfung vor der Handwerkskammer oder Industrie- und Handelskammer. Themen sind Baustellenorganisation, Aufmaß und Abrechnung, Arbeitssicherheit, Menschenführung und Grundlagen der Kalkulation. In der Industrie ersetzt oft eine innerbetriebliche Qualifizierung diesen Lehrgang.

Seiteneinstieg ohne Ausbildung kommt vor, wenn jemand über Jahre auf derselben Baustelle oder Anlage gearbeitet hat und die Abläufe besser kennt als alle anderen. Ohne Gesellenbrief bleibt die Position aber schwer verhandelbar und der weitere Aufstieg zum Werkpolier oder Meister versperrt.

Was der Beruf verlangt

Die körperliche Belastung bleibt hoch, weil weiter mitgearbeitet wird - Heben, Witterung, Lärm, Staub, oft lange Anfahrten oder Montagewochen mit Übernachtung. In der Industrie gehört Schichtarbeit dazu, auf dem Bau die Saisonspitzen mit Zehn-Stunden-Tagen im Sommer und Kurzarbeit im Winter.

Schwerer als die Arbeit selbst fällt vielen die Zwischenstellung. Der Vorarbeiter muss Termine durchsetzen, die er nicht gesetzt hat, und Kollegen ansprechen, mit denen er gestern noch gleichrangig war. Dazu kommt Papierkram nach Feierabend: Stundennachweise, Aufmaße, Lieferscheine. Wer Konflikte scheut oder Dokumentation für Nebensache hält, ist in dieser Rolle falsch.

Aussichten

Erfahrene Vorarbeiter werden durchgehend gesucht, besonders im Bauhauptgewerbe, im Tiefbau, im Garten- und Landschaftsbau und in der Montage. Der Mangel an Führungskräften auf der mittleren Ebene ist ausgeprägt, weil viele Fachkräfte die Verantwortung nicht übernehmen wollen. Wer weitergehen will, qualifiziert sich zum Werkpolier, Polier, Industriemeister oder Meister im Handwerk und rückt damit in die Bauleitung oder Schichtleitung auf. Auch der Wechsel in die Arbeitsvorbereitung, in den technischen Vertrieb oder zur Fachkraft für Arbeitssicherheit ist ein gangbarer Weg.

Aufgaben

  • Tagesaufgaben vom Bauleiter oder Meister übernehmen und an die Kolonne verteilen
  • selbst fachlich mitarbeiten und schwierige Arbeitsschritte vormachen
  • Material, Geräte und Maschinen für den nächsten Arbeitstag disponieren
  • Maße, Ausführungsqualität und Fertigstellungsgrade kontrollieren
  • Einhaltung der Arbeitsschutzvorgaben durchsetzen und Gefahren melden
  • Stundenzettel, Aufmaße, Lieferscheine und Bautagebuch führen
  • neue Kollegen, Aushilfen und Auszubildende einarbeiten
  • Störungen, Verzögerungen und Nachträge an die Bauleitung weitergeben

Voraussetzungen

  • abgeschlossene Berufsausbildung in einem gewerblich-technischen Beruf
  • mehrere Jahre Praxis im jeweiligen Gewerk
  • Lehrgang zum geprüften Vorarbeiter oder gleichwertige betriebliche Qualifizierung, im Bauwesen üblich
  • körperliche Belastbarkeit, Höhentauglichkeit je nach Einsatz
  • Durchsetzungsvermögen und Bereitschaft, Konflikte anzusprechen
  • sichere Deutschkenntnisse für Anweisungen und Dokumentation
  • Führerschein Klasse B, oft auch C1E oder Maschinenberechtigungen

Wo man arbeitet

  • Bauunternehmen im Hoch- und Tiefbau
  • Handwerksbetriebe mit mehreren Kolonnen
  • Industriebetriebe in Produktion und Montage
  • Garten- und Landschaftsbaubetriebe
  • kommunale Bauhöfe und Ver- und Entsorgungsbetriebe
  • Anlagenbau und Montagefirmen mit wechselnden Einsatzorten

Der Weg in den Beruf

Grundlage ist eine dreijährige Berufsausbildung in einem gewerblich-technischen Beruf, gefolgt von mindestens drei bis fünf Jahren Berufspraxis. In der Bauwirtschaft führt ein mehrwöchiger Lehrgang an einem überbetrieblichen Ausbildungszentrum zum Abschluss geprüfter Vorarbeiter vor der Kammer. In der Industrie erfolgt die Benennung häufig innerbetrieblich, teils mit begleitenden Seminaren zu Führung und Arbeitssicherheit.

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