Was macht ein Vertriebsmitarbeiter?
Vertriebsmitarbeiter verkaufen – Maschinen, Software, Versicherungen, Verpackungen, Werbeflächen. Der Alltag besteht aus Telefonaten und Videocalls mit Interessenten, dem Erstellen von Angeboten, Preisverhandlungen und der Pflege von Kundendaten im CRM-System. Im Außendienst kommen Termine beim Kunden dazu, oft mehrere hundert Kilometer Fahrt am Tag oder mehrtägige Reisen im zugewiesenen Gebiet. Im Innendienst läuft der Kontakt vom Schreibtisch aus, dafür mit höherer Kontaktzahl.
Ein großer Teil der Arbeit ist Vorbereitung und Nachverfolgung: recherchieren, welche Unternehmen überhaupt Bedarf haben, Ansprechpartner finden, nach dem ersten Gespräch wieder anrufen, Angebote anpassen, Reklamationen klären. Wer technische Produkte verkauft, muss sie erklären können und arbeitet eng mit Entwicklung, Produktion und Service zusammen. Dazu gehören Messen, Produktschulungen und die Berichtspflicht gegenüber der Vertriebsleitung: Forecast, Pipeline, Abschlussquote.
Wie wird man Vertriebsmitarbeiter?
Es gibt keinen einzigen festen Weg. Klassisch ist eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement, Industriekaufmann oder Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen. Im technischen Vertrieb starten viele mit einer gewerblich-technischen Ausbildung oder als Techniker und wechseln später in den Verkauf. Für Positionen als Sales Manager im Konzernumfeld oder bei Softwareanbietern wird häufig ein Studium in Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen oder Wirtschaftsinformatik erwartet.
Der Vertrieb ist eines der offensten Felder für Quereinsteiger. Wer überzeugend auftritt, strukturiert arbeitet und Ablehnung wegstecken kann, findet auch ohne passenden Abschluss Einstiegsstellen, oft im Innendienst oder in der Kaltakquise. Eingearbeitet wird intern, dazu kommen Produktschulungen und Verkaufstrainings. Weiterbildungen zum Fachwirt für Vertrieb oder zum Vertriebsfachwirt sind über die Kammern möglich.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf lebt vom Ergebnis. Zielvorgaben werden monatlich oder quartalsweise überprüft, ein schwaches Quartal ist sofort sichtbar und wird angesprochen. Ein erheblicher Teil des Einkommens ist häufig variabel, was in guten Phasen angenehm und in schlechten belastend ist. Wer Absagen persönlich nimmt, hält das selten lange durch: Im Neukundengeschäft ist die Mehrheit der Kontakte erfolglos.
Im Außendienst prägt das Auto den Tag. Lange Fahrten, Termine unter Zeitdruck, Übernachtungen im Hotel, Abendessen mit Kunden – die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt. Erreichbarkeit außerhalb der Kernzeiten ist verbreitet, feste Arbeitszeiten sind die Ausnahme. Gleichzeitig gibt es viel Selbstständigkeit bei der Einteilung der Woche, und Homeoffice ist im Innendienst wie im Außendienst üblich geworden.
Aussichten
Die Nachfrage nach Vertriebspersonal ist stabil hoch, weil jedes Unternehmen Umsatz braucht und die Fluktuation in diesem Feld über dem Durchschnitt liegt. Besonders gesucht sind Menschen, die technische Produkte erklären können, und solche mit Erfahrung im Verkauf erklärungsbedürftiger Software an Geschäftskunden. Reine Bestellannahme und einfache Telefonakquise werden dagegen zunehmend automatisiert oder ins Ausland verlagert.
Entwicklungswege führen vom Innendienst in den Außendienst, von der Betreuung kleiner zu großen Kunden, weiter zum Key Account Manager, zur Regional- oder Vertriebsleitung. Wer Branchenkenntnis und ein Netzwerk aufgebaut hat, wechselt oft in ein anderes Unternehmen derselben Branche, meist verbunden mit einem deutlichen Einkommenssprung. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit als Handelsvertreter ist ein üblicher Weg.