Was macht ein Vertriebsexperte im Außendienst?
Außendienstmitarbeiter verkaufen Produkte oder Dienstleistungen direkt beim Kunden. Sie betreuen ein festes Gebiet oder eine Kundengruppe, vereinbaren Termine, fahren hin, führen Beratungsgespräche, erstellen Angebote und verhandeln Preise, Rabatte und Lieferbedingungen. Ein Tag besteht oft aus zwei bis fünf Kundenterminen, dazwischen liegen Fahrzeiten, Telefonate und die Dokumentation im CRM-System.
Die Arbeit unterscheidet sich stark nach Branche. Im Verkauf von Maschinen, Medizintechnik oder Software geht es um lange Entscheidungsprozesse, technische Detailfragen und mehrere Ansprechpartner beim Kunden. Im Verkauf an Handel oder Handwerk zählen Frequenz und Routine: viele Besuche, kurze Gespräche, Nachbestellungen, Regalpflege, Aktionsabsprachen. Neben der Betreuung bestehender Kunden gehört meist auch Neukundengewinnung dazu, häufig über Kaltakquise am Telefon. Umsatz-, Besuchs- und Abschlussziele werden monatlich oder quartalsweise gemessen.
Wie wird man Vertriebsexperte im Außendienst?
Es gibt keinen einheitlichen Weg. Viele kommen über eine kaufmännische Ausbildung, etwa als Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Industriekaufmann, und wechseln nach einigen Jahren vom Innendienst in den Außendienst. Im technischen Vertrieb sind Absolventen eines Ingenieur- oder Wirtschaftsingenieurstudiums verbreitet, ebenso Techniker und Meister, die Produktwissen mitbringen. Im Pharmavertrieb ist der Nachweis als Pharmareferent gesetzlich vorgeschrieben.
Der Quereinstieg ist in diesem Berufsfeld leichter möglich als in vielen anderen. Wer nachweisbar verkaufen kann, wird auch ohne passenden Abschluss eingestellt; Produktschulungen übernimmt der Arbeitgeber. Der Führerschein Klasse B ist praktisch überall Bedingung, Englisch häufig, bei internationalen Gebieten weitere Sprachen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf ist unbeständig. Die Zielerreichung wird laufend kontrolliert, ein schwaches Quartal ist unmittelbar sichtbar, und ein erheblicher Teil des Einkommens hängt bei vielen Arbeitgebern an variabler Vergütung. Ablehnung gehört zum Alltag: Von zehn angesprochenen Interessenten kaufen oft nur einer oder zwei.
Hinzu kommt die Reisebelastung. Wer ein großes Gebiet betreut, fährt mehrere hundert Kilometer pro Woche und übernachtet regelmäßig im Hotel. Die Arbeitszeit richtet sich nach den Kunden, Berichte und Angebote entstehen abends. Wirkliche Trennung von Arbeit und Freizeit ist schwer, weil das Firmenhandy erreichbar bleibt. Für Menschen mit festen Betreuungszeiten ist das ein echtes Problem. Wer dagegen selbstständig arbeitet, Struktur selbst herstellt und mit Zahlen als Maßstab leben kann, findet hier viel Freiheit im Tagesablauf.
Aussichten
Vertriebsstellen sind dauerhaft ausgeschrieben, weil die Fluktuation hoch ist und gute Verkäufer schwer zu finden sind. Wer Umsätze belegen kann, wechselt den Arbeitgeber leicht und meist mit Gehaltssprung. Ein Teil der einfachen Bestellabwicklung wandert in Onlinekanäle und Innendienst ab; erklärungsbedürftige und teure Produkte bleiben aber ein Geschäft, das persönlich verhandelt wird.
Entwicklungswege führen zum Key-Account-Manager mit wenigen großen Kunden, zur Regional- oder Vertriebsleitung mit Personalverantwortung oder in den technischen Produktvertrieb mit Spezialisierung auf eine Produktgruppe. Auch der Weg in die selbstständige Handelsvertretung nach Paragraf 84 HGB ist verbreitet, dann allerdings ohne Fixum und ohne Kündigungsschutz.