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Gesundheit & Pflege

Versicherungskaufmann/ Versicherungsfachmann als Finanzberater für Ärzte

Finanzberater für Ärzte beraten Medizinerinnen und Mediziner zu Versicherungen, Altersvorsorge, Praxisfinanzierung und Vermögensaufbau. Sie arbeiten meist im Außendienst oder in spezialisierten Beratungsgesellschaften und werden häufig anteilig über Provisionen bezahlt.

3 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Versicherungskaufmann/ Versicherungsfachmann als Finanzberater für Ärzte verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 2.400 € 3.000 € 3.800 € 36.000 €
Mit Berufserfahrung 3.200 € 4.300 € 6.000 € 51.600 €
Mit langjähriger Erfahrung 4.500 € 6.500 € 12.000 € 78.000 €

Angestellte im Innendienst fallen unter den Tarifvertrag für die private Versicherungswirtschaft, im Vertrieb wird dagegen meist ein Fixum mit Provision kombiniert. Die Spanne nach oben ist deshalb sehr weit und hängt fast vollständig von der Größe des eigenen Kundenbestands ab; in den Aufbaujahren liegt das Einkommen oft am unteren Rand.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Finanzberater für Ärzte?

Ärztinnen und Ärzte haben eine eigene Versorgungsstruktur: Sie sind Mitglied in einem Ärzteversorgungswerk, oft privat krankenversichert, tragen ein hohes Berufsunfähigkeitsrisiko und stehen bei einer Praxisgründung vor Kreditsummen im sechsstelligen Bereich. Genau darum dreht sich diese Beratung. Im Alltag geht es um Berufsunfähigkeitsschutz mit den branchenüblichen Klauseln, private Krankenversicherung und Beihilfetarife, Haftpflicht für Praxis und Behandlung, Altersvorsorge über das Versorgungswerk hinaus, Praxisfinanzierung und Übergabe an Nachfolger.

Ein typischer Arbeitstag besteht aus Terminen, oft abends nach der Sprechstunde oder in der Mittagspause in der Praxis, dazu Videoberatungen. Dazwischen werden Bedarfsanalysen erstellt, Angebote verschiedener Versicherer verglichen, Anträge und Risikovoranfragen bei Gesundheitsfragen eingereicht, Schadens- und Leistungsfälle begleitet und Bestandskunden nach Praxisgründung, Heirat oder Geburt neu betrachtet. Ein erheblicher Teil der Arbeitszeit fließt in die Kundengewinnung: Empfehlungen einsammeln, Kontakte an Universitätskliniken und in Fachgesellschaften knüpfen, Vorträge für Assistenzärzte halten.

Wie wird man Finanzberater für Ärzte?

Der klassische Weg führt über die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen bei einem Versicherer, Makler oder einer Bank. Wer aus einem anderen Beruf kommt, kann die Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann bei der IHK ablegen; sie ist deutlich kürzer, aber Voraussetzung für die Vermittlung. Für Finanzanlagen und Immobiliardarlehen sind weitere Erlaubnisse nach der Gewerbeordnung nötig. Die Spezialisierung auf Heilberufe entsteht danach: durch Produktschulungen der Gesellschaft, durch Kenntnis der Versorgungswerke, der Gebührenordnung für Ärzte und der Praxisfinanzierung. Quereinsteiger aus dem Gesundheitswesen, etwa aus der Pflege oder von Praxisverwaltungen, bringen dafür Vorwissen mit.

Was der Beruf verlangt

Die Arbeitszeiten richten sich nach den Kunden, nicht nach dem Kalender. Termine am Abend und am Samstag sind normal, Reisezeit im Auto kommt hinzu. Wer angestellt im Außendienst arbeitet, hat Zielvorgaben; viele Verträge kombinieren ein Fixum mit Provision, in der Ausschließlichkeit oder als selbstständiger Vermittler trägt man das Einkommensrisiko selbst. Die ersten Jahre sind oft mager, weil der Bestand erst aufgebaut werden muss.

Ärzte sind anspruchsvolle Gesprächspartner mit wenig Zeit und einer gesunden Skepsis gegenüber Verkäufern. Fachlich oberflächliche Beratung fällt schnell auf. Gleichzeitig steht der Beruf in einem Interessenkonflikt: Provisionen entstehen beim Abschluss, nicht beim Rat, davon abzuraten. Wer damit nicht umgehen kann, wird in diesem Beruf unglücklich. Dokumentationspflichten, IDD-Weiterbildungsstunden und regelmäßige Produktänderungen bedeuten dauerhaften Lernaufwand.

Aussichten

Die Nachfrage ist stabil, weil jeder Arztjahrgang neue Beratungsbedarfe mitbringt und viele Praxisinhaber vor der Nachfolge stehen. Gleichzeitig wächst der Druck durch Vergleichsportale und Honorarberatung. Wer sich fachlich tief in Heilberufe einarbeitet und einen Bestand aus zufriedenen Kunden aufbaut, arbeitet später überwiegend aus Empfehlungen. Entwicklungswege führen zum Versicherungsfachwirt, zum Fachwirt für Finanzberatung, in die Leitung einer Agentur oder Vertriebsregion, zur eigenen Maklertätigkeit mit Spezialisierung auf Ärzte oder in die Honorarberatung.

Aufgaben

  • Bedarfsanalysen für Ärztinnen, Zahnärzte und Praxisinhaber erstellen
  • Berufsunfähigkeits-, Kranken- und Haftpflichtversicherungen vergleichen und vermitteln
  • Altersvorsorge ergänzend zum Ärzteversorgungswerk konzipieren
  • Praxisgründungen und Übernahmen finanziell begleiten
  • Risikovoranfragen und Anträge bei Versicherern einreichen
  • Leistungs- und Schadensfälle für Kunden betreuen
  • Bestandskunden regelmäßig überprüfen und neue Kontakte gewinnen
  • Beratungsgespräche rechtssicher dokumentieren

Voraussetzungen

  • Ausbildung als Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder IHK-Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann
  • Erlaubnis nach Gewerbeordnung für Vermittlung, je nach Produkten auch für Finanzanlagen und Darlehen
  • Sicheres Auftreten und Freude an Gesprächen mit akademischen Kunden
  • Selbstorganisation und Bereitschaft zur Kundengewinnung
  • Führerschein und Reisebereitschaft
  • Belastbarkeit bei variabler Vergütung und Zielvorgaben
  • Bereitschaft zu laufender Weiterbildung nach IDD

Wo man arbeitet

  • Versicherungsgesellschaften im angestellten Außendienst
  • Agenturen der Ausschließlichkeitsorganisation
  • Maklerhäuser mit Spezialisierung auf Heilberufe
  • Banken und Finanzdienstleister mit Heilberufe-Segment
  • Selbstständige Tätigkeit mit eigenem Büro
  • Praxen und Kliniken der Kunden vor Ort

Der Weg in den Beruf

Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit IHK-Abschluss, verkürzbar auf zweieinhalb Jahre. Quereinsteiger absolvieren die Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann, die je nach Lehrgang wenige Monate dauert. Die Spezialisierung auf Ärzte erfolgt danach über interne Schulungen und Praxiserfahrung.

Offene Stellen als Versicherungskaufmann/ Versicherungsfachmann als Finanzberater für Ärzte

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