Verkäufer im Außendienst
Verkäufer im Außendienst besuchen Kunden vor Ort, stellen Produkte vor und schließen Aufträge ab. Der Arbeitsplatz ist überwiegend das Auto, das Gebiet und der Besprechungstisch beim Kunden.
4 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Verkäufer im Außendienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.200 € | 3.900 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 4.100 € | 5.200 € | 49.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 5.300 € | 7.500 € | 63.600 € |
Das Gehalt besteht meist aus Fixum und Provision, der variable Anteil liegt oft zwischen 15 und 40 Prozent und schwankt mit dem Auftragseingang. Entscheidend sind Branche und Produktwert: Medizintechnik, Investitionsgüter und Software zahlen deutlich mehr als Konsumgüter oder Handelsvertretungen; in tarifgebundenen Industriebetrieben gelten die Flächentarifverträge der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemie.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Verkäufer im Außendienst?
Außendienstverkäufer betreuen ein festes Verkaufsgebiet oder eine Kundengruppe. Sie fahren zu Handwerksbetrieben, Einzelhändlern, Industriekunden, Arztpraxen oder Kommunen, führen Verkaufsgespräche, zeigen Produkte, rechnen Angebote durch und verhandeln Preise, Liefermengen und Rabatte. Ein Teil der Arbeit ist Neukundengewinnung: Adressen recherchieren, telefonisch Termine vereinbaren, unangekündigt vorbeifahren. Der größere Teil ist meist Bestandskundenpflege, also regelmäßige Besuche bei Kunden, die seit Jahren kaufen.
Zwischen den Terminen wird dokumentiert. Besuchsberichte ins CRM-System eintragen, Angebote nachfassen, Reklamationen an den Innendienst weitergeben, Umsatzzahlen gegen die Zielvorgabe prüfen. Abends oder am Wochenende kommen Messen, Hausmessen der Kunden und Produktschulungen dazu. Wer technische Güter verkauft, muss die Produkte erklären können und nimmt oft Musterkoffer oder Vorführgeräte mit.
Wie wird man Verkäufer im Außendienst?
Es gibt keine eigene Ausbildung für den Außendienst. Der übliche Weg führt über eine kaufmännische Ausbildung, etwa zum Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement oder Industriekaufmann, und einige Jahre im Innendienst oder im stationären Verkauf. Bei technischen Produkten stellen Firmen häufig Handwerker mit Gesellen- oder Meisterbrief ein, die das Produkt aus der Anwendung kennen, oder Ingenieure für erklärungsintensive Investitionsgüter. Ein Studium in Betriebswirtschaft mit Vertriebsschwerpunkt ist ein weiterer Zugang.
Quereinstieg ist in diesem Berufsfeld ausgesprochen häufig. Viele Unternehmen setzen weniger auf Abschlüsse als auf Auftreten, Belastbarkeit und die Bereitschaft, Absagen wegzustecken. Wer aus einer anderen Branche kommt, bekommt eine Einarbeitung im Tandem mit einem erfahrenen Kollegen und Produktschulungen.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf frisst Zeit auf der Straße. Fahrleistungen von 40.000 Kilometern im Jahr und mehr sind normal, bei großen Gebieten kommen Übernachtungen im Hotel dazu. Die Arbeitszeit ist selten planbar und liegt regelmäßig über dem Vertraglichen, weil Berichte nach dem letzten Termin geschrieben werden. Familienleben und Außendienst lassen sich nur mit Absprachen vereinbaren.
Dazu kommt der Druck der Zahlen. Umsatzziele, Besuchsquoten und Abschlussquoten werden monatlich gemessen, und ein variabler Gehaltsanteil hängt daran. Ablehnung gehört zum Alltag, an manchen Tagen führt kein Gespräch zu einem Auftrag. Wer das persönlich nimmt, hält den Beruf nicht lange durch. Umgekehrt schätzen viele die Freiheit, den Tag selbst einzuteilen, und den direkten Kontakt zu Menschen statt zum Bildschirm.
Aussichten
Vertriebsmitarbeiter im Außendienst werden anhaltend gesucht, in Industrie, Großhandel, Baustoffen, Medizintechnik und Dienstleistungen gleichermaßen. Besetzungsschwierigkeiten sind eher die Regel, weil viele Bewerber die Reisebelastung scheuen. Ein Teil der Routinebesuche wird durch Videotermine und Onlineshops ersetzt, das trifft vor allem den reinen Bestellungsabholer; erklärungsbedürftige und teure Produkte werden weiter persönlich verkauft.
Entwicklungswege führen zum Key-Account-Manager mit wenigen Großkunden, zum Gebiets- oder Regionalverkaufsleiter mit Führungsverantwortung oder in den Produktbereich als Anwendungsberater. Wer über Jahre ein Gebiet aufbaut und die Kunden kennt, ist für Wettbewerber interessant, weshalb Wechsel innerhalb der Branche üblich sind.
Aufgaben
- Kunden im zugeteilten Gebiet regelmäßig besuchen
- Produkte vorführen und technische Fragen beantworten
- Angebote kalkulieren, Preise und Konditionen verhandeln
- Neukunden telefonisch und vor Ort ansprechen
- Besuchsberichte und Kundendaten im CRM-System pflegen
- Reklamationen aufnehmen und mit dem Innendienst klären
- Auf Messen und Kundenveranstaltungen präsent sein
- Umsatzzahlen gegen die Zielvorgaben auswerten
Voraussetzungen
- Kaufmännische oder technische Ausbildung, oft auch Quereinstieg möglich
- Führerschein Klasse B und Bereitschaft zu hoher Fahrleistung
- Sicheres Auftreten und Verhandlungsgeschick
- Belastbarkeit gegenüber Absagen und Umsatzdruck
- Selbstorganisation bei freier Tageseinteilung
- Produkt- und Branchenkenntnis, je nach Sortiment technisches Verständnis
Wo man arbeitet
- Industrieunternehmen mit eigenem Vertrieb
- Groß- und Fachhandel
- Hersteller von Bau- und Werkstoffen
- Medizin- und Pharmaunternehmen
- Dienstleister und Softwareanbieter
- Handelsvertretungen und Handelsagenturen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist eine dreijährige kaufmännische Ausbildung, etwa zum Kaufmann im Groß- und Außenhandelsmanagement, oder eine technische Ausbildung mit Gesellenbrief, gefolgt von einigen Jahren im Innendienst oder Verkauf. Danach erfolgt der Wechsel in den Außendienst mit firmeninterner Einarbeitung und Produktschulungen. Weiterbildungen zum Fachwirt für Vertrieb oder ein BWL-Studium mit Vertriebsschwerpunkt sind gängige Ergänzungen.
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