Veranstaltungstechniker
Veranstaltungstechniker bauen Licht-, Ton- und Bühnentechnik für Konzerte, Messen, Theater und Firmenevents auf, bedienen sie während der Veranstaltung und bauen sie danach wieder ab. Der Beruf verbindet Handwerk, Elektrotechnik und Arbeit unter Zeitdruck.
9 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Veranstaltungstechniker verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.400 € | 2.750 € | 3.100 € | 33.000 € | |
| Mit Berufserfahrung | 2.900 € | 3.400 € | 4.000 € | 40.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 3.600 € | 4.300 € | 5.500 € | 51.600 € |
An städtischen Theatern und in kommunalen Häusern gilt meist der TVöD oder der TV-L, an Privattheatern teils Haustarife; dort ist die Bezahlung planbar, aber selten hoch. In der privaten Verleih- und Tourbranche wird frei verhandelt, das Einkommen hängt stark von Zuschlägen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit sowie von Reisetagen ab und schwankt mit der Auftragslage.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Branche zu Branche unterscheiden.
Das Berufsbild
Was macht ein Veranstaltungstechniker?
Vor einer Veranstaltung kommt der Aufbau: Traversen werden montiert, Scheinwerfer eingehängt und adressiert, Lautsprecher geflogen oder gestapelt, Kabel gezogen, Stromverteiler gesetzt, Bühnenpodeste verschraubt. Danach folgt das Einmessen der Beschallung, das Programmieren der Lichtstellungen am Pult, der Aufbau von Videoprojektion oder LED-Wänden und der Soundcheck mit den Auftretenden. Während der Show fahren Veranstaltungstechniker Licht, Ton, Video oder Bühnenmechanik nach Ablaufplan, reagieren auf Änderungen und beheben Störungen, ohne dass es das Publikum merkt. Nach dem Ende beginnt der Abbau, oft nachts und häufig schneller als der Aufbau.
Dazu gehört auch die weniger sichtbare Seite: Materiallisten schreiben, Lagerbestände prüfen, Geräte reparieren und pflegen, Anschlagmittel und Elektrogeräte prüfen, Lastberechnungen für Hängepunkte nachvollziehen und Sicherheitsvorgaben durchsetzen. Wer als Meister oder verantwortliche Person für Veranstaltungstechnik arbeitet, übernimmt zusätzlich die Verantwortung für den sicheren Betrieb einer Spielstätte oder Produktion.
Wie wird man Veranstaltungstechniker?
Der klassische Weg ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik, angeboten von Theatern, Konzerthäusern, Messegesellschaften und Verleihfirmen. Der Berufsschulunterricht behandelt Elektrotechnik, Akustik, Beleuchtungstechnik, Statik und Arbeitsschutz. Alternativ führt ein Studium der Veranstaltungstechnik oder Theater- und Veranstaltungstechnik an Hochschulen wie Berlin, Düsseldorf oder Darmstadt in den Beruf, meist mit Blick auf Planung und Leitung. Quereinstieg ist verbreitet und funktioniert über Helfertätigkeiten beim Aufbau, oft parallel zum Studium; wer dauerhaft bleiben will, braucht früher oder später einen Nachweis der elektrotechnischen Qualifikation, da ohne diesen viele Arbeiten nicht erlaubt sind.
Was der Beruf verlangt
Die Arbeitszeiten liegen dort, wo andere Freizeit haben: abends, an Wochenenden, an Feiertagen. Aufbautage beginnen früh, Abbauten enden nach Mitternacht, Tourneen bedeuten wochenlange Abwesenheit. Körperlich ist der Beruf fordernd: schwere Cases schieben, Lasten heben, Arbeiten in der Höhe auf Leitern, Traversen und Hebebühnen, viel Stehen, Hitze unter Scheinwerfern, Lärm. Höhentauglichkeit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung, ebenso die Bereitschaft, Sicherheitsregeln auch dann einzuhalten, wenn die Zeit knapp ist. Fehler können Menschen verletzen.
Dazu kommt die wirtschaftliche Seite: viele Beschäftigte arbeiten befristet, projektweise oder selbstständig, die Auftragslage schwankt saisonal. Die Corona-Jahre haben gezeigt, wie schnell die Branche wegbrechen kann, und einen Teil der Fachkräfte dauerhaft in andere Berufe getrieben.
Aussichten
Genau daraus ergibt sich die heutige Lage: Fachkräfte sind gesucht, viele Betriebe finden nicht genug qualifiziertes Personal, besonders für verantwortliche Positionen. Wer eine abgeschlossene Ausbildung und Erfahrung mitbringt, findet Arbeit. Entwicklungswege führen über die Spezialisierung auf Ton, Licht, Video, Rigging oder Bühnenmechanik zum Meister für Veranstaltungstechnik, zur Projektleitung, in die technische Leitung eines Hauses oder in die Planung bei Ingenieurbüros und Herstellern. Auch der Wechsel in Medienproduktion, Konferenztechnik oder Gebäudemedientechnik ist möglich.
Aufgaben
- Licht-, Ton- und Videotechnik aufbauen, verkabeln und einrichten
- Bühnen, Traversen und Hängepunkte montieren und sichern
- Beschallungsanlagen einmessen und Soundchecks fahren
- Lichtstellungen programmieren und während der Show abrufen
- Stromversorgung und Verteiler nach Vorschrift installieren
- Geräte prüfen, warten und Störungen im laufenden Betrieb beheben
- Abbau, Verladung und Lagerpflege des Materials
- Sicherheitsvorgaben und Brandschutzauflagen umsetzen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik oder vergleichbare Qualifikation
- Elektrotechnische Grundkenntnisse und Befähigung für Arbeiten an elektrischen Anlagen
- Höhentauglichkeit, Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit
- Bereitschaft zu Abend-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit sowie Reisen
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein bei sicherheitsrelevanten Arbeiten
- Teamfähigkeit und Ruhe unter Zeitdruck
- Führerschein, häufig auch Kranschein oder Staplerschein von Vorteil
Wo man arbeitet
- Theater, Opern- und Konzerthäuser
- Verleih- und Dienstleistungsfirmen für Veranstaltungstechnik
- Messegesellschaften und Kongresszentren
- Clubs, Festivals und Tourneeproduktionen
- Rundfunk- und Fernsehstudios
- Kommunale Veranstaltungshallen und Kulturzentren
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Darauf aufbauend ist die Weiterbildung zum Meister für Veranstaltungstechnik möglich, alternativ führt ein Bachelorstudium der Veranstaltungstechnik in planende und leitende Positionen.
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